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Bingens Elena Kuzmina wird auch beim Spiel in Weil im vorderen Paarkreuz aufschlagen (Bild: Armin Schimkat).
Sonntag, 14.00 Uhr: ESV Weil – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim

Richtungsweisendes Duell in Weil

Dr. Stephan Roscher 28.10.2022

Weil. Es könnte eine enge, umkämpfte Begegnung werden, wenn sich am Sonntag im Dreiländereck der ESV Weil und die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim im einzigen Wochenendspiel der 1. Bundesliga Damen gegenüberstehen.

Ein Favorit ist nicht auszumachen, auch wenn der Saisonstart der Rheinhessen mit 2:2 Punkten erfolgreicher war als der der Südbadener (0:4). Allerdings muss man auch berücksichtigen, wer die Gegner waren – und da hatte gerade der ESV mit berlin eastside und Kolbermoor nur dicke Brocken und stand zuletzt gegen die Oberbayern, die erstmals mit Linda Bergström angetreten waren, dennoch dicht vor einem Punktgewinn.

Andererseits hatte auch die TTG keine „leichten“ Gegner, die es ja in Europas Topliga ohnehin nicht gibt, sondern mit Weinheim und Langstadt, letzeres konnte sogar geschlagen werden, ebenfalls Kontrahenten, gegen die man erst einmal punkten muss.

Der Umstand, dass Weil im Moment Tabellenschlusslicht ist und Bingen Sechster, sagt wenig aus über die Qualität beider Teams. Es mag eine Binsenweisheit sein, aber die bessere Tagesform und das stets nötige Quäntchen Glück dürften auch am Sonntag in Weil den Ausschlag geben. Die Ausgangsposition ist indes für Bingen insofern etwas günstiger, als man sich, falls man punktet, weiter relativ stressfrei im Mittelfeld bewegen kann, während die Gastgeberinnen den ersten Saisonsieg benötigen, um in dieser ausgeglichenen Liga nicht früh den Anschluss zu verlieren.

Letzte Saison konnten die Weilerinnen beide Duelle mit Bingen für sich entscheiden – und zumindest das ESV-Team ist personell bekanntlich unverändert geblieben. Allerdings wurde die Aufstellung mächtig durcheinandergewirbelt, sodass Izabela Lupulesku und Hana Arapovic nun vorne spielen, während Polina Dobreva (frühere Trifonova) und Ievgeniia Sozoniuk im hinteren Paarkreuz aufschlagen. Nur Vivien Scholz hat ihre angestammte Position behalten. Tendenziell bleibt insofern alles beim Alten, als Weil wieder im hinteren Paarkreuz seine größten Stärken hat und vorne doch eher verwundbar erscheint.

Bei Bingen, das bisher ohne seine beiden Inderinnen Archana Girish Kamath und Diya Chitale auskommen musste, kann man das nicht so einfach sagen. Die beiden Neuzugänge Elena Kuzmina und Lea Rakovac haben bereits gezeigt, dass sie auch vorne konkurrenzfähig sind. Und hinten stehen die beiden Tschechinnen Katarina Tomanovska und Karolina Mynarova positiv. In den Doppeln läuft es noch nicht so gut, hier könnte Weil ein kleines Plus aufweisen, aber auch das sind bestenfalls Nuancen. Für den Sonntag ist also reichlich Spannung angesagt.

„Druck gibt es bei uns noch nicht, aber nach den beiden Niederlagen in den ersten Spielen will der ESV alles daran setzen, die ersten Punkte zu holen“, so die Weiler Abteilungsleiterin Doris Spiess. „Dabei sind die Bingener nicht zu unterschätzen. Immerhin haben sie mit einem Sieg gegen Langstadt auf sich aufmerksam gemacht. Bei uns sind alle Spielerinnen am Start. Es wird mit Sicherheit ein spannendes, kampfbetontes Spiel, bei dem beide Mannschaften ihre Chancen suchen.“

„Es ist für uns ein schwieriges Spiel, da Weil eine sehr gute, ausgeglichene Mannschaft hat“, sagt Bingens Vorsitzender Joachim Lautebach. „Letztes Jahr haben wir ja nicht so gut gegen sie ausgesehen. Ich hoffe, dass die Mannschaft an die sehr guten Leistungen vom Spiel gegen Langstadt anknüpfen kann und rechne mit einem ausgeglichenen Spiel. Wer letztendlich gewinnt, wird sicher auch durch die Tagesform entschieden. Für uns ist es ein richtungsweisendes Spiel. Wenn wir einen Punkt holen würden, könnten wir auch damit leben.“

 

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