TuS Celle (Foto: Verein)
Nord: Vizemeister der Vorsaison dominiert die Liga nach Belieben / Spannung am Tabellenende

TuS Celle kann den Sekt bereits kaltstellen

Marco Steinbrenner 28.12.2017

Frankfurt am Main. Neun Spiele – neun Siege: Der TuS Celle ist auf dem besten Weg, nach der Vizemeisterschaft in der Saison 2016/17 diesmal als Tabellenerster in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Zur Halbzeit hat das Quartett um Kapitän Nils Hohmeier einen Drei-Punkte-Vorsprung zum Aufsteiger TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell II. Eine gehörige Portion Spannung verspricht der Kampf um den Klassenerhalt. Aktuell sind fünf Teams gefährdet.

Wer soll den TuS Celle auf dem Weg in die 2. Bundesliga stoppen?

„Den Verlauf der Hinrunde hätten wir uns besser nicht vorstellen können“, gibt Nils Hohmeier, Mannschaftsführer des verlustpunktfreien Spitzenreiters TuS Celle, ehrlich zu. Neben den 18:0 Zählern besitzen die Niedersachsen zudem mit 54:12 Partien ein überragendes Spielverhältnis. Trotzdem mahnt Hohmeier vor Überheblichkeit und bewertet den 6:1-Heimsieg gegen den ärgsten Konkurrenten und Tabellenzweiten TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell II keinesfalls über. Schließlich trat die TTBL-Reserve in dieser Partie ohne die etatmäßige Nummer zwei, Qing Yu Meng, an. „Ein so deutlicher Erfolg wäre uns vielleicht nicht gelungen, wenn Fulda in Bestbesetzung gekommen wäre“, sagt der 19-Jährige. Philipp Floritz, Nils Hohmeier und Cedric Meissner verloren bislang erst jeweils ein Einzel. Besonders Meissner (9:1-Bilanz) habe sich nach Beobachtungen seines Teamkollegen Hohmeier im Vergleich zur Vorsaison „enorm gesteigert“. Trotz der souveränen Tabellenführung wissen die Schützlinge von Trainer Frank Schönemeier nur allzu gut, „dass uns Fulda, Herne, Berlin und Velbert das Leben sehr schwer machen werden. Unser Ziel bleibt unverändert der Meistertitel und der damit verbundene Aufstieg in die 2. Bundesliga.“

Johannes Hodes, Mannschaftsführer des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell II, muss gar nicht lange überlegen, um das Fazit nach der Hinrunde zu formulieren. „Sicherlich hatten wir in dem einen oder anderen Spiel das nötige Quäntchen Glück. Insgesamt wurden unsere Erwartungen jedoch mehr als erfüllt.“ Neben der einzigen Niederlage (1:6 gegen den TuS Celle) wurde nur beim 5:5-Unentschieden gegen den Mitaufsteiger und Drittplatzierten SV Union Velbert ein Zähler abgegeben. Als positive Überraschung stuft Hodes den 6:4-Sieg am ersten Spieltag gegen den Vierten, Hertha BSC Berlin, ein. Spielertrainer Qing Yu Meng überzeugte im vorderen Paarkreuz mit einer 9:3-Bilanz und hat an der Seite von Thomas Keinath noch keines seiner sieben Doppel verloren. Bei der Punkteteilung gegen das Team aus Velbert wurde Hans-Jürgen Fischer nach Angaben des Mannschaftsführers „schmerzlich vermisst“. Auch im Rückspiel gegen die Union-Akteure am 13. Januar wird der ehemalige Nationalspieler verletzungsbedingt noch nicht wieder einsatzbereit sein.

„Die Hinrunde war für uns als Neuling mit dem dritten Platz überaus erfolgreich“, stellt Harald Ricken, Abteilungsleiter des SV Union Velbert, klar. Nach der 2:6-Auftaktniederlage gegen den TuS Celle sei jedoch im Umfeld die Sorge aufgetreten, „dass es doch schwerer würde als erhofft“. Der Aufsteiger konnte sich aber, so Ricken weiter, im Verlauf der Vorrunde „prächtig steigern“ und bewies bereits am zweiten Spieltag gegen Hertha BSC Berlin (5:5) „mithalten zu können“. Weitere Unentschieden folgten gegen den TTC Ruhrstadt Herne und den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell II. Die übrigen fünf Partien wurden, bis auf eine Ausnahme gegen den TTC 1957 Lampertheim (6:4), klar gewonnen. Während der gesamten Hinrunde sei es nach Beobachtungen von Ricken den beiden Neuzugängen Lars Hielscher und Thomas Brosig gelungen, „ihre Bestform abzurufen“. Hielscher/Brosig überzeugten zudem mit einer 8:1-Doppelbilanz. Um das Saisonziel, ein Platz unter den besten fünf Teams der Liga, zu erreichen, sei die Mannschaft auf einem „guten Weg“.

