Der TV Leiselheim führt die Tabelle an (Foto: Verein)
Spannung in einer ausgeglichenen Liga / Schlusslicht Effeltrich gibt sich nicht auf

Süd: Ein unzufriedener Herbstmeister

Marco Steinbrenner 31.12.2018

Frankfurt am Main. Der TV Leiselheim wurde in der 3. Herren-Bundesliga Süd seiner Favoritenrolle bislang gerecht und gewann als bislang noch einzige ungeschlagene Mannschaft mit fünf Siegen sowie vier Unentschieden den inoffiziellen Herbstmeistertitel. Doch es bleibt spannend im Rennen um Platz eins, denn der SV SR Hohenstein-Ernstthal hat als Zweiter nur einen Zähler Rückstand. Auch der Kampf um den Klassenerhalt ist noch längst nicht entschieden. Gleich fünf Teams müssen noch zittern.

Topfavorit TV Leiselheim grüßt von der Tabellenspitze

Obwohl der Titelaspirant Nummer eins, TV Leiselheim, zur Saisonhalbzeit den Platz an der Sonne einnimmt, ist Trainer Christian Kaufhold mit dem Verlauf der Hinrunde „nicht ganz zufrieden“. Bei den 5:5-Unentschieden gegen den TTC Wöschbach, SV Salamander Kornwestheim, TTC 1946 Weinheim und SV Schott Jena hätte der Spitzenreiter nach Ansicht seines Coaches „durchaus auch als Verlierer die Halle verlassen können“. Höhepunkt sei der 6:3-Heimsieg gegen den ärgsten Konkurrenten aus Hohenstein-Ernstthal gewesen. „In dieser Partie hat die Mannschaft sehr gut gespielt.“ Das gesamte Team habe „noch Luft nach oben. Wir können bei einem Blick auf die Bilanzen nicht zufrieden sein.“ Dies gelte auch für die Doppel, „die zum Saisonstart überhaupt nicht funktionierten. Das wurde erst nach der Umstellung etwas besser.“ Das Ziel für die Rückrunde ist klar: Der erste Tabellenplatz soll erfolgreich verteidigt werden. „Wenn wir uns allerdings nicht in allen Bereichen steigern, wird das sehr schwer.“ Kaufhold fordert von seinen Akteuren, „dass mehr und besser trainiert wird“.

Für den Aufstieger SV SR Hohenstein-Ernstthal verlief die Hinserie nach Meinung von Teamchef Christian Hornborgen „ausgesprochen gut“. Nach einem durchwachsenen Start mit dem 5:5-Unentschieden beim TTC 1946 Weinheim und der 4:6-Niederlage beim Post SV Mühlhausen II wurde anschließend nur noch gegen den TV Leiselheim (3:6) verloren. Auf der anderen Seite stehen sechs Siege zu Buche. Als „ganz besonderes Highlight“ bezeichnet Hornborgen den 6:3-Heimerfolg zum Abschluss der ersten Saisonhälfte gegen den SV Salamander Kornwestheim. Der Erfolg ist um so höher zu bewerten, da die Gastgeber auf Spitzenspieler Youssef Abdel-Aziz (11:0-Bilanz) verzichten mussten. Auch in der Rückserie möchte der Liga-Neuling die jungen Spieler „maximal fördern und gleichzeitig aus jedem Spiel das Optimum herausholen. Ob es uns gelingt, bis zum Schluss an der Tabellenspitze dran zu bleiben, hängt sicher vom Ausgang vieler knapper Begegnungen ab.“

Als Tabellendritter und mit einem Rückstand von lediglich zwei Zählern zum Spitzenreiter aus Leiselheim befindet sich der SV Salamander Kornwestheim in Lauerstellung. „Die Hinrunde verlief überraschend positiv“, verrät Coach Christoph Münch. Die beiden Punkteteilungen gegen den TV Leiselheim und den Fünften TTC Wöschbach, jeweils stand Spitzenspieler Josef Simonczik (6:6-Bilanz) nicht zur Verfügung, bezeichnet Münch als „überraschende Ergebnisse“. Mit dem Thema Aufstieg beschäftigt sich in Kornwestheim niemand. „Wir wollen den Vorsprung zu den Abstiegsrängen, aktuell sind es sieben Zähler, weiter vergrößern und den Zuschauern attraktive Spiele bieten.“

