Kein einfaches Jahr für die DTTB-Stars, auch nicht für Petrissa Solja und Dimitrij Ovtcharov
Was Timo Boll und Co. Weihnachten abseits vom Sportlichen besonders bewegt

Weihnachten der Stars 2020: Nachdenklich und besinnlich

MS 23.12.2020

Frankfurt/ Main. Ente mit Rotkraut, Mongolian Beef, festlicher Braten mit Klößen, schwedisches Julebord und zahlreiche weitere Leckereien verwöhnen am Heiligen Abend 2020 wieder die Gaumen der Tischtennis-Prominenz.

Die Speisepläne sind zwar unverändert gegenüber den Vorjahren, doch auch Timo Boll und Co. erfahren die Festtage und der Jahreswechsel nach mehr als neun Monaten Pandemie in einer ungewohnten, komplett neuen Realität.

Für die meisten Menschen wird Weihnachten 2020 mehr als je zuvor zu einem Moment der Nachdenklichkeit und der Einkehr. Was die DTTB-Stars in der Pandemie und in dieser besinnlichen Zeit auch abseits vom Sportlichen innerlich besonders bewegt, schildern sie auf tischtennis.de.

Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf: „Die Bilder aus Italien haben mich sehr bewegt“

„Das Virus hat das Leben auf der gesamten Welt verändert. Für mich war es am Anfang zwar ganz spannend, so viel wie noch nie zuvor zu Hause zu sein. Aber wie wichtig die Arbeit, der Sport, das Training und die Wettkämpfe sind, spürt man ebenfalls umso deutlicher, wenn sie fehlen. Das gilt natürlich auch für Freunde, die ich sonst gerne und regelmäßig treffe.

Vieles hat mich seit Beginn dieser Pandemie sehr bewegt. Hängengeblieben sind vor allem die Bilder von singenden Menschen auf den Balkonen in Italien und Spanien. Noch viel berührender werden aber die Szenen sein, wenn die Pandemie hoffentlich in absehbarer Zeit vorbei ist und die Menschen wieder ihre Liebsten und Freunde in den Arm nehmen können, ohne dass dies negative Folgen für die Gesundheit haben kann.

Ich fand es zudem beeindruckend, wie viele Menschen sich eingesetzt haben. Beispielsweise Joshua Kimmich und Leon Goretzka mit ihrer Spendenaktion ‚WeKickCorona‘. Solche Initiativen sind wichtig, auch wenn sie alleine nichts ausrichten, weil das Virus so mächtig und so schwer zu bekämpfen ist. Ich selbst habe im Frühjahr ein Krankenhaus in Groß-Umstadt unterstützt, dass bei der ersten Welle nicht allzu stark belegt war. Heute werden die Krankenhäuser immer voller und sogar das Personal steckt sich an, das finde ich bedrückend.

Weihnachten verbringen meine Frau Sabine und ich mit den Kindern. Wir sind dafür jetzt schon seit einigen Tagen mit der gesamten Familie im Lockdown. Wir wollen jedes Risiko ausschließen, deshalb teilen wir auch die ganz wenigen Besuche einzeln auf. Nicht mit allen gemeinsam feiern zu können, ist schade. Diesmal wird es für uns wie für viele andere eher ein Zoom-Weihnachten, um wenigsten so alle Verwandten und Freunde sehen zu können. Gut, dass die modernen Medien hier hilfreich sind.

Für 2021 wünsche ich mir, dass wir wieder Weihnachten unbeschwert feiern können. Es war und ist für mich das Fest der Liebe, wo ich auch mit den Menschen, die mir wichtig sind, zusammen sein möchte. Ich hoffe sehr, dass die Impfungen greifen. Aber schauen wir erst einmal, wer sich alles impfen lassen will. Es gibt immer Querdenker, die es in einem solchen Fall natürlich auch leider für das Allgemeinwohl sehr schwer machen. Als Bundestrainer hoffe ich, dass wir Olympia gut spielen und am Ende ganz oben stehen. Wir haben eine tolle Mannschaft, ein tolles Trainerteam und ein tolles Umfeld. Den Traum von Gold träumen wir immer noch und arbeiten hart dafür.“

Petrissa Solja: „Die leeren Regale fand ich sehr erschreckend“

„2020 hatte für mich so super begonnen, beispielsweise im Februar mit der Wiederholung meines Titelgewinns beim Europe Top 16 in Montreux. Als ich dann Mitte März von meiner Reise zu den Qatar Open wieder nach Deutschland gekommen bin, befand ich mich urplötzlich gefühlt in einer anderen Welt. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich den nächsten Tag einkaufen war und auf einmal leere Regale vorfand! Das fand ich schon sehr erschreckend.