Wie der SV Union Velbert kommt auch Hertha BSC Berlin als Tabellenvierter auf 13:5 Punkte. Das Team aus der Hauptstadt erwischte einen schlechten Saisonstart und verlor direkt am ersten Spieltag daheim gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell II (4:6). Die zweite Niederlage gab es beim TuS Celle (1:6). Hinzu kommt das 5:5-Remis beim SV Union Velbert. Ex-Nationalspieler und Neuzugang Torben Wosik überzeugte als Spitzenakteur mit einer 11:6-Bilanz. Dagegen gewann Deniz Aydin an Position zwei nur drei Einzel und wird in der Rückrunde die Position mit Sebastian Borchardt tauschen. Borchardt gewann 13 seiner 15 Begegnungen an Nummer drei und verlor lediglich gegen Cedric Meissner (TuS Celle) sowie Uros Gordic (TTC Ruhrstadt Herne).

Mit dem TTC Ruhrstadt Herne auf dem fünften Rang (11:7 Zähler) endet das schmale Mittelfeld der Tabelle. Geschäftsführer Arthur Schemp trauert ein wenig den Partien gegen Hertha BSC Berlin (4:6) und dem SV Unon Velbert (5:5) nach. „In diesen Spielen konnten wir nicht das Maximum herausholen.“ Die 2:6-Niederlage beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell II sei, so Schemp, „absolut zurecht gewesen“. Gegen den TuS Celle (2:6) war das Team aus dem Ruhrgebiet in Abwesenheit des Russen Lev Katsman „ebenfalls ohne echte Siegchance“. Als positive Überraschungen bezeichnet der Geschäftsführer die beiden Neuzugänge Kanak Jha und Lev Katsman, „die sowohl menschlich als auch spielerisch voll eingeschlagen haben und den Verein bereichern“. Aus terminlichen Gründen gelang es dem TTC bislang nicht, Yang Xinyu sowie Wang Chenxi (beide aus Aserbaidschan), einzusetzen. „Vielleicht klappt das ja in der Rückrunde“, gibt Arthur Schemp die Hoffnung nicht auf. Weiterhin wird an dem Saisonziel, einen Platzierung von Rang zwei bis fünf, festgehalten. „Das Vorhaben ist nach wie vor realistisch.“

Fünf Mannschaften müssen nach der Hinrunde um den Ligaverbleib zittern

Bereits beim Sechstplatzierten TTC 1957 Lampertheim (6:12 Punkte) beginnt die Abstiegszone. „Noch sind wir im Soll“, sagt Präsident Uwe van gen Hassend. Der Vorsprung zum zweiten Abstiegsplatz beträgt drei Zähler. Gegen die vier bestplatzierten Teams der Liga, TuS Celle, TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell II, SV Union Velbert und Hertha BSC Berlin, kassierten die Hessen jeweils eine 4:6-Niederlage. „Unsere Mannschaft wurde leider für den großen Kampf nicht belohnt.“ Die gesamte Hinrunde musste auf die eigentliche Nummer vier, Soroosh Amiri Nia, verzichtet werden. „Dementsprechend war der Druck für unsere übrigen drei Spieler sehr hoch.“ Der Vereinsboss ist davon überzeugt, „dass mit Nia drei bis vier Punkte mehr auf unserem Konto stehen würden. Wir hoffen, dass er in den wichtigen Rückrundenspielen mitwirkt.“ Der junge Mexikaner Mauricio Cayetano Fernandez kam als Ersatzspieler zum Einsatz und gewann kein Einzel (0:9) und Doppel (0:6). Weiterhin verfolgt der TTC das Saisonziel „sicherer Klassenerhalt“. In Bestbesetzung, davon ist Uwe van gen Hassend überzeugt, „sollten wir den sechsten Rang halten und so manch vor uns platzierte Mannschaft ärgern können“.

