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Jugendtraining mit Distanz beim SCW Göttingen (Foto: Wermelskirchen)
Im zwischenzeitlichen Corona-Hotspot Göttingen wird seit Anfang Juni wieder Tischtennis gespielt

SCW Göttingen: Freude am Training verdrängt anfängliche Skepsis

Dennis Wermelskirchen 10.07.2020

Göttingen. Covid-19 hat die Welt verändert. Zwar sorgen die Maße des Tisches automatisch für einen idealen Distanzhalter und machen Tischtennis zu einer der risikofreiesten Sportarten. Doch ohne maßgeschneiderte Schutz- und Hygienekonzepte öffnen sich auch nach dem Lockdown keine Hallen. Wir präsentieren Ihnen Vereine, in denen wieder Tischtennis gespielt wird. Heute: Der SCW Göttingen.

Wir stellen Ihren Verein vor! Mit Ihrem Text! Mit Ihren Fotos! Mit Ihrem Video!

Falls auch bei Ihnen bereits die Bälle über die Netze fliegen, dann erzählen Sie uns doch auch die Geschichte Ihrer Wiedereröffnung. Welchen organisatorischen und bürokratischen Hürden standen Sie auf dem Weg zur Wiedereröffnung gegenüber? Welches Tischbuchungssystem setzen Sie im Training ein? Wie haben Ihre Mitglieder die Öffnung nach monatelanger Schließung angenommen? Hat Ihr Verein neue Strukturen für den Umgang mit der Pandemie geschaffen? Wir freuen uns auf Ihre ganz persönliche Story: Mit Infos zu Ihrem Verein! Mit Ihrem Text! Mit Ihren Fotos aus dem Corona-Training und vielleicht ja sogar mit Ihrem Video! Unsere Kontaktadresse lautet: schillings.dttb@tischtennis.de.

Heute: Der SCW Göttingen

Der Sport Club Weende Göttingen hat insgesamt 1.300 Mitglieder*innen, davon sind 75 in der Abteilung Tischtennis organisiert. Beim SCW ist viermal die Woche Training angesagt, mit insgesamt sieben Erwachsenen- und vier Jugendmannschaften nimmt er am Wettkampfbetrieb teil. In Niedersachsen ist der Verein aus dem Norden Göttingens bekannt für seinen großen Fokus auf Jugendarbeit und Inklusion. Im Jahr 2017 wurde der SCW vom Landessportbund Niedersachsen für sein Engagement deshalb mit dem 'Preis für Inklusion' ausgezeichnet.

Für den SCW schildert Dennis Wermelskirchen die aktuelle Corona-Situation des Vereins. Der 22-Jährige ist C-Lizentrainer und im Verein außerdem für die Pressearbeit im Bereich Social Media zuständig.

...und dann war Göttingen plötzlich ein "Corona-Hotspot"

"Ende Mai gab das Niedersächsische Innenministerium bekannt, dass Phase 4 der Lockerungen eingeleitet wird und das Trainieren unserer geliebten Sportart wieder möglich ist. Schnell trafen sich die Mannschaftsführer der einzelnen Teams und besprachen das weitere Vorgehen. So konnten am 2. Juni die Jugendlichen als erste das Training wieder aufnehmen – zumindest für zwei Stunden. Denn während des Trainings wurde bekannt, dass in Göttingen, besonders in einem Hochhauskomplex, das Coronavirus ausgebrochen war. Die Vorfreude legte sich dementsprechend wieder und wir sagten das Training am Abend für die Erwachsenen ab. Im Folgenden überschlugen sich die Ereignisse: Die Schulen schlossen wieder, die Stadt Göttingen verbat für zwei Wochen Mannschafts- und Kontaktsport, die Infektionszahlen verdreifachten sich fast - und in einem weiteren Gebäudekomplex mit über 700 Bewohner*innen drohte ein weiterer Ausbruch. In kürzester Zeit war unsere Stadt als „Corona Hotspot“ bundesweit bekannt.

Wiederaufnahme mit ausführlichem Hygienekonzept

Doch kurz nach dem Bekanntwerden des zweiten Ausbruchs erlaubte die Stadt wieder die Aufnahme vom Tischtennissport. Hierfür hatte maßgeblich unser Jugendtrainer und B-Lizenz-Inhaber Peter Lauerer ein dreiseitiges Hygienekonzept erarbeitet, welches auf den Schutz- und Handlungsrichtlinien des DTTB basierte und zudem eigene Vorstellungen des Vereins einschloss. Das Dokumentieren der Teilnehmer*innen am Training ist verpflichtend und darf in keiner Sporthalle fehlen. Außerdem desinfizieren sich alle Spieler vor dem Training die Hände und können so einen Ball gemeinsam nutzen. Die Trainer hingegen dürfen beim Balleimertraining nur mit Handschuhen die Bälle einspielen. Mit eine Pause von 15 Minuten zwischen unseren Trainingsgruppen, welche das Gelände nach ihrem Training schnellstmöglich verlassen sollen, hoffen wir zudem ein Aufeinandertreffen der verschiedenen Gruppen und eine Ballung einer hohen Anzahl an Menschen in unserer Halle zu verhindern.

Trainingsplanung über Doodle

Die Trainingsplanung ist sicherlich in vielen Vereinen eine zusätzliche Aufgabe, die man erst einmal stemmen muss. Wir nutzen hierzu den Umfragedienst Doodle, dort können sich bei uns jeweils zehn Spieler*innen pro Einheit eintragen. Eine Person wird zur Betreuung das Trainings eingeteilt und achtet darauf, dass jeder auch trainieren kann. Der jeweilige Betreuer der Trainingseinheit sucht zudem jeweils eine Person aus, die auf die Einhaltung der Hygieneregeln achten soll. In unserer Vereinsgruppe wird mittags bekanntgegeben, welche Personen am Abend trainieren und wer die Aufsicht führt. Alle haben zu jedem Zeitpunkt volle Einsicht in die Umfrage.

Skepsis nimmt langsam ab, Freude überwiegt

Obwohl es zwischenzeitlich durch das Infektionsgeschehen in Göttingen kaum vorhersehbar war, ob das Training wieder abgesagt werden muss oder im schlimmsten Fall ein neuer Lockdown für die Stadt droht, können wir als bisherige Bilanz unseres Vereins sagen: Die anfängliche Skepsis gegenüber dem Training ohne anschließende Dusche und der kommenden Saison nimmt bei uns merklich ab. Im Großen und Ganzen überwiegt die Freude, wieder unseren Sport, wenn auch unter Berücksichtigung vieler Regeln, ausüben zu können."

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