Schon seit März habe ich notwendigerweise meine Kontakte zu anderen Menschen auf ein Minimum reduziert. Weihnachten werde ich nun in Wörth im allerengsten Kreis mit der Familie verbringen. Der Jahreswechsel wird dann in den eigenen vier Wänden mit meinem Freund Norman und meinem Hund Balu und vielleicht einer Runde „Mensch ärgere dich nicht“ stattfinden, damit das neue Jahr wenigstens gleich schön mit etwas Zoff startet.

Ich wünsche mir sehr, dass 2021 geregelter ablaufen wird als das vergangene Jahr. Ich finde Spontanität gut, jedoch brauche ich einen zuverlässigen Jahresplan, um mich durchweg wohlzufühlen. So hat mich beispielsweise die Ungewissheit, ob die Olympischen Spiele stattfinden werden oder nicht, um es milde auszudrücken, einige Nerven gekostet und mir unruhige Nächte beschert.“

Dimitrij Ovtcharov: „Werde meine Eltern an Weihnachten sehr vermissen“

„2021 war ein Jahr, wie es noch nie jemand erlebt hat. Es war surreal: Alles ging Schlag auf Schlag, bis mit dem ersten Lockdown dann irgendwie die Zeit stehen geblieben ist. Dann fängt man auf einmal an, sich um die Gesundheit meiner Tochter Emma, meiner Frau Jenny, der Familie, von Freunden und allen anderen Mitmenschen zu sorgen. Damit zusammenhängend die Beschränkungen für Besuche und Treffen – das war – und ist - schon sehr bedrückend.

Urplötzlich kommen gleichzeitig der Beruf und der eigene Sport zum Erliegen, auch die Verschiebung der Olympischen Spiele empfand ich als großen Einschnitt. Nicht zu wissen, wann und wie es weitergeht, das war keine einfache Situation. Im November in China nach praktisch acht Monaten Wettkampfpause wieder ein offizielles Turnier zu spielen, in dem man aber für die Teilnahme vorher praktisch zwei Wochen quarantänebedingt ins ‚Gefängnis‘ muss, das prägt einen.

In China habe ich mich auch lange mit meinem taiwanesischen Vereinskollegen Lin Yun-Ju unterhalten. Er hätte gerne die Champions-League-Bubble in Düsseldorf gespielt, aber die Reise kam für ihn gar nicht infrage. Asiaten betrachten die Pandemie ganz anders: Für ihn, gerade einmal 19 Jahre alt, wäre die Reise nach Europa mit der Angst um sein Leben verbunden gewesen. Das zeigt, wie extrem sich die Zeiten verändert haben.

Wir sind nun schon seit einigen Tagen bei Jennys Familie in Schweden, wo wir wie in den letzten Jahren Weihnachten verbringen und auch Neujahr feiern werden. Meine Eltern, die sonst oft dabei waren, reisen diesmal wegen Covid-19 nicht nach Schweden. Ich werde sie sehr vermissen.

Ich wünsche mir für das nächste Jahr, dass die Impfstoffe auf der ganzen Welt gut wirken und sich die Menschen auch impfen lassen. Die Impfstoffe geben mir die Hoffnung, dass wir bis Mitte oder zumindest bis Ende 2021 wieder Schritt für Schritt zu unserer Normalität zurückfinden können.“

Sportdirektor Richard Prause: „Die Pandemie lehrt Entschleunigung“

„Am Anfang war die Pandemie für mich nur schwer zu greifen. Aber dann merkt man, es ist keine kleine Grippe. Es schafft Betroffenheit, dass viele Menschen sterben, andere müssen als Folge ihr Leben komplett anders leben. Die steigenden Zahlen sorgen mich und sie machen sehr nachdenklich.

Viele Dinge, die vor Corona selbstverständlich waren, lernt man anders zu schätzen. Die Pandemie lehrt einen zudem, etwas innezuhalten und zu entschleunigen. Durch meine eigene Infektion habe ich noch größeren Respekt vor dieser Krankheit bekommen. Der Verlauf war zwar relativ mild, aber bis ich körperlich wieder auf meinem normalen Level war, hat es doch mehrere Wochen gedauert.

Mit dem Lockdown haben wir unsere Kontakte stark reduziert. Und ich habe mir für den Garten einen Heizpilz gekauft, damit man mehr draußen sitzen kann. Aber Weihnachten trifft sich nun nur der allerengste Familienkreis, das war für uns von Anfang an selbstverständlich.

