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Kurz vor dem Abflug: Sabine Winter (l.) und Petrissa Solja (Foto: Kruschel)
Historisch: 50 Jahre Ping-Pong-Diplomatie / Erste WM in den USA und auf dem amerikanischen Kontinent überhaupt

Team Deutschland auf dem Weg zur historischen WM in Houston

SH 19.11.2021

Frankfurt/Main. Um kurz nach 10 Uhr in Deutschland hob am Freitagmorgen der Großteil der deutschen Delegation vom Frankfurter Flughafen Richtung US-amerikanisches Houston in Texas ab, wo am Dienstag die Individual-Weltmeisterschaften beginnen. Im 50. Jubiläumsjahr des Beginns der Ping-Pong-Diplomatie ist es die erste WM in den USA und sogar auf dem amerikanischen Kontinent - Nord- und Südhälfte zusammengenommen - überhaupt. Die Geschichtsschreibung hat den roten Teppich also ausgerollt für die Athletinnen und Athleten, die im George R. Brown Convention Center Historisches leisten wollen und können.

Deutschlands Nummer eins bei den Damen, Petrissa Solja, ist wohlbehalten vom Bundeswehr-Lehrgang zum Damen-Team gestoßen. Europe-Top-16-Gewinnerin Nina Mittelham, die Dauerbeschäftigte der vergangenen Wochen und Monate mit zwei Europameisterschaften, den Olympischen Spielen, der Europarangliste Top 16, WTT-Turnieren, Champions League und Bundesliga, geht wie Solja in Einzel, Doppel und Mixed an den Start. Ihr Ziel: „Ich versuche, die positive Energie von den letzten Turnieren mit in die WM zu nehmen und versuche, das Jahr mit einem Erfolgserlebnis oder einem guten Wettkampf abschließen kann“, sagte sie kurz vor dem Abflug gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Boll reist am Samstag hinterher

Einzig Timo Boll ist von den Spielern noch in Deutschland. Der WM-Dritte von Rotterdam reist den Kolleginnen und Kollegen am Samstag hinterher. „Das Anpassen an die Zeitverschiebung bei Flügen in westliche Zeitzonen wie nach Amerika fällt mir leichter als nach Asien. Daher sollten drei Tage reichen“, sagte der Weltranglistenelfte im Live-Video-Chat auf seinem YouTube-Kanal am Donnerstagabend, wo ihm die Fans mehr als eine halbe Stunde lang diverse Fragen stellen konnten. „Nicht selten haben wir nur einen Tag, bevor ein Turnier losgeht. Drei Tage sind schon viel. Daher wird das hoffentlich kein Problem für mich.“

Schon in den Tagen zuvor stellte er sich auf die neue Zeit ein, trainierte später am Abend und versuchte, am Morgen etwas länger zu schlafen, wie er seinen Fans verriet. Die Frage, ob er seinen Nationalteamkollegen Dimitrij Ovtcharov bei der WM vermissen werde, bejahte er. Der Olympia-Dritte im Einzel von Tokio, Ovtcharov, musste seinen Start nach einer Knöchel-Operation Ende Oktober absagen.

„Er ist ein guter Freund von mir und es tut mir sehr leid für ihn, dass er nicht dabei sein kann. Er war in einer großartigen Form bei und nach den Olympischen Spielen, und es ist natürlich eine verpasste Chance, um bei der WM eine Medaille zu gewinnen. Aber es ist immer die richtige Entscheidung, auf seinen Körper zu hören“, so Boll.

AGM stimmt am 24. November über Weikerts Nachfolgerin ab

Auch Sportpolitik wird im Rahmen dieser WM gemacht: Unter anderem stimmt die ITTF-Vollversammlung beim hybrid durchgeführten Annual General Meeting am 24. November über die Nachfolge des nicht mehr kandidierenden ITTF-Präsidenten Thomas Weikert ab. Die Schwedin Petra Sörling ist die einzige Kandidatin für das höchste Amt des nach Mitgliedsnationen weltgrößten Sportverbands. Auch die übrigen ITTF-Präsidiumsmitglieder werden neu gewählt.

Daneben wird die WM 2024 vergeben. In einer Videokonferenz vor Turnierbeginn hatten die Konkurrenten Südkorea mit Busan, Argentinien mit der Hauptstadt Buenos Aires und Indien, wo die Vorrunden in Bhubaneswar und Panchkula sowie die K.-o.-Runde in Delhi stattfände, die Vorzüge ihrer Austragungsorte präsentiert. Das Meeting des sportpolitisch ebenfalls bedeutungsvollen Board of Directors ist am 27. November.

Das Aufgebot des DTTB bei den WM in Houston/Texas

Herren
Timo Boll (Verein: Borussia Düsseldorf, Weltrangliste: 11)
Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT, WR: 14)
Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, WR: 36)
Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt, WR: 45)
Dang Qiu (Borussia Düsseldorf, WR: 47)

Damen
Petrissa Solja (TSV 1909 Langstadt, WR: 19)
Han Ying (KTS Tarnobrzeg/Polen, WR: 21)
Nina Mittelham (ttc berlin eastside, WR: 31)
Shan Xiaona (ttc berlin eastside, WR: 37)
Sabine Winter (SV Schwabhausen, WR: 99)

Herren-Doppel
Timo Boll/Patrick Franziska
Benedikt Duda/Dang Qiu

Damen-Doppel
Shan Xiaona/Petrissa Solja
Nina Mittelham/Sabine Winter

Mixed
Patrick Franziska/Petrissa Solja
Dang Qiu/Nina Mittelham

Trainerteam und Delegationsleitung
Richard Prause (Sportdirektor), Tamara Boros (Bundestrainerin Damen), Jörg Roßkopf (Bundestrainer Herren), Lars Hielscher (Cheftrainer Düsseldorf), Sascha Nimtz (Wissenschaftskoordinator, IAT Leipzig), Ralph Färber (Athletiktrainer, Olympiastützpunkt Hessen in Frankfurt am Main) Rainer Kruschel (Delegationsleiter und DTTB-Leistungssportreferent)

Medizinisches Team
Dr. Antonius Kass (Teamarzt), Dr. Christian Zepp (Sportpsychologischer Experte), Birgit Schmidt und Annette Zischka (Physiotherapeutinnen, OSP Hessen)

Schiedsrichter-Team der ITTF
Kerstin Duchatz (Düsseldorf), Nico Zorn (Wuppertal)

Offizielle DTTB-Vertreter in ITTF-Gremien
Michael Geiger (AGM-Delegierter), Matthias Vatheuer (AGM-Delegierter), Heike Ahlert (DTTB-Vizepräsidentin Leistungssport, ETTU-Vizepräsidentin, Mitglied im ITTF Board of Directors), Dr. Torsten Küneth (Equipment Committee), Manfred Schillings (ITTF Media Committee und DTTB-Presse & -Kommunikation)

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