Raus mit Applaus: Johann Koschmieder dankt den Zuschauern für ihre Unterstützung (Foto: Steinbrenner)
Das Duo Koschmieder/Oehme bringt Klein/Meissner an den Rand der Niederlage, Do Thi besiegt Michajlova

Starke Sachsen zum Auftakt ihrer Heimspiele in Chemnitz

SH 29.02.2020

Chemnitz. Schon mal im Entscheidungssatz in der Verlängerung mit 10:12 verloren und trotzdem freudig gelächelt? Das passiert nicht oft. In der Richard-Hartmann-Halle in der ersten Herren-Doppel-Runde war das so.

Johann Koschmieder und Benno Oehme strahlten, als sie vom Tisch gingen, winkten ins Publikum und bedankten sich bei den Zuschauern, die sie durch Anfeuerungsrufe, rhythmisches Klatschen und Rasseln lautstark unterstützten. Die Lokalmatadoren, Koschmieder vom SV Sachsenring Hohenstein-Ernstthal und Benno Oehme zwar in Diensten des hessischen Fulda-Maberzell, aber gebürtiger Freiberger, hatten der bei den Deutschen Meisterschaften an Position fünf gesetzten Rechts-Links-Kombination Dennis Klein/Cedric Meissner (Jülich/Mainz) alles abverlangt, im Entscheidungssatz beim Stand von 8:10 noch zwei Matchbälle abgewehrt, bevor sie sich geschlagen geben mussten.

Do Thi besiegt Michajlova in Runde eins

"Es hat mich auf jeden Fall gepusht, dass mich so viele Leute unterstützt haben. Ich kenne sie alle: Es sind Tischtennisleute aus Sachsen, aus meinem ersten und meinem aktuellen Verein", freute sich Koschmieder. "Wir haben dank der Zuschauer beide 110 Prozent unserer eigentlichen Leistungsfähigkeit gegeben. Wir waren sehr zufrieden mit uns und haben super gespielt." Kein Grund also zum Ärgern.

Sachsens Asse verkaufen sich ohnehin bislang sehr gut bei ihrem Heimspiel. Leipzigs Huong Do Thi warf die dreifache Titelträgerin bei den European Maccabi Games 2019, Katharina Michajlova, aus dem Rennen. Nach einer 3:0-Satzführung und zwei Matchbällen in Durchgang fünf wurde es jedoch noch einmal knapp. "Ich habe die ersten drei Sätze super gut gespielt. Meine Gegnerin war noch nicht so gut im Spiel. Bei 3:1 und 10:8 hatte ich einen kleinen Bruch, weil ich den Satz dann doch noch verloren habe", analysierte die Deutsche Doppel-Meisterin an der Seite von Sabine Winter von 2018, Do Thi. Auch Satz sechs ging an Michajlova, doch dann fing sich Do Thi noch einmal, gewann mit 11:7 und der großen Unterstützung der sächsischen Fans. "Über die Anfeuerung des Publikums habe ich mich sehr gefreut", bedankte sich die 25-jährige ehemalige Erstliga-Akteurin und BWL-Studentin.

Chemnitzerin Scheibe klaut Winter einen Satz

Marlene Scheibe musste zwar einen Niederlage hinnehmen, es war jedoch eine erwartete. Die Chemnitzer Penholder-Akteurin klaute der fünffachen Europameisterin Sabine Winter (Schwabhausen) zumindest den zweiten Satz. "Für mich war es cool, gegen Sabine zu spielen. Dass ich den zweiten Satz gewonnen habe, war nicht geschenkt. Ich hatte das Gefühl, dass Sabine sich schon ein bisschen anstrengen musste, um mich zu besiegen, auch wenn sie natürlich eindeutig besser ist als ich", so Scheibe.

Anna-Marie Helbig brachte Nationalspielerin Chantal Mantz in sechs Durchgängen in arge Bedrängnis (-4,9,-13,-5,8,-1). "Für mich war es toll, dass ich eine so super Unterstützung hatte", so Do This Leipziger Teamkollegin. "Ich bin ganz zufrieden mit dem Spiel. Wenn ich den dritten Satz gewonnen hätte, hätte es vielleicht sogar mit dem Sieg geklappt."

 

Nick Neumann-Manz, Koschmieders Teamkollege beim Zwickauer Drittligisten, machte Baden-Württembergs Julian Mohr (Neckarsulm) in sechs Sätzen (-6,-7,7,-9,7,-6) das Leben schwer. "Im vierten Satz habe ich 9:7 geführt, es aber nicht nach Hause gebracht. Wenn ich das geschafft hätte, wäre es sicher noch enger geworden", beschreibt Neumann-Manz. "Ich fand es cool, in dieser Atmosphäre zu spielen. es war ein totel offenes Spiel." Er fügte an: "Ich bin hergekommen, um Spaß zu haben und bin sehr zufrieden mit dieser Leistung."

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