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Geniales Debüt in Weinheim: Bruna Takahashi, aktuelle Nummer 45 der Weltrangliste (Bild: Armin Schimkat).
TTC 1946 Weinheim – TSV Langstadt 5:5

Tolles Bundesliga-Derby endet mit Punkteteilung

Dr. Stephan Roscher 17.10.2021

Weinheim. In einem packenden Duell trennten sich am Sonntagnachmittag Aufsteiger TTC 1946 Weinheim und der TSV Langstadt vor 135 Fans mit einem leistungsgerechten Remis. Für die Langstädterinnen war es dennoch gefühlt so etwas wie eine kleine Niederlage. War man doch in der erklärten Absicht nach Weinheim gefahren, zwei Punkte nach Südhessen mitzunehmen. Doch der Gastgeber hatte mit Bruna Takahashi und Lisa Lung zwei Trumpf-Asse im Ärmel. 

Zwar trennen die Grenze zwischen Hessen und Baden-Württemberg sowie 60 Kilometer von Halle zu Halle die Klubs voneinander, doch beide verstehen es als Derby – und somit darf es auch als ein solches gelten, zumal es für beide mit deutlichem Abstand jeweils der am nähesten residierende Ligarivale ist. 

Krämer hatte den Derby-Sieg auf dem Schläger 

Sportlich war es deshalb für die Langstädterinnen ein wenig ärgerlich, da man nach ausgeglichenem Verlauf und engen Matches, die bis dahin stets – im Doppel wie in den Einzel-Paarkreuzen – ein 1:1 brachten, dicht vor einem 6:4-Erfolg stand. Tanja Krämer hätte „nur“ ihr letztes Spiel gegen die 22-jährige Belgierin Lisa Lung, die allerdings zuvor schon beim Sieg über Franziska Schreiner bärenstark gespielt hatte, gewinnen müssen. Mit 2:1 hatte die ehemalige Deutsche Einzelmeisterin nach Sätzen geführt, dann den Satzausgleich hinnehmen müssen und im Entscheidungsdurchgang mit 4:1, 5:3 und 8:5 geführt, doch ihre Gegnerin kämpfte sich Punkt um Punkt heran, lag plötzlich mit 10:8 in Front und gewann mit 11:9. Somit wurde es also wieder lediglich ein Punkt für das Team aus Hessen, wie schon acht Tage zuvor gegen Schwabhausen.   

Takahashi mit überragendem Bundesliga-Debüt 

Doch es war nicht nur Lisa Lung, die den Langstädterinnen keine zwei Punkte gönnte. Weinheims Nummer eins, die erstmals in dieser Saison eingesetzte Weltklasse-Brasilianerin Bruna Takahashi, dachte nicht im geringsten daran, Geschenke zu verteilen. Sie ausgerechnet im Derby zu bringen, war schon ein personeller Coup, einer, der sich auszahlte.   

Sehr gut spielen zu können ist eine Sache, dies aber auch auf Anhieb bei der Bundesliga-Premiere abzurufen und drei Punkte in einer Partie zu ergattern, zwei davon im Einzel gegen gestandene deutsche Nationalspielerinnen wie Petrissa Solja und Chantal Mantz, darf als herausragende Leistung gelten und verdient Anerkennung. Ja, man muss einräumen, dass Petrissa Solja, immerhin die Nummer 18 der Welt, gegen die 21-jährige Takahashi beim 0:3 (9:11, 5:11, 8:11) zumindest an diesem Tag ohne echte Chance war. Und das Doppel der Südamerikanerin mit Daria Trigolos funktionierte ohne Anlaufzeit auch vorzüglich (11:9, 11:8, 11:7 gegen Krämer/Schreiner).  

Auf Längstädter Seite trugen sich Petrissa Solja und Chantal Mantz, beide gegen die Weißrussin Daria Trigolos, sowie Tanja Krämer und Franziska Schreiner, beide gegen Jennie Wolf, und ferner das Doppel Solja/Mantz (3:1 gegen Säger/Wolf) in die Siegerliste ein. 

„Sensationell für uns!“ – Stimmen zum Spiel

Christian Säger war rundum begeistert: "Sensationell für uns! Bruna Takahashi absolut überragend. 3:0 gegen Solja und ein Wahnsinns-Spiel beider, bei dem Takahashi immer die bessere Antwort hatte.“ Weinheims Macher und Manager fügte hinzu: „Lisa Lung genauso mit zwei wichtigen Punkten hinten. Und Daria Trigolos führte 2:0 gegen Mantz, da wäre fast mehr möglich gewesen. Aber unter dem Strich sind wir mehr als zufrieden. Es war ein toller Mittag für die Zuschauer.“ 

„Das Ergebnis zeigt, wie stark diese Saison die Liga besetzt ist“, stellte TSV-Coach Thomas Hauke fest. „Für jeden Punkt muss man an die Schmerzgrenze ran und das haben wir heute geschafft. Das war Werbung für Tischtennis.“ Hauke ergänzte: „Ein Kompliment geht auch an Weinheim, die alles reingehauen haben und sich mit Takahashi sehr zielorientiert verstärkt haben.“

"Das Spiel war ein Spiegelbild unserer Begegnung gegen Schwabhausen“, so Langstadts Sportlicher Leiter Manfred Kämmerer. „Ein Doppel und alle Spielerinnen punkten einmal. Beim Gegner eine überragende Takahashi und eine sehr starke Lung. Die Liga ist sehr ausgeglichen und jedes Spiel ist schwer. Wir bleiben erst mal ungeschlagen, doch die kommenden Spiele werden nicht einfacher.“   

Beide müssen als nächstes gegen eastside ran 

Der TSV Langstadt steht mit nunmehr 4:2 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz, alles in allem ein ordentlicher Saisonstart aber auch nicht berauschend. Wenn sämtliche Spielerinnen gegen die besseren Mannschaften immer 1:1 spielen, reicht es nicht zu mehr. Doch die Saison ist ja noch lang. Ob es allerdings bereits im nächsten Spiel besser wird, erscheint fraglich. In 14 Tagen machen Solja und Co. nämlich beim Abonnementsmeister und Triple-Sieger ttc berlin eastside ihre Aufwartung. Um auch von dort einen Punkt mitzunehmen, müsste jede Spielerin einen Traumtag erwischen. 

Bei Weinheim zeigt die Tendenz nach oben, auch wenn sich dies noch nicht in der Tabelle niederschlägt, in der man momentan mit 2:6 Zählern auf Platz sieben steht. Doch die letzten beiden Resultate – 5:5 in Kolbermoor, 5:5 gegen Langstadt – deuten schon eine Richtung an. Am kommenden Sonntag wird es aber zunächst einmal megaschwer, denn Berlin gibt seine Visitenkarte im Nordbadischen ab. Danach stehen mit Weil (07.11.) und Böblingen (12.12.) Gegner auf Augenhöhe auf dem Programm, gegen die der erste Bundesligasieg gelingen soll - zumindest gegen einen von ihnen.              

 

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