Bei den Wünschen für 2021 steht natürlich an allererster Stelle, dass die gesamte Familie, aber auch alle anderen gesund bleiben und wir unsere ‚neue Normalität‘ besser in den Griff bekommen. Wir haben mit Tischtennis Glück, dass die staatlichen Regelungen es ermöglichen, im Lockdown weiterhin Spitzensport zu betreiben. Ich hoffe, dass dies weiter der Fall bleibt und ich wünsche mir, dass auch 2021 unter speziellen Bedingungen nach wie vor Wettkämpfe möglich sind und wir bei den großen Veranstaltungen wie den Olympischen Spielen, der WM und der EM mit der Nationalmannschaft erneut erfolgreich sind.“

Timo Boll: „An den Feiertagen wird man Carrys Fehlen spüren“

„Für unsere kleine Familie ändert sich auch in diesem Jahr durch die Corona-Bestimmungen an Weihnachten eigentlich nicht viel. Auch diesmal verbringen wir den Heiligabend zusammen mit unserer Tochter Zoey Malaya bei meinen Eltern. Wir haben es aufgeteilt: Am ersten Weihnachtstag besuchen wir dann die Eltern meiner Frau Deli.

Komplett anders werden wir die Festtage aber in jedem Fall aus dem Grund empfinden, weil diesmal jemand schmerzlich fehlt. Vor Kurzem ist unsere Hündin Carry verstorben, die ein Teil unserer Familie war. Das war wirklich sehr hart für uns alle. Wir müssen mal schauen, wie wir das mit Carry nun verkraften, gerade an den Feiertagen wird man ihr Fehlen spüren. Wir vermissen sie jedenfalls schon sehr.

Für 2021 wünsche und hoffe ich, dass die Covid-19-Pandemie, die vielen Menschen auf der ganzen Welt sehr viel Leid gebracht hat, so gut wie möglich gestoppt werden und wieder Normalität in das Leben einkehren kann.“

Shan Xiaona: „Zu Tränen gerührt bei Visumsbescheid für die Eltern“

„Corona hat der Welt jede Menge Leid gebracht, das muss man nicht sonderlich erwähnen. Mein Leben hat es zumindest in einer Hinsicht positiv verändert: Ich konnte viel mehr Zeit mit meiner Tochter Mia und sogar mit meinen Eltern verbringen. Diese waren aus China zu Besuch, als der Lockdown im Frühjahr kam. Dank eines unterstützenden Schreibens des DTTB bekamen sie ihr Visum verlängert und sind nun insgesamt schon rund ein Jahr mit mir und Mia zusammen. Ich war zu Tränen gerührt, als wir den positiven Bescheid bekamen.

Es ist wunderschön und es hilft mir außerdem, meine Trainingseinheiten und Wettkämpfe einfacher zu organisieren, da mein Mann Zhang Yong derzeit coronabedingt nicht bei uns sein kann. Derzeit habe ich noch ein Engagement in der japanischen T-League, aber am 26. Dezember fliege ich nach Düsseldorf zurück. Dort feiere ich dann Weihnachten und das neue Jahr nur mit Mia und meinen Eltern, die zur Risikogruppe gehören. Wir sind aber immer sehr vorsichtig: Gesundheit ist das Wichtigste, besonders in dieser Zeit!

Für 2021 wünsche ich mir an allererster Stelle, dass das Virus bald verschwinden wird und dass die Menschen anschließend wieder auf Kurs kommen, damit alle im nächsten Jahr wieder glücklich und ohne Sorgen Weihnachten und den Jahreswechsel feiern können.“

Patrick Franziska: „Das oberste Gebot ist Rücksichtnahme“

„Das Jahr 2020 hat vielen Menschen Leid gebracht. Die Pandemie zeigt, dass man nichts sicher planen kann und sich noch mehr als sonst anpassen muss. Sie lehrt einen aber auch, dass man aufpassen und bewusst leben soll. Das oberste Gebot für uns alle ist Rücksichtnahme zum Wohle anderer. Aber auch Rücksicht auf uns selbst zu nehmen, gehört dazu.

Geliebte Menschen nicht oder nur extrem selten sehen zu können, wie zum Beispiel meine Oma und einige andere Verwandte, das tut in der Seele weh. Aber, wie gesagt, hier ist Rücksicht geboten. Und glücklicherweise helfen ja moderne Kommunikationswege, diese schwierige Zeit zu überbrücken.

