Dimitrij und Jenny Ovtcharov (Foto: ITTF)
Dimitrij Ovtcharov - Fragen und Antworten: "Es fühlt sich an wie ein Welttitel"

"Ungemein stolz, die Nummer 1 zu sein"

01.01.2018

Frankfurt. Seit dem 1. Januar ist Dimitrij Ovtcharov die Nummer 1 der Welt. Aktuell erholt sich der 29-Jährige mit seiner Frau Jenny auf den Malediven von den Strapazen der erfolgreichsten zwölf Monate seiner Karriere. Fragen an und Antworten von Dimitrij Ovtcharov.

Seit Ihrem Sieg am 15. Dezember über Koki Niwa im Achtelfinale der Grand Finals steht fest, dass Sie bei Erscheinen der Januar-Weltrangliste die Nummer eins sein werden. Nun ist es soweit – wie fühlt sich das an?

"Ich bin ungemein stolz, nun die Nummer 1 zu sein. Für mich ist es die Erfüllung eines Traumes. Es fühlt sich für mich persönlich an wie der Gewinn eines Welttitels. Ich habe 20 Jahre auf dieses Ziel hingearbeitet und es nun geschafft. Ich möchte sehr vielen Menschen danken, die mich die ganze Karriere über unterstützt haben. Dieser Erfolg war nur mit der Hilfe des gesamten Teams und natürlich der Unterstützung durch die Familie möglich. Ohne meinen Vater hätte ich es nie dorthin geschafft, wo ich heute stehe, meine Mutter hat mir die ersten Schläge beigebracht, meine Frau Jenny unterstützt mich und hält mir den Rücken frei, wo immer es nur geht.“
 
Sie waren der beste Spieler des Jahres 2017, haben den World Cup, die Platinum Events der World Tour in China und Deutschland, dazu das Europe Top 16 sowie die World Tour in Indien und Bulgarien gewonnen, bei den World Tour Grand Finals standen sie zudem im Finale…

„Ein Wahnsinnsjahr - 2017 habe ich das beste Jahr meiner Karriere gespielt. Bei den Grand Finals habe ich erst im Finale verloren und ansonsten nur zwei Turniere nicht gewonnen – die Qatar Open und die WM. Jetzt ganz oben zu stehen, das macht mich natürlich stolz und glücklich, das gibt mir natürlich auch noch zusätzliches Selbstbewusstsein.“

Wie bedeutend war auf dem Weg zur Nummer eins der Gewinn des World Cups in Oktober?

"Das war ein unfassbarer Erfolg. Dass ich mich auf diesem Pokal eintrage, auf dem solch große Sportlernamen eingraviert sind, darunter ja auch der von Timo Boll, hätte ich vor ein paar Jahren kaum für möglich gehalten. Das hat mir sicherlich noch zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. Der Sieg in Lüttich ist ein wichtiger Triumph für mich, aber einordnen lässt sich das schwer, auch wenn es so ein bedeutendes Turnier ist. Bonze bei den Olympischen Spielen, Europameister, der World Cup, jetzt Platz 1 in der Welt - das sind alles herausragende Erfolge."

Im Herbst haben Sie den WM-Zweiten Fan Zhendong, Asia-Cup-Sieger Lin Gaoyuan und Yan An besiegt. Wie wichtig sind solche Erfolge über die Top-Chinesen?

Es gibt so viele wahnsinnig starke Spieler in unserem Sport, aber allen voran natürlich die Chinesen. Ich habe lange Zeit das Gefühl gehabt, dass Fan und auch Ma Long fast unschlagbar sind. Mittlerweile trage ich aber den Glauben in mir, dass ich auch die besten Chinesen schlagen kann und habe es auch nun auch schon gezeigt.“

Woran lag es, dass die Chinesen in der zweiten Jahreshälfte anfälliger wirkten als sonst?

„Ich denke, an vielen Kleinigkeiten. Wir, Timo und ich, haben sehr gut gespielt. Vielleicht waren sie auch nicht alle stets in Bestform. Auch die Einführung des neuen Balls mit einer anderen Plastikqualität hatte Einfluss, damit kamen wir besser zurecht als die Chinesen - und über Erfolg und Misserfolg entscheidet oftmals ein Ballwechsel. Wenn man diese Matches dann für sich entscheidet, steigt das Selbstvertrauen und der Glaube, solche Duelle gewinnen zu können.“

Sie sind jetzt im Januar die Nummer 1, Timo Boll ist an Position 3 – so gut hat das deutsche Tischtennis noch nie in einer Weltrangliste dagestanden. Was sind Ihre Ziele für 2018?
„So lange wie möglich die Nummer eins verteidigen und die Chinesen weiter ärgern.“

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