Tomislav Konjuh, Hygienebeauftragter des TTV Gärtringen, bei der Desinfektion der Tische (Foto: Holzapfel)
Nach reibungloser Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung schnell wieder an die Tische

TTV Gärtringen: Fast schon alles wieder beim Alten

Thomas Holzapfel 14.07.2020

Gärtringen. Covid-19 hat die Welt verändert. Zwar sorgen die Maße des Tisches automatisch für einen idealen Distanzhalter und machen Tischtennis zu einer der risikofreiesten Sportarten. Doch ohne maßgeschneiderte Schutz- und Hygienekonzepte öffnen sich auch nach dem Lockdown keine Hallen. Wir präsentieren Ihnen Vereine, in denen wieder Tischtennis gespielt wird. Heute: Der TTV Gärtringen.

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Heute: Der TTV Gärtringen

Der TTV Gärtringen nimmt mit insgesamt zwölf Mannschaften am Spielbetrieb des TT Baden-Württemberg (TTBW) teil und trainiert an drei Abenden in der Woche. Den Bericht über den Wiedereinstieg des TTV ins Training nach der Corona-Zwangspause schrieb Thomas Holzapfel. Der Autor ist seit Jahrzehnten Pressewart des TTV und spielt seit seiner Jugend bei seinem Heimatverein Tischtennis. Seit seinem 17. Lebensjahr ist Thomas Holzapfel in der Pressearbeit aktiv. Unter anderem bekleidete er von 2007 bis 2013 das Amt des Ressortleiters Medien im TTV Württemberg-Hohenzollern und ist auch heute noch Teil des TTBW-Medienteams.

100 Tage nach dem Lockdown kam wieder Leben in die Halle

Knapp 100 Tage nach dem Lockdown im Tischtennissport fanden sich in der vergangenen Woche erstmals wieder Tischtennisspieler des TTV Gärtringen in ihrer Sporthalle ein, um gemeinsam ihrem Hobby zu frönen. Dies alles freilich unter Einhaltung der vorgegebenen Hygieneauflagen, die in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung verabschiedet wurden. Die Zwischenbilanz fällt positiv aus. „Bis dato läuft an den Übungsabenden alles reibungslos ab und die Trainingsteilnehmer hielten sich an die Vorgaben“, sagt TTV-Hygienebeauftragter Tomislav Konjuh.

Ungewohntes Szenario

Etwas ungewohnt stellt sich das Szenario zumindest am ersten Trainingsabend nach der Corona-Pause dar. Jugendleiterin Christiane Lay und Tomislav „Tommi“ Konjuh marschierten, ausgestattet mit Mund- und Nasenschutz, einem Eimer samt Lappen und Desinfektionsmitteln, durch die Sporthalle, dies immer mit dem Ziel, zusammen mit einem Dutzend TTV-Mitglieder einen gelungenen Restart zu vollziehen. Die Trainingsteilnehmer, darunter auch einige Jugendliche, mussten sich im Vorfeld anmelden und konnten dann – nach Aufbau einer eigenen Spielbox und mit desinfizierten Händen - wieder den kleinen Plastikball über das Netz jagen.

Taskforce schafft die Voraussetzungen für den Wiedereinstieg

Im Vorfeld hatte sich Tomislav Konjuh bereit erklärt, als Hygienebeauftragter für den Verein zu fungieren, eine eigens gegründete Taskforce sorgte dafür, dass die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs geschaffen wurden. „Natürlich sind alle im Vorstand und im Hygieneteam froh, dass es wieder in die Halle geht. Die lange Durststrecke mit abgebrochener Saison und den Hallenschließungen war in gewisser Weise schmerzhaft, aber natürlich notwendig“, sagt Konjuh, der auch beruflich in Lehrerfunktion mehr als andere von der Corona-Thematik betroffen ist. Selbst als Spitzenspieler im Gärtringer Landesligateam aktiv, sehnte er die Wiedereröffnung der Sporthalle herbei. „Prima, dass wir wieder an die Tische können, bis auf das Auf- und Abbauprozedere, das Lüften zwischendurch und der noch nicht vorhandenen Möglichkeit des Duschens nach dem Sport ist im Prinzip fast alles beim Alten“, so Konjuh.