TTC 1946 Weinheim und TTC Wöschbach im Mitteld der Tabelle zu finden

Der TTC 1946 Weinheim sitzt auf Platz vier dem Kornwestheimer Team aufgrund lediglich eines bislang weniger geholten Punktes dicht im Nacken. Trainer Rainer Schmidt hebt die „guten Resultate“ gegen die höher eingestuften Mannschaften aus Leiselheim und Hohenstein-Ernstthal (jeweils 5:5-Unentschieden) heraus. Negativ sei die 3:6-Niederlage beim TTC Wöschbach gewesen. Dass es beim SV Salamander Kornwestheim eine 1:6-Packung gab, hing unter anderem auch damit zusammen, dass Dragan Subotic das Doppel mit Filip Cipin und sein Einzel verletzungsbedingt kampflos abgeben musste. „Mit dem vierten Rang liegen wir im Soll und befinden uns noch in Reichweite zu den Spitzenteams.“ Spitzenspieler Cipin hätte, so Schmidt, ohne seine Verletzung „sicherlich noch besser spielen können“. Youngster Tom Eise bestätigte seine guten Leistungen aus der Vorsaison. Als Ziel für die Rückrunde wurde zunächst die Verteidigung des vierten Tabellenplatzes ausgegeben. Unklar ist aktuell noch die Situation um Dragan Subotic, „weil wir nicht genau wissen, wie schwerwiegend seine Verletzung ist und wann er wieder in das Training einsteigen kann“.

Michael Burg, Vorstand Sport beim Fünften TTC Wöschbach, muss gar nicht lange überlegen, um das 5:5-Remis gegen den TV Leiselheim als „Überraschung der Hinrunde“ zu bezeichnen. Auf der anderen Seite nennt Burg die 4:6-Auswärtsniederlage gegen den Tabellenachten ASV Grünwettersbach II. Dmitry Zakharov verlor im hinteren Paarkreuz nicht eines seiner neun Spiele. Als „etwas enttäuschend“ bezeichnet der Funktionär dagegen die 5:9-Bilanz von Ilya Shamin an Position zwei. „Wir wollen in der Rückrunde den aktuell guten Mittelfeldplatz halten.“

Abstiegskampf startet schon ab Rang sechs

Ab dem SV Schott Jena auf Rang sechs beginnt bereits die Abstiegsregion, denn die Thüringer haben aktuell einen Drei-Punkte-Vorsprung zum Tabellenvorletzten Post SV Mühlhausen II. Nach dem starken Saisonauftakt bei der Pokal-Vorrunde mit Siegen gegen den Zweitligisten TTC Fortuna Passau und den TV Leiselheim ereilte Jena das Verletzungspech. Die etatmäßige Nummer zwei, Pavol Mego, stand aufgrund von Problemen an der Schlaghand im September und größtenteils im Oktober nicht zur Verfügung. „Deshalb sind wir auch mit 0:6-Punkten ganz schlecht gestartet“, erinnert sich Abteilungsleiter Andreas Amend. Mit acht Zählern aus den nachfolgenden sechs Begegnungen habe die Mannschaft „das Bestmögliche aus der Situation gemacht“. Frantisek Placek (13:5-Bilanz) und Roman Rezetka (12:5) überzeugten nach Beobachtungen von Amend. Dies gelte auch für Leonard Süß mit sechs Siegen. „Für uns zählt in dieser extrem ausgeglichenen Liga auch weiterhin der Klassenerhalt“, so der Abteilungschef.