Sonst feiern wir immer mit einer Riesenfamilie in Deutschland und Schweden – mit Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen. Aber diesmal verbringe ich Weihnachten und den Jahreswechsel allein mit meiner Freundin Frida. Wir werden aber, so gut es eben geht, auch kleine Besuche im engsten Familienkreis hier in Deutschland machen. Nach Schweden reisen wir diesmal nicht, denn am 3. Januar haben wir mit Saarbrücken schon wieder ein Match in der TTBL. Im Tischtennis haben wir das große Glück, dass wir unseren Sport aufgrund guter Konzepte weiter ausführen können. Darüber bin ich sehr froh, und das hat in dieser ganzen Zeit auch gutgetan.

2021 steht vor der Tür und für mich ist es das Allerwichtigste, dass alle gesund und so gut es geht durch diese nicht einfache Zeit kommen. Ich wünsche mir sehr, dass wir uns irgendwann mal wieder unbeschwert umarmen und mit unseren Liebsten und der gesamten Familie feiern können.“

Han Ying: „Pandemie hat die Einstellung zum Leben verändert“

„Die vergangenen neun Monate waren für mich eine Mischung aus vielen Erlebnissen. Betroffen gemacht hat mich, dass so viele Menschen in allen Ländern unter der Pandemie leiden müssen. Ich selbst konnte durch die ausgefallenen Termine mehr Zeit als normal mit der Familie verbringen, was sehr schön war. Gleichzeitig konnte ich in Ruhe trainieren, da nur wenige Wettkämpfe anstanden. Einige Matches in der polnischen Liga sowie im Herbst beim World Cup in China, wo ich sehr gut gespielt habe und das Halbfinale erreichen konnte.

Aktuell habe ich ein paar Einsätze in der japanischen T-League, deshalb bin ich auch Weihnachten nicht zu Hause in Deutschland. Am 26. Dezember geht es aber zurück nach Düsseldorf, sodass ich das neue Jahr zusammen mit meinem Mann Lei und meiner Tochter Leonie feiern kann, darauf freue ich mich jetzt schon tierisch.

Ich wünsche mir nichts sehnlicher als das baldige Ende Pandemie, auch wenn sie uns neben all den schlechten Seiten sicherlich auch vieles gelehrt und unsere Einstellung zum Leben verändert hat. Ich hoffe, dass meine Familie und die Freunde gesund bleiben und alle Menschen in absehbarer Zeit wieder das Leben sorgenfrei genießen können. Viele werden dies nach der Pandemie sicherlich noch bewusster tun als vorher.

Mein sportlicher Wunsch für 2021 dreht sich voll und ganz um die Olympischen Spiele: Ich hoffe, dass sie stattfinden können und wir nach Silber 2016 in Rio auch in Tokio mit unserer deutschen Mannschaft wieder eine Medaille gewinnen.“

Nina Mittelham: „Es ist total nervend, wenn man nichts planen kann“

„Durch Corona habe ich vieles noch mehr schätzen gelernt. Und ich habe noch deutlicher als vorher gemerkt, was für ein großes Glück ich mit meiner Familie habe. Sobald irgendetwas nicht so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe, stand sie immer hinter mir. Es war ungewohnt und deshalb komisch, auf einmal so viel daheim zu sein, aber es war dennoch sehr schön. Ich habe außerdem gelernt, mir noch mehr Zeit für mich zu nehmen, wenn nötig.

Zum Glück sind meine Familie und ich bislang von Covid-19 verschont geblieben. Ich hoffe, dass dies auch weiterhin so bleibt und sich der mit dem Lockdown verbundene Rückzug von fast allen gesellschaftlichen Kontakten auch lohnt. Da ich wirklich nur Umgang mit meinen Eltern, meinen Geschwistern und meinem Freund gepflegt habe, sind viele andere persönliche Kontakte doch in dieser Zeit sehr auf der Strecke geblieben. Da war wenig Abwechslung und man musste schon aufpassen, dass einem die Decke nicht auf den Kopf fällt!

Total nervend fand ich, dass man so gut wie nichts planen konnte und die meisten Veranstaltungen kurzfristig abgesagt werden mussten. Deshalb fand ich es super, dass wir nun die Champions League spielen konnten. Somit konnten wir das Jahr doch noch mit einem sportlichen Ereignis und sogar einem Titelgewinn krönen.

Weihnachten wird meinen Eltern und meinem Freund gefeiert, das steht fest, also eine ganz kleine Runde. Alle anderen Feste über die Feiertage, die wir sonst gerne besuchen, fallen in diesem Jahr aus. Auch Silvester sind wir nur unter uns. Da wird es seit Langem endlich mal wieder ein Raclette geben, außerdem probieren wir für meinen Papa ein Fondue aus.

