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Sabine Winter präsentierte sich gegen Böblingen in Topform (Bild: Dr. Stephan Roscher).
TSV Schwabhausen – SV Böblingen 6:4

Schwabhausen startet mit knappem Sieg ins Doppelwochenende

Dr. Stephan Roscher 19.12.2021

Schwabhausen. Die SV Böblingen, Schlusslicht der 1. Bundesliga Damen, war am Samstagnachmittag nicht sehr weit von einer faustdicken Überraschung entfernt. Beim Tabellendritten Schwabhausen lag man lange in Führung (2:0, 3:1, 4:3), musste aber am Ende doch dem Gastgeber zu einem 6:4-Erfolg gratulieren.  

Der TSV konnte mit seinem starken hinteren Paarkreuz  (4:0 Spiele, 12:0 Sätze) das 0:2 in den Doppeln sowie die beiden verlorenen Matches von Liu Yangzi ausbügeln. Nicht zu vergessen Sabine Winter, die gegen Qianhong Gotsch und Annett Kaufmann Toptischtennis zeigte.  

Somit ist die Generalprobe für das morgigen Bayern-Derby gegen den SV DJK Kolbermoor (14 Uhr) doch noch gelungen. Die Böblingerinnen erhalten am Sontagvormittag (10.30 Uhr) gegen den TSV Langstadt eine weitere Chance, nicht punktlos in die Festtagspause zu gehen – es ist allerdings die letzte in der Vorrunde. Von Platz 8 kommen sie nach der heutigen Niederlage definitiv im alten Jahr nicht mehr weg.  

Die Gäste hatten in Schwabhausen mit neuen Doppelformationen überrascht. Qianhong Gotsch spielte erstmals mit Alexandra Kaufmann zusammen, Mitsuki Yoshida mit Annett Kaufmann. Das erwies sich als Volltreffer. Die einen gewannen glatt in drei Sätzen, die anderen in fünf. Unerwartet führten die Böblingerinnen in einem Bundesligaspiel nach den Doppeln mit 2:0. Das gab es zuletzt vor 23 Monaten. Danach zeigte die zuletzt etwas überspielt wirkende Annett Kaufmann gegen Liu Yangzi eine Topleistung und brachte der 19-jährigen Chinesin, die international für Australien aufschlägt, in fünf sehenswerten Sätzen die erste Einzel-Niederlage in Deutschland bei – Liu hatte ja vor Kurzem auch das WTT-Turnier in Düsseldorf gewonnen. Später sollte gegen „Hongi“ Gotsch die zweite Niederlage folgen. Formal war es das 0:3, doch faktisch das 1:3, da zu dem Zeitpunkt, als das Match fertig war, die glänzend aufgelegte Sabine Winter bereits ziemlich souverän gegen Gotsch mit 3:1 gewonnen hatte, deren Spiel ihr richtig gut liegt. 

Nach der Pause gelang Böblingen allerdings nur noch ein Zähler. Alexandra Kaufmann blieb ohne Chance gegen Mateja Jeger. Mitsuki Yoshida verlor gegen Orsolya Feher ebenfalls in drei Sätzen, somit war der Gäste-Vorsprung egalisiert. Doch die 53-jährige Qianhong Gotsch hielt sich auch an Liu Yangzi schadlos (3:1), sodass die Gäste noch einmal in Führung gingen. Annett Kaufmann unterlag nach gutem Spiel Sabine Winter ohne Satzgewinn. Das hintere Paarkreuz musste die Entscheidung bringen. Mitsuki Yoshida vergab eine 10:7-Führung im zweiten Satz gegen Mateja Jeger und unterlag mit 0:3. Auch Alexandra Kaufmann konnte das Blatt nicht wenden und unterlag der noch ungeschlagenen Ungarin Orsolya Feher ganz glatt zum 6:4-Endstand zu Gunsten des TSV Schwabhausen. 

Schwabhausens Trainer Alexander Yahmed fiel ein Stein vom Herzen. „Wir sind froh über die zwei Punkte, welche wir auch angestrebt haben, man muss aber zugeben, es war eine Kombination von guter Teamleistung von uns wie auch von Problemen der Böblinger“, sagte Yahmed nach der Partie. „Nach dem 0:3 hätten sie den Sieg fast verdient gehabt, aber Sabine hatte was dagegen und brachte uns wieder ins Spiel. Bei 1:3 profitierten wir von unserem guten hinteren Paarkreuz und dem Umstand, dass nicht alle Böblinger Spielerinnen topfit waren. Wir sind froh über die Punkte, da wir wissen, dass alle hinteren Teams punkten können, und da zählt jeder Punkt. Es wird eine spannende Rückrunde.“ 

In Böblingen sprach man von einem Lebenszeichen, das aber nicht mit Punkten belohnt wurde, was aber auch kaum möglich gewesen sei. „Wir haben heute unter den gegebenen Umständen das Maximale herausgeholt“, bewertete Volker Ziegler, gerade vom VDTT zu Deutschlands Trainer des Jahres gewählt, die Partie. „Yoshi ist immer noch gehandicapt wegen ihres Ellbogens. Annett musste nach dem zweiten Satz gegen Sabine Winter eine medizinische Auszeit nehmen wegen Rückenbeschwerden, was aber nicht spielentscheidend war."

 

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