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Torben Wosik (Foto: Verein, Montage: SH)
Der Olympia-Teilnehmer von 2004, EM-Finalist und Deutsche Einzel-Meister Mittlerweile fühlt in Liga zwei rundum wohl

Torben Wosik hat die sportliche Heimat bei Hertha BSC gefunden

Julian Hörndlein 27.10.2021

Berlin/Böblingen. Torben Wosik weiß, wie der Hase läuft. Der 48-Jährige hat in seiner Tischtennis-Karriere viel erlebt und erreicht, er schlug in der TTBL auf, war Teil der Nationalmannschaft und spielte bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und bei den Olympischen Spielen in Athen 2004. Mittlerweile spielt für Hertha BSC Berlin in der 2. Bundesliga – und fühlt sich dort rundum wohl.

„Die zweite Liga ist die Liga, in der ich mich sehe“, sagt Wosik über sein Engagement in dem Verein. Eine Rückkehr in die TTBL ist für ihn nicht mehr das Ziel, auch wenn er nach dem Pokalspiel gegen Grünwettersbach das Kompliment gehört hatte, er könne im Oberhaus spielen. Die 2. Bundesliga gefällt Wosik auch aufgrund ihrer Ausgeglichenheit. „Der Letzte kann den Ersten schlagen“, meint er. Wichtig war ihm das Spiel gegen Saarbrücken II Mitte Oktober, die Hertha erkämpfte sich dort ein 5:5-Unentschieden. Aktuell rangiert der Verein in der unteren Tabellenhälfte, für Wosik ist das ein Ansporn: „Ich freue mich auf den Druck“, sagt er.

Die Corona-Pause als Einschnitt

Die Corona-Zeit war für den Routinier nicht einfach. „Die Jungen haben immer spielen können, als Älterer verliert man dann aber die Spannung“, erklärt Wosik. Ein Jahr lang habe es keine Wettkämpfe gegeben. Auch beruflich hat er die Zeit gespürt, eine Zeit lang musste seine Tischtennis-Akademie geschlossen bleiben. Seit 2010 betreibt Wosik in Böblingen seine Schule, wo er Tischtennisbegeisterte im Alter von zehn bis 72 Jahren trainiert. Die Entscheidung, eine Tischtennis-Schule zu gründen, hatte er nach dem Sieg bei der Deutschen Meisterschaft 2008: „Ich habe mir überlegt, was ich machen möchte und mich zwischen Mannschaftstrainer und Tischtennis-Schule entschieden“, erklärt er. Der persönliche Kontakt zu seinen Kunden sei ihm wichtig; er möchte die Spielerinnen und Spieler individuell weiterbringen. Gerade nach der Corona-Pause seien viele sehr motiviert: „Die Kunden sind total heiß darauf, wieder Tischtennis spielen zu können“, sagt er. Wosik startet nun wieder mit eigenen Lehrgängen Ende November und Ende Dezember. Auch im Tischtennis-Training ist die Welt digitaler geworden.

An seine Zeit an der deutschen Tischtennisspitze denkt Wosik regelmäßig und positiv zurück. „Ich habe immer Erinnerungen“, sagt er schmunzelnd. Stark im Kopf geblieben ist ihm die Europameisterschaft 2003 und der Gewinn der Silbermedaille. Geprägt hat ihn besonders seine Zeit mit Trainer Glenn Östh. „Von ihm nehme ich ganz viel mit in die Tischtennis-Schule“, sagt Wosik.

Trainerdasein verbessert den eigenen Stil

Seit Eröffnung der Schule hat sich auch Wosiks eigener Spielstil verändert: „Ich habe Schläge erlernt, die mir früher gefehlt haben“, sagt er. Den Wandel erklärt er mit dem Training in seiner Schule. „Dein Gehirn arbeitet selbst mit“, sagt er. Als Trainer werde man gezwungen, mehr selbst zu machen, die eigenen Bälle werden schneller. Wosik lebt für seine Schule, ist eigentlich jeden Tag in der Halle. „Es ist anstrengend und schön“, sagt er. Er selbst trainiert viermal pro Woche mit den Bundesliga-Damen des SV Böblingen.

Seine spielerische Heimat hat er bei Hertha BSC gefunden. Zwar läuft Wosiks Vertrag zum Ende der Saison aus, er möchte der Hauptstadt jedoch die Treue halten: „Ich möchte unbedingt in Berlin bleiben“, sagt er. An einen Abschied vom Spitzen-Tischtennis denkt er noch nicht. „Solange ich noch gut spielen kann, möchte ich das auch tun“, meint er.

Nächste Partien mit Berlin: Rückkehr in die alte Heimat

Vier Partien stehen für Wosiks Berliner in der Vorrunde noch an. Das nächste Heimspiel ist am Samstag gegen den Tabellenzweiten TTC indeland Jülich. Eine Woche darauf kehrt der Tischtennis-Linkshänder, der im übrigen Leben kurioserweise Rechtshänder ist (Wosik: "Ohne Schläger habe ich kein Gefühl in der linken Hand."), zurück in die alte Heimat. Für den in Hamm gebürtigen Westfalen geht es am 7. November gegen den TTC GW Bad Hamm, seinen Heimatverein, dem er 1978 als Fünfjähriger beigetreten und für den er bis zu seinem Wechsel zu Borussia Düsseldorf 1987 aktiv war.

Das Team von Hertha BSC Berlin

1. Philipp Floritz
2. Jakub Kosowski POL
3. Torben Wosik
4. Fedor Kuzmin RUS
5. Hartmut Lohse

Doppel: Floritz/Wosik, Kosowski/Lohse, Kosowski/Kuzmin

Die letzten Partien der Berliner in der Vorrunde

Samstag, 30. Oktober, 16 Uhr
Berlin - TTC indeland Jülich / Ort: Ernst-Reuter-Schule, Bernauer Straße 89, 13355 Berlin

Sonntag, 7. November, 15 Uhr
TTC GW Had Hamm – Berlin / Ort: Gymnasium Hammonense, An der Schleuse, 59065 Hamm

Sonntag, 14. November, 14 Uhr
NSU Neckarsulm – Berlin / Ort: Ballei, Deutschordensplatz 1, 74172 Neckarsulm

Samstag, 4. Dezember, 16 Uhr
Berlin – 1. FSV Mainz 05 / Ort: Ernst-Reuter-Schule, Bernauer Straße 89, 13355 Berlin

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