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284 Kinder nehmen bei den mini-Meisterschaften in Muggensturm teil / DTTB-Präsident schiedst Finale

WM-Schiedsrichter bei den Minis

Hartmut Metz / DTTB 06.02.2018

Muggensturm – „Ich war ganz schön aufgeregt“, gesteht Amelie Wieber. Ihre Finalgegnerin und Schulkameradin Mia Warth nickt eifrig dazu. Die beiden Mädchen nahm dabei weniger ihr enges Duell mit, das im dritten und entscheidenden Satz nach beidseitigen Matchbällen mit 14:12 für Mia endete. Für das Herzklopfen ab dem ersten Ballwechsel sorgte im Mädchen-Finale der Wettkampfgruppe 1 der Schiedsrichter: Michael Geiger.

Der Haslacher hat in seiner Laufbahn als Tischtennis-Referee drei WM-Endspiele geleitet – und vor allem ist er inzwischen Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Zusammen mit seinem Sohn Christoph, der 2017 in Düsseldorf als WM-Schiedsrichter agierte, war der Ortenauer beim Finale der Mini-Meisterschaften des TTC Muggensturm zu Gast. Und im Finale ging er auch als Unparteiischer an die Platte. Die 80 Kinder waren genauso begeistert von dem prominenten Besuch wie die zahlreichen Zuschauer auf der voll besetzten Tribüne der Schulturnhalle. „Das gäbe es im Fußball nicht, dass der Verbandschef zu einer Nachwuchsmeisterschaft kommt und noch in die Rolle des Schiedsrichters schlüpft“, befand der Vater eines Teilnehmers beeindruckt. „Das war cool, einen WM-Schiedsrichter zu haben“, sagte Cedric Dohm, der bei den Jungs in der Wettkampfgruppe 1 (Klassen drei und vier) nur Joshua Rieß im Endspiel unterlag, 

Im Interview mit TTC-Präsident Hartmut Metz erzählte Michael Geiger von den beiden deutschen Assen Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll: „Ein bisschen darf man träumen. Trotz der starken Chinesen hoffe ich, dass der Weltranglistenerste und -dritte wieder einen WM-Titel nach Deutschland holen. Zuletzt gelang das Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner 1989“, erinnerte der DTTB-Präsident an den Herren-Bundestrainer und seinen nicht weit von Muggensturm entfernt aufgewachsenen Doppelpartner aus Spöck. Zudem ließ Geiger die Teilnehmer raten, wie viele Kinder bereits bei der größten deutschen Breitensportaktion seit 1982 mitmachten. Schätzungen reichten von nur 700 bis zu 140 Millionen. „Da hast du dich vielleicht um zwei Kommastellen vertan“, scherzte das Verbandsoberhaupt von rund 600000 Tischtennisspielern und berichtete, dass bisher rund 1,4 Millionen Minis an die Platten gingen. Der TTC steuert in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der TTG Bischweier und der Kindersportschule (KiSS) 284 Sechs- bis Zehnjährige bei, die an den Grundschulen in Muggensturm, Kuppenheim und Bischweier die Qualifikationsturniere in ihrem Sport-Unterricht in Angriff nahmen. 

Diese beeindruckende Zahl begeisterte Michael Geiger. Auch angesichts der ausgezeichneten Turnierleitung der beiden stets mit kühlem Kopf agierenden KiSS-Organisatoren Andreas Herrmann und Marco Hofacker erkundigte sich der DTTB-Präsident, ob der TTC Muggensturm nicht das Bundesfinale im Mai 2019 ausrichten möchte. Metz drückte er gleich die Bewerbungsunterlagen in die Hand. Die Medaillengewinner der Ortsentscheide können sich bei den Mini-Meisterschaften über den Bezirk und den Landesverband in einer Altersstufe bis auf deutsche Ebene qualifizieren. Mit den Geschwistern Tamara und Tobias Essig schafften das auch bereits zwei Muggensturmer.

Die Ausgeschiedenen in der K.o.-Runde verdrückten zwar manche Träne, diese trockneten aber rasch, weil sie wie die Rangvierten durchweg zwei Preise des Hauptsponsors VR-Bank in Mittelbaden erhielten. Die jeweils drei Erstplatzierten wurden wie bei Olympischen Spielen geehrt: Auf dem Podest bekamen sie Gold-, Silber- oder Bronzemedaillen am schwarz-rot-goldenen Bande von Michael und Christoph Geiger umgehängt. Zudem überreichte der Bezirksvorsitzende Klaus Wallner jedem Kind im Namen des TTC Muggensturm einen guten Tischtennisschläger für Vereinsspieler.

Die beiden WM-Schiedsrichter waren von dem Event aus einem weiteren Grund besonders angetan: Mit dem Muggensturmer Kevin Wegmann gewann Christoph Geiger sogar einen Jugendspieler für einen seiner Schiedsrichter-Lehrgänge. Dass der Sport mit dem kleinen Zelluloid anstrengend sein kann, stellten auch manche Teilnehmer erstaunt fest. Mia Warth gestand nach dem letzten Ballwechsel ihres spannenden Endspiels: „Ich hätte gar nicht gedacht, dass man beim Tischtennis schwitzt!“ 

Die Topplatzierten der Mini-Meisterschaften in Muggensturm, Kuppenheim und Bischweier, Wettkampfgruppe 1, Mädchen: 1. Amelie Wieber, 2. Mia Warth, 3. Sarah Alilovic, 4. Lina Schramm; Jungs: 1. Joshua Rieß, 2. Cedric Dohm, 3. Michel Walkowiak, 4. Maddox Peter; 

Wettkampfgruppe 2, Mädchen: 1. Alma Rodriguez, 2. Lotta Liebig, 3. Serena Arican, 4. Elif Kalkan; Jungs: 1. Paul Wunderlich, 2. Iven Dohm, 3. Kian Krupp, 4. Mirko Ferencak.

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