Wie der SV Schott Jena holte auch der Siebte TTC Wohlbach bislang acht Punkte. Mit zwei Siegen und vier Unentschieden war das Team lange Zeit in der oberen Tabellenhälfte zu finden. Doch dann gab es die Niederlagen gegen den SV SR Hohenstein-Ernstthal (1:6), TV Leiselheim (0:6) und zum Abschluss der Rückrunde auch noch gegen den ASV Grünwettersbach II (4:6). Die Partie gegen die TTBL-Reserve sei nach Ansicht des Vorsitzenden Hubert Becker „nicht zufriedenstellend“ verlaufen. Neuzugang Michal Benes überzeugte mit einer 10:6-Bilanz im vorderen Paarkreuz. Dagegen laufe Grozdan Grozdanov (4:12) noch seiner Form an Position drei hinterher. Gleiches gelte, so Becker, auch für das Doppel Grozdan Grozdanov/Yevgenij Christ. In der zweiten Saisonhälfte möchte der TTC Wohlbach „besser abschneiden als in der Vorrunde und nichts mit dem Abstieg zu tun haben“.

„Unsere junge Mannschaft geht auf dem Papier in jedes Spiel als Außenseiter. Allerdings werden sich die Jungs im Laufe der Saison entwickeln“, hatte Martin Werner, Manager des ASV Grünwettersbach II, vor dem ersten Spieltag von sich gegeben. Der Funktionär behält bislang mit seiner Aussage recht, denn aufgrund von zwei Siegen gegen den Post SV Mühlhausen (6:3) und TTC Wohlbach (6:4) schob sich die Zweitvertretung trotz der 3:6-Auswärtsniederlage zum Abschluss der Hinrunde gegen den TTC 1946 Weinheim noch auf den rettenden achten Platz. Allerdings beträgt der Vorsprung zum Abschiedsrang lediglich einen Zähler. Daniel Kleinert, der als einziger Akteur aus dem Team der abgelaufenen Saison übrig geblieben ist, überzeugte im hinteren Paarkreuz mit einer 7:5-Bilanz.

Post SV Mühlhausen II und DJK SpVgg. Effeltrich auf den Abstiegsplätzen zu finden

Zwei 6:4-Siege gegen den SV SR Hohenstein-Ernstthal und die DJK SpVgg. Effeltrich sowie ein 5:5-Unentschieden gegen den TTC Wohlbach reichen für den Post SV Mühlhausen II aktuell nur zum vorletzten Tabellenplatz. Der Rückstand zum rettenden achten Rang beträgt allerdings nur einen Punkt. „Wir haben zu wenig als Mannschaft konstant überzeugt“; stellt Cheftrainer und Spitzenspieler Erik Schreyer klar. „Wenn wir es alle einmal hinkriegen, zu einem Spiel eine gute Tagesform zu haben, können wir gegen jede Mannschaft punkten.“ So wird auch weiterhin der Ligaverbleib angestrebt. Neuzugang Benno Oehme habe eine „tolle Entwicklung“ in den vergangenen Monaten hingelegt und mit einer 4:5-Bilanz im vorderen Paarkreuz zu überzeugen gewusst. Alexander Gerhold ist nach seiner Hüftoperation fast wieder bei 100 Prozent.

„Wir wollen so schnell wie möglich den Anschluss an das rettende Ufer herstellen“, sagt Jürgen Weninger, Teammanager des Schlusslichtes DJK SpVgg. Effeltrich, bei einem Blick auf die Tabelle. Aktuell hat das Team aus Bayern nur einen Sieg (6:3 gegen den ASV Grünwettersbach II) sowie ein Remis zum Abschluss der Hinrunde gegen den TTC Wöschbach auf dem Konto stehen. Drei Zähler fehlen dem Schlusslicht zum rettenden achten Platz. „Spielerisch waren wir sogar einen Tick besser als in der vergangenen Saison“, berichtet Weninger. „Allerdings wurden zahlreiche Chancen zu Punktgewinnen nicht genutzt.“ Ein Beispiel: Gegen den Post SV Mühlhausen reichte eine zwischenzeitliche 4:1-Führung nicht aus (4:6). Eigengewächs Marius Zaus habe aufgrund seiner 8:4-Bilanz im zweiten Paarkreuz eine, so der Teammanager, „äußerst positive Entwicklung vollzogen“.

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