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In Engelbostel-Schulenburg hatte man mit der Herbstmeisterschaft nicht gerechnet. Foto: Verein
Die Vereinsvertreter der 2. Bundesliga freuen sich auf eine spannende Rückrunde, die Ende Januar startet

Überraschung im Damen-Unterhaus: Aufsteiger Engelbostel schnappt sich die Herbstmeisterschaft

Julian Hörndlein 24.12.2025

Frankfurt/Main. Eine Liga, die auch für Überraschungen gut ist: Am Ende der Vorrunde steht der MTV Engelbostel-Schulenburg an der Spitze der 2. Bundesliga der Damen, dahinter folgen Langweid und Uentrop. Die Vereinsfunktionäre freuen sich nun auf eine spannende Rückrunde.

Mit Demut wolle man in die Saison gehen, das hatte der Engelbosteler Teammanager Stephan Hartung vor dem ersten Spiel verlauten lassen. Entsprechend groß ist in Niedersachsen die Überraschung darüber, dass es gleich im ersten Anlauf zur Herbstmeisterschaft im Unterhaus gereicht hat. „Es ist wirklich verrückt“, sagt Hartung knapp. Man wollte ursprünglich „mal sehen, wo die Reise hingeht“, meint er. Inzwischen gehört der Verein zum Favoritenkreis, gewann sieben von neun Spielen und fuhr ein Unentschieden gegen Langstadt II ein. Dennoch ist auch von der anfänglichen Demut noch einiges geblieben. „Wir haben oft gegen Mannschaften gespielt, die nicht vollzählig waren“, erklärt der Vereinsfunktionär. Das sei aus seiner Sicht schade, denn schließlich wolle man sich auf einer realistischen Ebene messen. Sportlich weist Spitzenspielerin Elina Rahimi eine makellose 9:0-Bilanz auf, auch die Neuzugänge Matilda Hansson und Julie Van Hauwaert haben überzeugen können. „Beide haben sich top eingefügt“, weiß Hartung. Ob ein Aufstieg anstehen könnte für den Fall einer Meisterschaft, damit hat man sich in Langenhagen noch nicht beschäftigt.

Am letzten Spieltag hat sich der TTC Langweid noch vorbei am TuS Uentrop auf den zweiten Platz geschoben. Für die Vorjahresmeisterinnen war es eine Vorrunde nach Maß. „Das war der Anspruch, den wir uns gesetzt haben“, meint Trainerin Cennet Durgun. Nun steht aber ein personeller Umbruch an: Spitzenspielerin Veronika Matiunina hat den Verein in Richtung Weinheim und 1. Bundesliga verlassen. Für Ersatz ist bereits gesorgt, dennoch schmerzt der Wechsel. Matiunina hatte eine Bilanz von 16:1 erspielt. Böses Blut gibt es aber in Langweid nicht: „Wir gönnen ihr den Schritt“, erklärt Durgun. Für die Rückrunde bleibt das Ziel gleich: Man möchte auf einem der drei ersten Plätze abschließen.

Nach schwierigem Start ging es bergauf

Aktuell komplettiert der TuS Uentrop das Treppchen in der 2. Bundesliga. Das Team um Nadine Sillus hat sich im Verlauf der Vorrunde gemausert. „Anfangs sind wir nicht gut gestartet“, erinnert sie sich. Nach einem Auftaktsieg gegen Langstadt folgten vier Spiele mit  zwei Niederlagen und zwei Unentschieden. Dann fand die Truppe aber in die Siegesspur zurück. „Dann ging es bergauf“, stellt Sillus fest. Überrascht ist sie von der Leistung der Aufsteiger aus Engelbostel: „Das hat glaube ich niemand erwartet.“ Sie prognostiziert ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Rückrunde.

Am anderen Ende der Tabelle stehen der MTV Tostedt und die DJK Offenburg derzeit im Abstiegskampf. In Baden-Württemberg verzagt Mannschaftsführerin Petra Heuberger aufgrund der Tabellensituation nicht. „Es lief ein bisschen besser als erwartet“, sagt sie. Man habe drei Punkte mitnehmen können. Dass es schwer werden würde, das sei aufgrund der Personalsituation schon vor der Saison klar gewesen. Für die Rückrunde drückt sie ihrem Team die Daumen. Auch in Tostedt zeigt sich Michael Bannehr vom Tabellenplatz wenig beeindruckt: „Ich bin eigentlich zufrieden“, teilt er mit. Der Leistung seiner sehr jungen Mannschaft zollt er Respekt. „Das ist alles ein Lernprozess“, erklärt er. Für die Rückrunde hofft Bannehr, dass man noch ein paar Punkte dazu packen kann.

