Ohne Niederlage im hinteren Paarkreuz: Maria Krazelova vom TTC Langweid (Foto: Steinbrenner)
TTC Langweid als einziges noch ungeschlagenes Team vorne / Spannung im Tabellenkeller

Süd: Zweikampf an der Spitze

Marco Steinbrenner 24.12.2018

Frankfurt am Main. Der TTC Langweid besitzt zur Saison-Halbzeit in der 3. Damen-Bundesliga Süd die besten Chancen, den Meistertitel zu gewinnen. Die bayerischen Schwaben dürfen sich über den inoffiziellen Herbstmeistertitel freuen und belegen mit einem Drei-Punkte-Vorsprung zur DJK Offenburg Rang eins. Im Tabellenkeller hat die TTG Süßen bereits acht Zähler Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Nur noch ein kleines Wunder kann helfen, um den Absturz in die Regionalliga zu vermeiden.

TTC Langweid vor der Rückkehr in die 2. Bundesliga

Sieben Siege und zwei 5:5-Unentschieden gegen den Aufsteiger TTC Bietigheim-Bissingen sowie am letzten Hinrundenspieltag beim BSC Rapid Chemnitz: Der TTC Langweid darf sich als einziges noch ungeschlagenes Team berechtigte Hoffnungen auf den Sprung in die 2. Bundesliga machen. „Wir sind total zufrieden mit einer aus unserer Sicht optimalen Vorrunde“, freut sich Mannschaftsführerin Katharina Schneider. „Unser Ziel war es vorne mitzuspielen. Wir hatten allerdings nicht damit gerechnet, ohne Niederlage Herbstmeister zu werden.“ Ein Grund für den Erfolg sei nach Ansicht von Schneider, „dass wir mannschaftlich sehr geschlossen aufgetreten sind“. Maria Krazelova verlor im hinteren Paarkreuz nicht eines ihrer 13 Einzel. Das Ziel für die verbleibenden neun Begegnungen ist klar: „Wir wollen wie schon in der Vorrunde unseren Zuschauern viele attraktive und spannende Spiele bieten.“ Außerdem hätte die Kapitänin nichts dagegen, „wenn wir möglichst lange die Tabellen anführen würden“.

„Wir wollen um den Aufstieg mitspielen“, hatte Petra Heuberger, Mannschaftsführerin des Zweitliga-Absteigers DJK Offenburg, vor der Saison als Ziel ausgegeben. Das Team aus dem Schwarzwald hat als Tabellenzweiter allerdings drei Punkte weniger auf dem Konto als der Liga-Primus aus Langweid. Die beiden 2:6-Auswärtsniederlagen gegen den TTC Langweid und TuS Fürstenfeldbruck sowie das 5:5-Remis beim BSC Rapid Chemnitz bezeichnet Heuberger als „bisherige Tiefen“ und hatte schnell einen Grund für die Resultate parat. „Wir mussten jeweils einem 0:2-Rückstand nach den Doppeln hinterher laufen.“ Positiv seien die Leistungen von Jana Kirner mit einer 9:6-Bilanz an Position zwei und die starken Auftritte von Theresa Lehmann im hinteren Paarkreuz gewesen. Lehmann entschied neun Partien für sich und kassierte ihre bislang einzige Saisonniederlage gegen Franziska Lasch (BSC Rapid Chemnitz). Für die Rückrunde hat sich das Team vorgenommen, Platz zwei erfolgreich zu verteidigen.

Mit zwei Niederlagen gegen die DJK Offenburg (1:6) und den TTC Langweid (4:6) startete der SV DJK Kolbermoor II in die Spielzeit. In den nachfolgenden sieben Begegnungen musste die Erstliga-Reserve neben sechs Siegen nur noch eine Pleite beim TTC Bietigheim-Bissingen (2:6) einstecken. „Im Großen und Ganzen verlief die Hinrunde für uns zufriedenstellend“, sagt Betreuer Michael Fuchs. „Die Ergebnisse gegen Offenburg sowie Langweid gehen in Ordnung. Etwas überraschend kommt dagegen die Niederlage gegen Bietighei-Bissingen.“ Die ehemalige ungarische Nationalspielerin und heutige Verbandstrainerin in Bayern, Krisztina Toth, erwies sich nach Meinung von Fuchs als „erhoffter Rückhalt“ und verlor keines ihrer acht Einzel. Aber auch die beiden Schüler-Nationalspielerinnen, Naomi Pranjkovic und Laura Kaim, „haben sich gut weiter entwickelt“. Der Tabellendritte möchte sich in der zweiten Saison-Hälfte „im vorderen Mittelfeld behaupten“.

Zwei Nachbarn auf der Landkarte auch in der Tabelle eng beieinander

Sandra Peter, Betreuerin des Vierten TuS Fürstenfeldbruck, blickt gerne auf zwei „Highlight-Spiele“ der Hinrunde zurück. Das Duell mit dem TTC Langweid (4:6) habe nach Meinung von Peter „eigentlich keinen Verlierer verdient gehabt“. Erst in den letzten zwei Partien setzte sich der Spitzenreiter durch. Maria Krazelova bezwang Janine Hanslick mit 16:14 im fünften Satz und Martina Erhardsberger behauptete sich gegen Stefanie Felbermeier (12:10 im letzten Abschnitt). „Leider haben wir hohe Führungen und insgesamt neun Matchbälle nicht nutzen können“, ärgerte sich Sandra Peter. „Dass wir bei kompletter Aufstellung des Tabellenführers überhaupt eine Siegchance besaßen, hatten wir im Vorfeld nicht gedacht.“ Positiv überraschte das Peter-Team beim 6:2-Heimsieg gegen die DJK Offenburg. „Die gesamte Mannschaft erwischte einen klasse Tag.“ Spitzenspielerin Katerina Tomanovska (13:3-Bilanz) und Janine Hanslick (7:2 an Position drei) hebt Sandra Peter heraus. Zwei Punkte beträgt aktuell der Rückstand zum Drittplatzierten aus Kolbermoor. „Wir würden gerne unter die Top 3 kommen. Das hängt aber immer davon ab, ob wir komplett spielen können und wie die Aufstellung des Gegners aussieht.“