Bis zum sechsten Spieltag hatte der Tabellensiebte TSV Schwarzenbek lediglich einen Zähler (5:5-Unentschieden beim TTC Seligenstadt) geholt. Doch dann wurden gegen den SV Brackwede (6:3) und SV Siek (6:4) die ersten Siege eingefahren. „Wir hatten ein sehr schweres Auftaktprogramm“, blickt Mannschaftsführer Achim Spreckelsen zurück. Durch die beiden Erfolge gelang es dem Team aus dem hohen Norden, die rote Laterne als Schlusslicht der Liga abzugeben. „Im Kampf gegen den Abstieg wurde eine solide Basis geschaffen. Diese soll genutzt werden, um den Klassenerhalt zu sichern.“

Stefan Zilz, Abteilungsleiter des SV Siek, macht gar kein Geheimnis daraus, „dass die Hinrunde leider etwas enttäuschend verlief“. Beispielhaft dazu nennt Zilz die „vermeidbaren Niederlagen“ beim TTC 1957 Lampertheim (3:6) und TSV Schwarzenbek (4:6). Gepunktet hat der Tabellenachte bislang lediglich beim TTC Seligenstadt (6:0) sowie gegen den SV Brackwede (6:3). „Mit nur vier Punkten stecken wir mitten im Abstiegskampf. Unser Team hat es verpasst, sich etwas nach oben abzusetzen“, so der Abteilungschef weiter. Stefan Zilz erwartet, dass sich die vier Spieler „in der Rückrunde steigern müssen. Allerdings ist die Liga noch einmal stärker geworden.“ Gleich das erste Spiel im Jahr 2018 daheim gegen den Tabellenvorletzten TTC Seligenstadt sei „sehr wichtig“.

Apropos TTC Seligenstadt: Die Mannschaft aus Hessen wartet zur Saisonhalbzeit noch immer auf den ersten Sieg. Bislang wurde nur gegen den SV Brackwede, TSV Schwarzenbek und TTC 1957 Lampertheim einfach gepunktet. Drei Zähler bedeuten aktuell den neunten Platz, der nicht zum Klassenerhalt reicht. „Es war vor der Saison bereits klar, dass wir gegen den Abstieg spielen würden“, sagt Spitzenspieler Jannik Xu. Die drei Unentschieden sind nach Meinung des 17-Jährigen „ganz in Ordnung. Gegen die Teams aus der unteren Tabellenregion sind besonders die Doppel sehr wichtig.“ Bei den drei Einsätzen von Sven Müller-Wirth an Position zwei wurden die Remis eingefahren. Müller-Wirth blieb zwar sieglos, doch dafür konnte der Iraner Seyed Pourya Omrani im unteren Paarkreuz punkten. „Wir wollen weiterhin die Liga halten und ich denke, das wir dieses Ziel auch erreichen werden“, so Xu.

„Deutlich schlechter als erwartet“ verlief nach Meinung von Dirk Sluyter, Pressesprecher des Tabellenletzten SV Brackwede, die erste Halbserie. Die Ostwestfalen warten wie der TTC Seligenstadt ebenfalls noch auf den ersten doppelten Punktgewinn. Bislang gab es nur zwei Remis gegen den TTC Seligenstadt und TTC 1957 Lampertheim. „Diese beiden Unentschieden sind einfach zu wenig bei dieser starken Konkurrenz und dem engen Tabellenkeller.“, stellt Sluyter fest. „Jetzt wird es in der Rückrunde richtig schwer.“ Spitzenspieler Lei Yang erfüllte einmal mehr die Erwartungen der Vereinsführung mit einer 11:4-Bilanz. Auch die jungen Balazs Hutter, Dwain Schwarzer und Maximilian Dierks hätten keinesfalls enttäuscht, „sondern vielmehr ebenfalls überzeugt“. Die Doppel-Bilanz, nur zwei der 18 Begegnungen wurden gewonnen, sei nach Ansicht des Pressesprechers als „negativ“ zu bewerten. Die junge Truppe habe außerdem in Sachen Kaltschnäuzigkeit noch einiges zu lernen. Gegen Hertha BSC Berlin, den TSV Schwarzenbek sowie SV Siek wurden viele Matchbälle vergeben. Für die Rückrunde tauschen Hutter und Schwarzer die Positionen. Die Verfolgung des Saisonziels Klassenerhalt ist nach Einschätzung von Dirk Sluyter weiterhin „realistisch“.

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