Aktuell trennen die Abstiegsränge und den rettenden achten Platz drei Punkte. Dort steht derzeit der TTK Anröchte. „Ich würde es als mittlere Katastrophe bewerten“, sagt Manfred Vogel. Unter anderem fiel Lucrecija Juchnaite mehrfach aus, man konnte häufig nicht mit der besten Mannschaft antreten. „Da müssen wir im Januar Gas geben“, erklärt der Betreuer. Vor allem der Weggang von Lisa Wang vor der Saison sei spürbar gewesen. Dass Engelbostel am Ende oben steht, das hat auch Vogel überrascht.

Vierter Platz für Fürstenfeldbruck

Im Mittelfeld stehen derzeit Fürstenfeldbruck, Langstadt, Langen und Stuttgart. In Fürstenfeldbruck ist man auf dem besten Weg, das Saisonziel zu erreichen: Vor der Saison hatte Mannschaftsführerin Sandra Peter einen Platz unter den ersten vier Mannschaften als Ziel ausgegeben, jetzt steht man mit einer Bilanz von 11:7 auf dem eben jenem vierten Platz. Zwei Plätze dahinter hat sich der TTC Langen einquartiert. Die Truppe hatte mit Niederlagen gegen Langweid, Fürstenfeldbruck und Engelbostel-Schulenburg einen schweren Start gegen die Spitzenteams, mauserte sich aber anschließend. Vor allem Mariia Votekhova konnte eine hochpositive Bilanz mit 8:3 erspielen. „Mit dem derzeitigen Platz im Mittelfeld sind wir zufrieden, hatten uns aber gewünscht, dass der Abstand zu den hinteren Plätzen etwas größer ist", erklärt Sportwart Heiko Keller in Langen. Die Doppel seien immer wieder für Punkte gut. In der Rückrunde sollen nun auch Auswärtssiege her, damit ein gesicherte Mittelfeldplatz mit ausreichend Abstand zu den Abstiegsplätzen gehalten werden kann. „Personell vertrauen wir weiterhin auf unsere etablierten Kräfte, die in der Vorrunde für eine fast ausgeglichene Bilanz gesorgt haben", so Keller.

Ebenfalls holprig war der Stadt für die zweite Garde des TSV Langstadt. „Mit der Vorrunde sind wir im Großen und Ganzen zufrieden“, sagt dort Janina Hilgenberg. Man habe sich als veränderte junge Mannschaft erst finden müssen, auch in den Doppeln. „Das war am Anfang oft unser Problem, da wir dann direkt in Rückstand gelangt sind. In den letzten Spielen konnten wir oftmals mit 2:0 starten, was natürlich ein erheblicher Vorteil ist“, sagt die Spielerin. Mit ihrer eigenen Leistung im vorderen Paarkreuz ist sie zufrieden, auch Lorena Morsch habe sich zu einer zuverlässigen Nummer 1 entwickelt. „Unsere beiden Jugendspielerinnen Amelie und Sienna im hinteren Paarkreuz müssen sich erst noch an das hohe Niveau der 2. Liga gewöhnen. Amelie und Sienna konnten schon einige gute Spiele zeigen, haben aber sicher für die Rückrunde auch noch Steigerungspotenzial“, heißt es aus Langstadt. Die Saison möchten die Hessinnen auf einem gesicherten Mittelfeldplatz abschließen.

Teilweise Verletzungspech in Stuttgart

Zufrieden ist man in der baden-württembergischen Landeshauptstadt: Der Sportbund Stuttgart ist auf dem siebten Platz gelandet. „Nach dem grandiosen Start mit 8:2 Punkten gab es einen gewissen Einbruch, der zum Großteil auf Verletzungspech zurückzuführen ist“, erklärt Thomas Walter. Amelie Fischer hatte sich am Knie verletzt, Fatme El Haj Ibrahim war krank und musste wegen der baden-württembergischen Einzelmeisterschaft einmal passen. „Überragend war natürlich die 10:5-Bilanz von Mitsuki Yoshida. Auch Mannschaftsführerin Alexandra Schankula war mit 7:10 Siegen sehr gut, gewann viele entscheidende knappe Spiele und bildete mit Amelie Fischer zudem ein überragendes Doppel“, so Walter. In der Rückrunde geht es für die Schwäbinnen weiterhin um den Klassenerhalt, als Backup steht Paulina Friebe zur Verfügung. Walter schätzt, dass zwölf bis 13 Punkte für den Klassenerhalt notwendig sein werden.

Die Rückrunde in der 2. Bundesliga der Damen startet am 24. Januar 2026 mit der Begegnung zwischen Offenburg und Fürstenfeldbruck.

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