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Die kampfstarke tschechische Linkshänderin Katerina Tomanovska könnte am Sonntag wieder im Bingener Team stehen (Bild: Rainer Oppenheimer).
TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – SV DJK Kolbermoor, TTC 1946 Weinheim – ESV Weil

Wegweisende Duelle in Bingen und Weinheim

Dr. Stephan Roscher 05.11.2021

Bingen. Ein ereignisreiches Tischtennis-Wochenende steht fünf der acht Klubs der 1. Bundesliga Damen bevor. Während der ttc berlin eastside vor heimischer Kulisse im Qualifikationsturnier um den Einzug in die K.o.-Phase der Champions League kämpft, stehen in Bingen und Weinheim richtungsweisende Meisterschaftsspiele auf dem Programm. Vizemeister Kolbermoor will bei der TTG die Kurve nehmen und Anschluss an die Spitzengruppe finden. Weil will beim Baden-Derby in Weinheim an die guten Leistungen vom letzten Sonntag anknüpfen. Für beide geht es um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt vor der vierwöchigen Pause aufgrund der WM und weiterer internationaler Turniere.

 

Sonntag, 13.00 Uhr: TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – SV DJK Kolbermoor

Die Rheinhessinnen sind mit zwei hohen Siegen furios in die Saison gestartet und waren zeitweise sogar Tabellenführer. Doch letzten Sonntag beim 2:6 in Weil wurde man unsanft auf den Boden zurückgeholt. Allerdings hatte man nicht den kompletten Sechserkader zur Verfügung und musste auf die spielstarke Inderin Archana Girish Kamath und die Tschechin Katerina Tomanovska verzichten, die mit ihrer vorbildlichen kämpferischen Einstellung wie Doping auf die Mannschaft wirkt. Allerdings gehören ja auch die übrigen vier Spielerinnen dazu und die kamen eben zum Einsatz.

Nun ist man am Scheideweg: Gelingt vor heimischer Kulisse ein Coup gegen den Meisterschaftsmitfavoriten Kolbermoor, zeigt die Tendenz vielleicht für Monate weiter nach oben. Sollte man aber gegen Kristin Lang und Kolleginnen verlieren – und man geht als Außenseiter ins Spiel –, muss man sich darauf einstellen, dass es nur darum gehen wird, sich von der Abstiegszone fernzuhalten und einen Viertelfinalplatz zu ergattern. Die Inderin wird erneut fehlen, da sie keine Freigabe ihres Verbandes erhält. Die restlichen Spielerinnen dürften aber zur Verfügung stehen.

Im Gegensatz zu Kolbermoor, das nach einem Monat Pause erstmals wieder bei einem Punktspiel an den Tischen stehen wird, ist Bingen durch den Einsatz in Weil nun bereits „drin“ und hofft nur noch, den Rhythmus vom Saisonbeginn wiederzufinden. Für die Oberbayern, mit 3:3 Punkten momentan nicht dort, wo man sein möchte und von der Qualität der Mannschaft auch hingehört, kann es nur darum gehen, das Feld von hinten aufzurollen und sich nun kontinuierlich nach oben zu arbeiten. Schließlich peilt man ebenso wie Berlin die direkte Halbfinal-Qualifikation und somit mindestens Platz zwei an.

„Wir werden ein schlagkräftiges Team aufbieten und versuchen, es besser zu machen als in Weil“, kündigt Bingens Teamcoach Frank Liesenfeld an. „Mit dem Heimvorteil im Rücken und den hoffentlich zahlreichen Fans wollen wir dem deutschen Vizemeister der letzten Saison so gut es geht Paroli bieten, auch wenn uns nur die Außenseiterrolle zukommt.“ Liesenfeld ergänzt: „Eine zusätzliche Herausforderung werden wieder die Reiseaktivitäten unserer Spielerinnen vor und nach dem Match wegen der Teilnahme an internationalen Turnieren sein.“

In Kolbermoor geht man von einer echten Herausforderung aus. „Bingen kann ein unangenehmer Gegner sein“, ist Trainer Michael Fuchs überzeugt. „Sie sind gut in die Saison gestartet und sind relativ ausgeglichen besetzt. Es wird ein paar besondere Partien geben, wo sich die Spielerinnen sehr gut kennen bzw. schon im jeweils anderen Verein gespielt haben. Das ist immer nicht ganz einfach und oft entscheidet dann die Tagesform.“ Fuchs lässt aber keinen Zweifel aufkommen: „Unser Ziel ist nichtsdestotrotz ein Sieg.“

 

Sonntag, 14.00 Uhr: TTC 1946 Weinheim – ESV Weil

Beide Teams wollen in dieser Saison primär nichts mit dem Abstiegskampf zu tun bekommen, wohlwissend, dass es in dieser extrem ausgeglichenen Liga mit ein wenig Pech fast jeden erwischen könnte.

Die Situation vor dem Baden-Derby – trotz 260 Kilometern Entfernung kommt es zum Duell Nordbaden vs. Südbaden – stellt sich für den ESV bei 4:6 Punkten momentan einen Tick entspannter dar als für den TTC, der 2:8 Zähler auf dem Konto hat. Der Sieg gegen Bingen hat die Weilerinnen mächtig vorangebracht, andererseits ist der Weinheimer Kader bekanntermaßen leistungsstark und hat mit den Punkteteilungen in Kolbermoor und gegen Langstadt bereits Ausrufungszeichen gesetzt. Besonders wenn die Top-Brasilianerin Bruna Takahashi auf der Spitzenposition aufschlägt und Lisa Lung hinten spielen kann, ist das Team fast für jeden Gegner sehr gefährlich. Die Nordbadener haben sich für die letzten beiden Vorrundenpartien gegen Weil und in Böblingen eine Menge vorgenommen und hoffen insgeheim, danach mit 6:8 Punkten Anschluss ans Mittelfeld gefunden zu haben, was ihre Gegner natürlich verhindern wollen.

Weil hat das zumindest auf dem Papier schwierigere Restprogramm und muss zum Vorrundenabschluss noch nach Kolbermoor. Deswegen würde man ungern in Weinheim leer ausgehen, könnte aber mit einem Remis ganz gut leben.

Ein Schlüsselspiel möchte es Christian Säger in dieser Saisonphase noch nicht nennen. „Allerdings ist es natürlich für uns ein Spiel, bei dem wir nicht wie bisher der große Außenseiter sind“, so Weinheims Vorsitzender. „Wir hoffen auf eine große Zuschauerresonanz und auch das Fernsehen (SWR) hat sich angekündigt zum Baden-Württemberg-Duell.“ Zu den personellen Möglichkeiten seines TTC am Sonntag macht Säger bereits einige Angaben: „Wir werden wieder mit einer Brasilianerin spielen und es stehen uns auch sonst alle Spielerinnen zur Verfügung. Die genaue Aufstellung werden wir aber erst kurzfristig entscheiden.“ 

Das Gästeteam aus dem äußersten Südwesten Deutschlands, im Dreiländereck Deutschland-Schweiz-Frankreich beheimatet, möchte nach dem richtig guten Auftritt gegen Bingen zu gerne nachlegen. „Nach dem Sieg sind die Erwartungen natürlich gestiegen, auch gegen Weinheim zu punkten“, räumt Weils Abteilungschefin Doris Spiess ein. „Allerdings hat auch Weinheim zuletzt mit sehr guten Resultaten aufhorchen lassen und wir sind deshalb gewarnt. Es wird wohl ein Spiel auf Augenhöhe werden. Der Ausgang wird vermutlich von der Tagesform der Spielerinnen abhängen.“

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