Dass der TSV Schwabhausen II als Tabellenfünfter bereits neun Spielerinnen eingesetzt hat, kommt für Cheftrainer Alexander Yahmed nicht überraschend. „Wir wollen unseren Mädchen immer wieder die Möglichkeit geben, in der Liga Erfahrungen zu sammeln.“ Vier Siege, ein Unentschieden sowie vier Niederlagen sind das bisherige Ergebnis. Acht der neun Punkte wurden in der heimischen Heinrich-Loder-Sporthalle geholt. Wenn das Team aus dem Landkreis Dachau mit Sarah Mantz, Christina Feierabend, Eva-Maria Maier und Cristina Tugui antritt, zählt es ohne Frage zu den besten Mannschaften der Liga. „Wir haben die Spiele, in denen wir punkten wollten, gewonnen“, verrät Yahmed und spielt damit auf die 6:0-Erfolge gegen beide Mannschaften des BSC Rapid Chemnitz, den 6:2-Sieg gegen die TTG Süßen sowie das 6:3 gegen den TSV Betzingen an. Auch weiterhin verfolgt das TSV-Quartett die Vorgabe, „so früh wie möglich die Punkte für den Klassenerhalt einzufahren. Die Mannschaft befindet sich auf einem guten Weg.“

Ab Tabellenplatz sieben beginnt die Abstiegsregion

Ebenfalls ein ausgeglichenes Punktekonto von 9:9-Zählern weist der BSC Rapid Chemnitz als Sechster auf. Mannschaftsleiterin Kirstin Neubert macht gar kein Geheimnis daraus, „dass wir uns durchaus den einen oder anderen Punkt mehr erhofft hatten“. Ex-Nationalspielerin Nicole Delle kam auch in der Hinrunde nur in den Heimspielen zum Einsatz. Der Aufsteiger TTC Bietigheim-Bissingen hat sich nach Ansicht des Vorsitzenden Matthias Grünenwald auf Position sieben „sehr gut verkauft und eine überragende Vorrunde abgeliefert“. Mit den Schwestern Alexandra und Annett Kaufmann hatte der Liga-Neuling schließlich kurzfristig auf zwei fest eingeplante Spielerinnen verzichten müssen (wir berichteten). Eine überragende Leistung zeigte Karolina Mynarova mit einer 15:3-Bilanz an Position eins. Als Höhepunkt bezeichnet Grünenwald das 5:5-Unentschieden beim TTC Langweid. „Überleben und den Klassenerhalt schaffen“, lautet die Devise des TTC-Vorsitzenden. Aktuell beträgt der Vorsprung zu einem Abstiegsplatz drei Punkte. Das gilt auch für den Achten BSC Rapid Chemnitz II. „Die Mannschaft hat sich sehr gut in der Liga etabliert“, freut sich Kirstin Neubert. Die 6:3-Siege gegen den TTC Bietigheim-Bissingen und TuS Fürstenfeldbruck sowie Erfolge gegen die TTG Süßen (6:4) und TSV Betzingen (6:2) bezeichnet die Mannschaftsleiterin als „sehr wichtig. Für uns geht es auch weiterhin nur um den Klassenerhalt. Die Teams liegen sehr eng beieinander.“

Als Tabellenvorletzter müsste der TSV Betzingen aktuell aufgrund eines Rückstandes von drei Punkten zum rettenden achten Platz wieder den Gang zurück in die Regionalliga antreten. Doch neun Begegnungen liegen noch vor dem Aufsteiger. „Wir waren überrascht von unserem tollen Start. Danach lief es nicht mehr optimal“, berichtet Abteilungsleiter Gerald Horner. Die fünf Punkte wurden bereits in den ersten drei Partien gegen den TTC Bietigheim-Bissingen (5:5), die TTG Süßen (6:2) und den BSC Rapid Chemnitz (6:3) geholt. Chancen auf einen Punktgewinn bestanden auch im Rahmen des Hinrundenfinals beim TTC Langweid (4:6). Ein Sonderlob hat Horner für Alexandra Schankula parat, die nach der Geburt ihres zweiten Sohnes bei allen Spielen mitwirkte und damit „den Spagat zwischen spielen und stillen bewundernswert geschafft hat“. Als bisheriges Problem macht der Abteilungschef die Leistungen in den Doppeln aus. „Das ist kein Wunder bei drei Linkshänderinnen.“ Trotzdem hofft das TSV-Team noch auf den Ligaverbleib. „Das wird allerdings extrem schwer.“

Kein Sieg, kein Unentschieden und neun Niederlagen: Die TTG Süßen befindet sich abgeschlagen am Ende der Tabelle. Bereits nach der Hinrunde beträgt der Rückstand zu einem Nichtabstiegsrang acht Zähler. „Die erste Saisonhälfte verlief sehr unglücklich“, sagt Spitzenspielerin Katharina Sabo, die aufgrund von Rückenproblemen auch noch zwei Partien ausgefallen war. Gegen die beiden Teams des BSC Rapid Chemnitz sowie gegen den TTC Bietigheim-Bissingen und den SV DJK Kolbermoor II gab es zudem 4:6-Niederlagen. „Das war schon sehr bitter.“ Für die Rückrunde hat sich die Mannschaft vorgenommen, „das Beste zu geben, jeden Gegner zur ärgern und als Team Spaß zu haben“.

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