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Ece Harac wird am Samstag vermutlich wieder an Position 2 spielen und will dazu beitragen, dass Jena nicht leer ausgeht (Bild: Dr. Stephan Roscher).
SV SCHOTT Jena empfängt am Samstag den TSV Dachau 65

Wegweisende Partie in Thüringen

Dr. Stephan Roscher 24.11.2023

Jena. Lediglich eine Begegnung steht am Wochenende in der 1. Bundesliga Damen auf dem Programm, doch die könnte sehr interessant werden. Das Team aus Dachau, das noch nicht so richtig in die Gänge gekommen ist und zuletzt drei Niederlagen kassiert hat, gastiert in Jena. Der Aufsteiger ist gut gestartet, möchte aber weiter Punkte sammeln, um in der extrem ausgeglichenen Liga nicht doch noch irgendwann hinten reinzurutschen.

 

Samstag, 17.00 Uhr: SV SCHOTT Jena – TSV Dachau 65

Bereits am Samstag empfängt der Tabellenvierte aus Jena das Schlusslicht aus Dachau – doch das sind erst einmal nur Formalien, der Tabellenstand ist zurzeit wenig aussagekräftig. Jeder kann jeden schlagen in dieser Liga, in der die Unterschiede zwischen den Teams minimal sind, sodass die Tagesform eine Menge ausmacht. Und natürlich ist von größter Bedeutung, ob die besten Spielerinnen zur Verfügung stehen, was angesichts der Terminfülle auf internationalem Parkett immer schwieriger wird.

Für die Thüringerinnen ist es bereits der Abschluss der Vorrunde in der Premierensaison in Liga eins, die mit 5:7 Punkten bis jetzt – gerade für einen Aufsteiger – ziemlich gut gelaufen ist. Natürlich möchte man gerne den zweiten Heimsieg feiern nach dem Überraschungserfolg am ersten Spieltag gegen Weinheim. Mit 7:7 Punkten würde man natürlich wesentlich entspannter in die Rückrunde gehen als mit 5:9, zumal mit einem Absteiger gerechnet werden muss, da der ESV Weil im Unterhaus schon jetzt eindeutig auf Meisterschaftskurs ist und gerne wieder nach oben möchte.

Auch Dachau – ungeachtet der hohen Qualität des Spitzenpaarkreuzes mit Sabine Winter und Liu Yangzi – braucht nun erst einmal Punkte, um den Tabellenkeller zu verlassen. Da man indes im Gegensatz zu Jena in der ersten Halbserie noch dreimal an die Tische geht, könnte man sogar noch mit positivem Punktekonto in die Weihnachtstage gehen. Doch, wie gesagt, alle sind so dicht beisammen, dass man gar keine Prognosen abgeben kann. Wegweisend wird die Partie am Samstag jedenfalls für beide Mannschaften sein und einen Hinweis geben, wie und in welche Richtung es weitergeht.

Den etwas ungewöhnlichen Termin - Jena schlägt sonst zu Hause immer sonntags auf - erklärt Abteilungsleiter Andreas Amend: „Das Spiel ist auf Samstag terminiert, weil wir es eigentlich in Bad Königshofen als "Double Header" gemeinsam mit dem Heimspiel der TTBL-Mannschaft des TSV austragen wollten. Da aber Koharu Itagaki nun wegen der Jugend-WM nicht am Start sein kann, ist diese Option leider entfallen.“ Nicht nur Itagaki, die in Bad Königshofen lebt und trainiert und deren Vater der Trainer des dortigen Herren-Bundesligisten ist, sondern auch Misuzu Takeya wird am Samstag nicht dabei sein können. Auch die bisher stärkste Spielerin des SV SCHOTT wird bereits im slowenischen Nova Gorica weilen, wo tags darauf die Jugend-Welttitelkämpfe beginnen.

Somit werden von der bisherigen Truppe nur Ece Harac und Valerija Mühlbach zur Verfügung stehen, sodass Vivien Scholz gewiss eine Option für das hintere Paarkreuz sein wird. Und es wird am Samstag auch noch eine Premiere im Jenaer Team geben, wie Amend verrät. Man darf gespannt sein, wer debütieren wird. Es wird sich vermutlich um eine der beiden Japanerinnen handeln, die noch nicht zum Einsatz gekommen sind, also Misaki Morizono oder Haruna Sugita. „Das wird aber nichts daran ändern, dass wir als Außenseiter in die Partie gehen werden“, so Jenas Abteilungschef.

Die Gäste aus Oberbayern, bei denen es bisher im hinteren Paarkreuz sehr holprig lief, wollen in Jena Gas geben und punkten. Gelänge der zweite Saisonsieg, würde dies mit großer Erleichterung aufgenommen werden. Sabine Winter und Liu Yangzi sind Spielerinnen der Extraklasse und auch im gemeinsamen Doppel bärenstark. Doch um als Team erfolgreich zu sein, muss auch von den Positionen drei und vier etwas kommen. Vielleicht platzt gerade da am Samstag der Knoten, was die Thüringerinnen natürlich mit aller Macht verhindern wollen.

„Jena ist ein Wegweiser für uns. Wir sind bereit, Höchstleistung zu bringen, ohne die es wahrscheinlich nicht gehen wird, was man ja schon an der Tabelle erkennen kann“, sagt Dachaus Trainer Alexander Yahmed zwei Tage vor der Partie. „Jetzt heißt es Kräfte zu sammeln und alles, was geht, rauszuholen aus unserem Team.“

Update, 24.11., 22 Uhr: Noch nicht ganz sicher ist, ob Sabine Winter überhaupt dabei sein kann. Die 31-jährige deutsche Nationalspielerin war nämlich beim WTT-Turnier im portugiesischen Vila Nova de Gaia weit gekommen. Zwar schied sie am Freitagabend im Viertelfinale des Damen-Einzels gegen die Südkoreanerin Lee Eunhye nach einem sehr umkämpften Match aus, doch ob sie es rechtzeitig nach Jena schafft, steht noch in den Sternen.

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Die andere ursprünglich für dieses Wochenende vorgesehene Partie zwischen der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim und der SV Böblingen wurde dagegen verlegt - Annett Kaufmann und Sally Moyland sind bei der Jugend-WM am Start - und wird nunmehr am 9. Dezember ausgetragen.

 

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