Reibungslose Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung

Der TTV-Vorsitzende Maximilian Bühler zieht anhand der gesammelten Erfahrungen nach den ersten Wochen ein positives Zwischenfazit. „Im Großen und Ganzen war das vereinsintern eine runde Sache. Untereinander gab es keine Unstimmigkeiten. Innerhalb unseres gegründeten Hygieneteams konnten wir die Herausforderungen für die Wiedereröffnung sehr gut meistern und zügig unser Konzept erarbeiten.“ Lobende Worte findet Bühler für die Gemeindeverwaltung. „Nachdem die Spielregeln kommuniziert wurden, lief alles reibungslos und aus Vereinssicht auch mit der gebotenen Schnelligkeit, um unsere Mitglieder rechtzeitig über die Entwicklungen zu informieren. Auch auf Rückfragen wurde schnell und kompetent reagiert, man hatte hier das Gefühl, dass die Vereine in dieser Angelegenheit Priorität haben.“

Talente gehen beim TTV durch Corona nicht verloren

Was die Resonanz der Mitglieder an den ersten Übungseinheiten anbetrifft, zeigten sich vor allem die Verantwortlichen im Jugendbereich positiv angetan. „Gefühlsmäßig waren alle Jugendliche heiß auf das erste Training nach der langen Pause. Lediglich mit dem Anfängertraining warten wir mal noch ein bisschen. Die Sorge, dass uns durch die Coronapause vielleicht das eine oder andere Talent verloren geht, erwies sich wohl als unbegründet. Zudem haben unsere Nachwuchsspieler eine gute Disziplin an den Tag gelegt“, resümiert Jugendleiterin Christiane Lay, die schon aber zweiten Trainingswoche die Gruppen personell aufstockte.

Kapazitäten bei den Erwachsenen noch nicht ausgereizt

Bei den Erwachsenen wurden die Kapazitäten noch nicht ganz ausgereizt. „Ob dies an einer gewissen Unsicherheit hinsichtlich potenzieller Ansteckungen liegt, lässt sich schwerlich beurteilen“, sagt Tomislav Konjuh. Und Maximilian Bühler ergänzt: „Wir befinden uns in einer Phase des Jahres, in der der Trainingsandrang generell etwas rückläufig ist, da die Runde beendet ist und man an schönen Sommerabenden auch mal das Training in der Sporthalle auslässt. Andererseits hat man schon im Vorfeld gemerkt, dass einigen der Tischtennissport doch schon sehr heftig fehlte. Und man gewinnt nunmehr den Eindruck, dass die Trainingsbeteiligung wieder mehr und mehr anzieht.“ Auch bei der Hobbygruppe befindet man sich wieder in den Starlöchern. „Endlich geht es wieder los“, meinte Gruppensprecher Joe Berger.

"Gesellschaftliche Verantwortung zur Eindämmung der Virusverbreitung"

Hinsichtlich der Einhaltung der Auflagen appelliert Bühler an die Mitglieder: „Unsere trainingswilligen Mitglieder sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Dieses Bewusstsein ist auch dringend nötig, um dem Vertrauensvorschuss der Gemeinde gerecht zu werden. Gemeinsam tragen wir hier eine gesellschaftliche Verantwortung zur Eindämmung der Virusverbreitung.“ 

Zur Kompensation des Trainingsrückstands wäre es laut Tomislav Konjuh durchaus von Vorteil, wenn man während eines Großteils der Sommerferien die Möglichkeit hätte, in der Halle zu trainieren. „Wir stehen hier im Austausch mit der Gemeinde. Es bleibt abzuwarten, ob sich hier noch gewisse Zeitfenster auftun“, hält sich Maximilian Bühler diesbezüglich noch bedeckt.

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