Eine konsternierte Peti Solja in der Verletzungspause (Foto: MS)
Entscheidung musste laut Games-Statuten spätestens im Anschluss an die Herren-Runde fallen

Shan ersetzt in Minsk verletzte Solja ab dem Team-Halbfinale

SH 27.06.2019

Minsk. Auch wenn die endgültige Diagnose wohl erst durch einen Ultraschall in einem Minsker Krankenhaus gestellt werden kann, steht jetzt schon fest: Petrissa Solja wird den Mannschaftswettbewerb bei den European Games in der weißrussischen Hauptstadt nicht fortsetzen. Für sie rückt die als Ersatzfrau mitgereiste Berlinerin Shan Xiaona ins Trio von Bundestrainerin Jie Schöpp mit Han Ying und Nina Mittelham. Shan hatte vor vier Jahren an der Seite von Han und Solja die European Games in Baku gewonnen und auch gemeinsam mit ihnen ein Jahr später überraschend die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio gewonnen.

Die Mixed-Goldmedaillengewinnerin von Minsk, Solja, hatte sich am Donnerstagnachmittag im Viertelfinale gegen die Niederlande in ihrem Einzel gegen Britt Eerland verletzt. Der deutsche Mannschaftsarzt Dr. Toni Kass vermutet, dass dabei die hintere Oberarmmuskulatur in Mitleidenschaft gezogen wurde.

"Für Peti ist das natürlich bitter", befand DTTB-Sportdirektor Richard Prause. "Sie hat hier ein sehr gutes Turnier gespielt. Im Einzel nur unglücklich gegen die spätere Siegerin verloren, im Mixed Gold geholt und sich für Tokio qualifiziert. Und auch heute im Doppel gegen die Holländerinnen hat sie direkt an die überragenden Leistungen aus dem Mixed angeknüpft."

Entscheidung erst am Freitag war nicht möglich

Der Wechsel im Team Deutschland musste den Statuten folgend unmittelbar nach Abschluss der Herren-Runde beim sogenannten Technical Meeting vorgenommen werden. So blieb dem DTTB-Aufgebot keine Möglichkeit, die Entscheidung auf den Halbfinaltag, eine zuvor gesicherte Diagnose und intensive Weiterbehandlung Soljas zu verschieben.

Gegner der deutschen Damen in der Vorschlussrunde am Freitagmorgen ist Polen. Die Polinnen hielten die in Minsk an Position vier gesetzten Österreicherinnen in Schach, bei denen Spitzenspielerin Sofia Polcanova als Europaranglistenzweite überraschend keines ihrer beiden Einzel gewinnen konnte. In der unteren Hälfte des Tableaus trifft der amtierende Europameister Rumänien auf Ungarn.

Damen-Mannschaft, Viertelfinale
Deutschland – Niederlande 3:1
Petrissa Solja/Nina Mittelham - Britt Eerland/Kim Vermaas 3:1 (9,7,-10,5)
Han Ying - Li Jie 3:0 (11,2,7)
Solja - Eerland 1:3 (7,-9,-5,-9)
Han - Vermaas 3:0 (7,6,5)

Österreich – Polen 1:3
Ungarn – Ukraine 3:0
Rumänien – Schweden 3:1

Halbfinale am Freitag
Deutschland - Polen, 9 Uhr
Rumänien - Ungarn, 12 Uhr

Links

Das deutsche Aufgebot

Herren
Timo Boll (Weltrangliste: 6, Borussia Düsseldorf)
Dimitrij Ovtcharov (Nr. 12, Fakel Gazprom Orenburg/Russland)
Patrick Franziska (Nr. 16, 1. FC Saarbrücken TT)
Ersatz für den Team-Wettbewerb: Ricardo Walther (Nr. 38, ASV Grünwettersbach)

Damen
Petrissa Solja (Weltrangliste: 26, TSV 1909 Langstadt)
Han Ying (Nr. 45, KTS Zamek Tarnobrzeg/Polen)
Nina Mittelham (Nr. 50, ttc berlin eastside)
Ersatz für den Team-Wettbewerb: Shan Xiaona (Nr. 165, ttc berlin eastside)

Trainer
Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer)
Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin)
Lars Hielscher (Assistenztrainer)

Delegationsleiter
Richard Prause (Sportdirektor)

Medizinische Abteilung
Peter Heckert (Physiotherapeut, OSP Hessen)
Dr. Antonius Kass (Mannschaftsarzt)

Schiedsrichter
Christoph Geiger

 

Der Zeitplan

Donnerstag, 27. Juni
Damen- / Herren-Mannschaft, Achtelfinale
9 / 12 Uhr (ohne deutsche Beteiligung)
Damen-Mannschaft, Viertelfinale
15 Uhr (mit Deutschland)
Herren-Mannschaft, Viertelfinale
18 Uhr (mit Deutschland)

Freitag, 28. Juni
Damen-Mannschaft, Halbfinale
9 / 12 Uhr
Herren-Mannschaft, Halbfinale
15 / 18 Uhr

Samstag, 29. Juni
Damen-Mannschaft, Spiel um Bronze
9 Uhr
Damen-Mannschaft, Finale
12 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 15 Uhr
Herren-Mannschaft, Spiel um Bronze
16 Uhr
Herren-Mannschaft, Finale
19 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 22 Uhr

 

Die Setzlisten

Damen-Mannschaft
1 Deutschland, 2 Rumänien, 3 Ungarn, 4 Österreich, 5 Holland, 6 Ukraine, 7 Polen, 8 Spanien, 8 Luxemburg, 8 Russland, 11 Schweden, 12 Weißrussland

Herren-Mannschaft
1 Deutschland, 2 Schweden. 3 Österreich, 4 Großbritannien, 5 Frankreich, 6 Slowenien, 7 Kroatien, 8 Weißrussland, 9 Portugal, 10 Belgien, 11 Rumänien, 12 Dänemark

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