Ein Infekt ist der Grund seiner Aufgabe: Timo Boll (Foto: MS)
Fieber über Nacht zwingt Boll zur Absage beider Wettbewerbe

Timo Boll muss auch im Doppel passen

MS 25.04.2019

Budapest. Bis zum späten Nachmittag hatten Timo Boll und die sportliche Leitung des Deutschen Tischtennis-Bundes auf Besserung gehofft, doch vergeblich: Der Weltranglistenfünfte kann wegen noch einmal weiter angestiegenen Fiebers am Abend nicht um 18 Uhr zu seinem Viertelfinalmatch im Doppel an der Seite von Patrick Franziska antreten. Zuvor bereits hatte der WM-Dritte von 2011 sein Achtelfinale im Einzel gegen den Südkoreaner Jang Woojin, das um 13 Uhr hätte stattfinden sollen, absagen müssen.

Sportdirektor Richard Prause überbrachte den WM-Organisatoren und den Medienvertretern die bittere Nachricht: „Das Fieber von Timo hat sich seit dem Vormittag noch einmal erhöht und ist auf 39,1 gestiegen. Außerdem hat er angefangen, sich übergeben. Wir gehen davon aus, dass es ein Virus ist. Er liegt im Bett und kann nicht aufstehen. Ans Spielen ist überhaupt nicht zu denken.“

Umso bitterer bei guter Einzel-Auslosung

Die Erkrankung ereilte Boll förmlich über Nacht. Prause: „Timo ist um fünf Uhr wach geworden, hat sich krank und unwohl gefühlt und sofort unsere medizinische Abteilung kontaktiert. Es ist dann hohes Fieber festgestellt und alles versucht worden, um das Fieber zu senken. Wir haben natürlich bis zum Schluss gehofft, dass es im Laufe des Tages besser wird und vielleicht eine Chance da ist, noch am Abend im Doppel anzutreten. Aber das war unmöglich: Die Gesundheit steht ganz eindeutig im Vordergrund.“

Die kurzfristig notwendige Absage im Einzel und im Doppel ist noch ärgerlicher, da es neben der bereits sicheren Medaille im Mixed – heute Abend um 20 Uhr spielen Franziska/Petrissa Solja um den Einzug in das Finale – auch im Einzel und Doppel berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall gab. Nochmals Sportdirektor Prause: „Die Absage ist umso bitterer, da durch die Konstellation des Turnierverlaufes die ganze Turnierhälfte offen ist und diesmal in jedem Fall ein Nicht-Chinese in das Finale einziehen wird. Timo, der selbst sehr enttäuscht ist, nicht antreten zu können, hätte in bester körperlicher Verfassung sicherlich ein Wort mitreden können. Auch im Doppel war eine gute Chance da, mindestens in das Halbfinale einzuziehen.“

Apolonia/Monteiro wären lieber sportlich ins Halbfinale eingezogen

Auch die Gegner von Boll und Franziska, die Portugiesen Tiago Apolonia und Joao Monteiro, die nun die erste WM-Medaille im Herren-Doppel in der WM-Geschichte Portugals gewinnen, hätten die Entscheidung lieber am blauen Tisch ausgetragen. Joao Monteiro: „Wir hätten viel lieber gespielt, als eine Medaille kampflos zu gewinnen.“

Herren-Doppel,Viertelfinale am Donnerstag
Timo Boll/Patrick Franziska - Tiago Apolonia/Joao Monteiro 0:4 (kampflos, Aufgabe der Deutschen wegen Erkrankung Bolls)
Ovidiu Ionescu ROM/Alvaro Robles ESP - Mattias Falck/Kristian Karlsson SWE 4:0 (5,7,11,9)
Ma Long/Wang Chuqin CHN - Jeoung Youngsik/Lee Sangsu KOR 4:2 (-7,6,5,-8,6,9)
Liang Jingkun/Lin Gaoyuan CHN - Ho Kwan Kit/Wong Chun Ting HKG 4:0 (9,12,11,9)

Herren-Einzel, Viertelfinale am Freitag
Ma Long CHN - Lin Gaoyuan CHN, 12 Uhr
Liang Jingkun CHN - Koki Niwa JPN, 13 Uhr
Mattias Falck SWE - Simon Gauzy FRA, 18 Uhr
An Jaehyun KOR - Jang Woojin KOR, 19 Uhr

 

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