Sabine Winter präsentierte sich gegen den ESV Weil in Topform (Bild: Dr. Stephan Roscher).
TSV Schwabhausen – ESV Weil 5:3

Schwabhausen mit erstem Saisonsieg

Dr. Stephan Roscher 08.11.2020

Dem TSV Schwabhausen ist ein optimaler Saisonstart geglückt. Dem Remis bei Titelverteidiger ttc berlin eastside zum Saisonauftakt ließen die ohne ihre beiden Ungarinnen angetretenen Oberbayern am Samstag einen 5:3-Heimsieg über den ESV Weil folgen und haben sich mit 3:1 Punkten zunächst einmal in der Spitzengruppe der 1. Bundesliga Damen festgesetzt. Allerdings war es eine enge Kiste gegen den Aufsteiger, von dessen bisher drei Niederlagen zwei denkbar knapp ausgefallen sind.  

Weil dreht nach 0:3 und 1:4 nochmal auf 

In einer gerade zum Ende hin äußerst spannenden Drei-Stunden-Begegnung, die eigentlich begeisterte Zuschauer verdient gehabt hätte, hatte es optimal für den Gastgeber begonnen, der nach drei Matches mit 3:0 in Front lag und einem sicheren Sieg entgegenzustreben schien. Die glänzend aufgelegte Sabine Winter hatte der Bulgarin Polina Trifonova zunächst nicht den Hauch einer Chance gelassen und die Kroatin Mateja Jeger hatte gegen die Ukrainerin Ievgeniia Sozoniuk in fünf Sätzen nachgelegt. Dem weißrussischen Defensiv-Ass Alina Nikitchanka war es im Anschluss gelungen, gegen Sophia Klee, die von ihrer überragenden Form der Vorsaison noch ein gutes Stück entfernt ist, ebenfalls in fünf Durchgängen noch einen Punkt zur vorerst beruhigenden Führung draufzusetzen. Allerdings hatte die 17-jährige Ex-Driburgerin auch etwas Pech und ließ im vierten Satz einen Matchball ungenutzt. 

Die auf Weiler Seite überragende Izabela Lupulesku sorgte für das erste zählbare Lebenszeichen ihres Klubs. Gegen Christina Feierabend sorgte Serbiens Topspielerin für den 1:3-Anschluss. Beim 9:11, 14:12, 11:5 und 17:5 für Lupulesku ging es phasenweise sehr eng zu. Im vierten Durchgang vergab die alles andere als schlecht spielende Feierabend nach einer 9:4-Führung insgesamt vier Satzbälle.  

Sabine Winter krönte ihren starken Auftritt anschließend mit einem 3:1 über Ievgeniia Sozoniuk, die letztlich ohne Chance blieb und in zwei von vier Sätzen überdeutlich den Kürzeren zog. 4:1 – Schwabhausen hatte bereits einen Punkt sicher. Doch Weil war noch längst nicht geschlagen. Polina Trifonova gewann den Krimi gegen Mateja Jeger mit 12:10 im fünften Satz und Izabela Lupulesku konnte sich auch gegen Alina Nikitchanka in vier Durchgängen behaupten. 3:4 – auf einmal schien der erste Punktgewinn für den Aufsteiger greifbar.  

Nervenstarke Christina Feierabend tütet Heimsieg ein 

Die Entscheidung musste im Match zwischen Christina Feierabend und Sophia Klee fallen. Die Nummer vier des TSV legte 2:0 Sätze vor, wobei der zweite Durchgang (15:13) hart umkämpft war, Klee legte im Anschluss einen Zahn zu und kam zum Satzausgleich. Im Entscheidungsdurchgang zeigte sich Feierabend freilich unbeeindruckt und nervenstärker als ihre Gegnerin – aus einem 1:4 machte sie ein 6:4 und 8:5 sowie kurz darauf ein 10:6. Klee konnte noch auf 8:10 verkürzen, doch ihre Gegnerin nutzte anschließend ihren dritten Matchball zum ersten Schwabhausener Saisonsieg.  

Stimmen zum Spiel

„Wir sind hochzufrieden mit dem Ergebnis“, so TSV-Trainer Alexander Yahmed. „Hätte ich vor dem Spiel wetten müssen, hätte ich auf ein Unentschieden gesetzt. Ich dachte, wir sind vorne besser und Weil eigentlich hinten. Matchwinnerin war eindeutig Christina Feierabend, die zwei überragende Spiele gehabt und das entscheidende gegen Sophia gewonnen hat.“ Yahmed führt seine Analyse fort: „Insgesamt war es ein Spiel auf Augenhöhe und beide Teams hätten einen Punkt verdient. Ich bin ganz stolz auf mein Team!“ 

„Dass dieses Spiel nicht einfach werden würde, das war klar. Aber als dann auch noch Mercedesz absagen musste, da war faktisch die knappe Favoritenrolle plötzlich nicht mehr da“, schildert Schwabhausens Abteilungsleiter Helmut Pfeil die schwierige Ausgangslage. „Schade dass diese spannende und umkämpfte Partie keine Zuschauer haben durfte. Die wären sicher alle begeistert gewesen.
Der Sieg ist nicht unverdient, aber ein Unentschieden wäre dem Spielverlauf nach durchaus auch gerecht gewesen.“

„Der Spielausgang war natürlich schon etwas enttäuschend für uns, so nah waren wir noch nie an einem Punktgewinn“, sagte Doris Spiess. „Nach verhaltenem Start, Jevgeniia Sozoniuk kam gegen Mateja Jeger erst langsam in Fahrt und auch Polina Trifonova hatte bei ihrem ersten Spiel gegen Sabine Winter keine Chance. Izabela Lupulesku kämpfte sich dann gegen Christina Feierabend durch und sicherte den ersten Punkt für Weil. Genauso hart umkämpft war dann das Spiel von Sophia Klee gegen Abwehrspielerin Alina Nikitchanka, blieb aber leider ohne Erfolgserlebnis.“ Die Abteilungsleiterin des ESV lässt die Partie weiter Revue passieren: „Danach konnten die Weiler Spielerinnen ihre Leistung zeigen. Sozoniuk machte es Sabine Winter schwer, konnte aber am Ende dem Niveau ihrer Gegnerin nicht mehr standhalten. Polina Trifonova schaffte den zweiten Punkt mit einem hauchdünnen Sieg über Mateja Jeger. Als dann auch Izabela Lupulesku gegen Nikitchanka gewann, schien der erste Punktgewinn in Sichtweite. Sophia Klee begann nervös, steigerte sich aber, holte nach 0:2 Satzrückstand gewaltig auf, führte auch zu Beginn des fünften Satzes, ehe Christina Feierabend noch einmal alles gab, Punkt um Punkt aufholte, um am Ende den Sieg von Schwabhausen zu bejubeln.“

Am Sonntag geht es weiter für den Liganeuling aus dem Dreiländereck mit der schweren Partie beim Meisterschaftsmitfavoriten SV DJK Kolbermoor (14 Uhr).

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