Meine Wünsche für 2021 sind ganz einfach: Gesundheit für alle, Hoffnung auf die baldige Rückkehr zu einer internationalen Turniertour und natürlich einfach glücklich sein. Ich hoffe von Herzen, dass Corona in unserem bald keine allzu große Rolle mehr in unserem Leben spielen wird.“

 

Ricardo Walther: „Hoffe, wir müssen uns nicht mehr lange mit Corona beschäftigen“

„Die vergangenen neun Monate haben mir viel Freizeit geschenkt, wie ich sie schon lange nicht mehr hatte. Noch nie in den letzten Jahren war ich so oft zu Hause. Das war wirklich ungewohnt und manchmal echt langweilig. Das einzig Gute daran: Ich konnte ganz in Ruhe meinen Umzug organisieren und durchführen.

Mir ist in dieser Zeit sehr bewusst geworden, wie sehr wir Sportler auch von der Durchführung von Wettkämpfen abhängig sind. Nur mit Training sein Level zu halten ist gar nicht so einfach, da es doch ohne manchmal an der Konzentration und Anspannung fehlt, die man nur Turnieren schulen kann.

Den ersten Lockdown habe ich als ungemein schwierige Situation empfunden. Man wusste überhaupt nicht, was passiert, am Anfang war ja sogar für die Nationalspieler die Halle geschlossen. Wenn man so gar nicht weiß, wie es weitergeht, tauchen schon auch Ängste auf.

Der zweite Lockdown jetzt ist zwar auch hart, aber weniger als der erste – man hat sich etwas an die Situation gewöhnt und gelernt, damit umzugehen. Es macht jedoch traurig, wenn man die Familie nicht so oft sehen kann, sich nicht im gewohnten Umfeld mit Freunden treffen kann. Da wir als Sportler im Training und in der TTBL auch immer wieder Kontakt mit anderen haben, ist man sehr vorsichtig mit Treffen außerhalb dieses Rahmens, denn man möchte ja niemanden gefährden.

Heiligabend verbringe ich zu Hause bei meinen Eltern, auch mein Bruder wird kommen. Den ersten Weihnachtstag bin ich anschließend bei meiner Freundin und deren Eltern. Alles passiert im kleinsten Kreis und damit eigentlich wie in den Vorjahren. Lediglich die großen Feierlichkeiten mit Tanten und Onkel bleiben diesmal aus.

Für 2021 hoffe ich, dass die Impfungen etwas bringen und wir uns nicht mehr allzu lange mit Corona beschäftigen müssen. Dann kann man sich auch endlich wieder die Hand geben und sich mal wieder umarmen, das fehlt mir schon sehr. Bis dahin wünsche ich mir, dass alle gesund bleiben, das ist das Wichtigste! Auf sportlicher Seite hoffe ich, dass die TTBL normal zu Ende gespielt werden kann, dass Olympia stattfindet und wir auch vorher schon wieder auf der internationalen Bühne Turniere spielen können.“

Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp: „Das Treffen mit den Freunden fehlt mir sehr“

„Seit Beginn der Pandemie verbringe die Freizeit fast nur noch daheim in den eigenen vier Wänden. Wenn das Wetter gut ist, gehe ich spazieren. Die üblichen Treffen mit Freunden in großer Runde haben wir schon lange eingestellt, sie fehlen mir sehr.

Dass weltweit so viele Menschen an Corona erkrankt sind und sogar sterben, tut mir unendlich leid. Mich bewegen auch sehr die Schicksale jener Menschen, die durch die momentane Situation in ihrer Existenz gefährdet sind.

Weihnachten wird auch für uns persönlich einen ganz anderen Rahmen haben als normalerweise. Wir wollen niemanden gefährden und auch uns selbst nicht in die Gefahr bringen, angesteckt zu werden. Deshalb werden mein Mann und ich an Heiligabend diesmal allein die Geschenke aufmachen. Die Entscheidung hierzu fiel uns nicht schwer: Wir sind überzeugt, dass es das Richtige in der jetzigen Situation ist. Wenn jede und jeder sich so verhält, kann vielen Menschen damit geholfen werden.

Ich wünsche mir für 2021, dass die Pandemie besiegt wird und sich das Leben wieder normalisiert. An zweiter Stelle kommt der Sport: Hier hoffe ich natürlich vor allem, dass wir bei den Olympischen Spielen unsere beste Form zeigen und wir es genießen können, uns wieder mit den Besten zu messen.“



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