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Nicht zu stoppen: Patrick Franziska (Foto: WTT)
Nach dem 3:0-Erfolg über Jorgic will der Ma-Long-Bezwinger auch gegen Harimoto eine Serie brechen

WTT Champions: Patrick Franziska fordert im Halbfinale Harimoto heraus

MS 21.07.2022

Budapest. Patrick Franziska setzt seine beeindruckende Siegesserie beim WTT Champions in Budapest fort. Der Weltranglisten-14. gewann am Abend in der BOK Hall das Duell mit seinem Saarbrücker Vereinskollegen Darko Jorgic. Nach dem 3:0-Erfolg über den sieben Plätze besser im ITTF-Ranking notierten Slowenen trifft Franziska im Halbfinale des 500.000-Dollar-Turniers am Freitag um 20.15 Uhr auf den Japaner Tomokazu Harimoto. Im zweiten Vorschlussrundenspiel stehen sich zuvor Timo-Boll-Bezwinger Lin Gaoyuan (China) und Chuang Chih-Yuan (Taiwan) gegenüber.

Franziska wehrt zum Auftakt fünf Satzballe ab

Ähnlich wie einen Tag zuvor beim Triumph über Olympiasieger Ma Long (China) stellte Franziska mit dem Gewinn des ersten Durchgangs schon früh die Weichen auf Sieg. Im Gegensatz zu gestern allerdings war es heute Franziska, der im dem von Taktik geprägten Duell der Teamgefährten und Freunde zunächst einem Rückstand hinterlief. Es dauerte bis zum 5:10, ehe der EM-Dritte von 2018 das rechte Gefühl für die Platzierungen gefunden hatte, die er im Spiel gegen seinen Vereinskameraden benötigt. Beeindruckend zu sehen, dass Franziska dem Europe-Top-16-Sieger ab diesem Moment keinerlei wirkliche Chance zu einem gewinnbringenden Schlag mehr bot.

Wenig später nutzte Franziska dann selbst seinen eigenen dritten Satzball zum 14:12 und zur wichtigen 1:0-Führung. Bundestrainer Jörg Roßkopf analysierte anschließend: „Der Gewinn des ersten Satzes hat Patrick natürlich noch einmal Auftrieb gegeben und Jorgic hat es einen Schlag versetzt, das hat man deutlich gespürt.“ Patrick Franziska erklärte, warum er zu Beginn des Satzes zunächst in Not geriet. „Darko hat es am Anfang geschafft, mich mit ein paar langen Aufschlägen zu überraschen, die er sonst im Training fast nie spielt. Das hat mich etwas schwerer meinen Rhythmus finden lassen, da war ich noch nicht so drin im Spiel. Dass ich dann trotzdem noch den ersten Satz geklaut habe, war sicherlich der Schlüssel in dieser Partie.“

„Besonders meinem kurzen Rückschlag vertraue ich im Moment sehr“

Konsequent setzte Franziska seine variantenreichen Auf- und Rückschlage mit Platzierungen vor allem über die extreme Vorhandseite von Jorgic ein, um dessen Rückhanddominanz über drei Viertel der Tischseite zu vermeiden. Auch wenn die Ballwechsel länger wurden, agierte der 30-Jährige ungemein sicher und sicherte sich folgerichtig gegen den sichtbar unzufriedenen Jorgic mit 11:6 auch den zweiten Satz. Nochmals Jörg Roßkopf: „Die beiden kennen sich sehr gut, die Taktik war also keine Überraschung. Aber wie Patrick das auch spielerisch mit einer wie gestern sehr, sehr starken Leistung umgesetzt hat, das war vorzüglich.“ Franziska fühlt sich in allen seinen bisherigen Begegnungen in Budapest gegen Liam Pitchford, Ma Long und heute Darko Jorgic in bester Verfassung: „Ich spiele bisher mit großem Selbstvertrauen. Ich fühle mich im Aufschlag und Rückschlag sehr wohl, vor allem meinem kurzen Rückschlag vertraue ich im Moment sehr und komme damit gut ins Spiel. Außerdem bin ich im Moment für meine Größe sehr beweglich, dadurch kann auch sehr viel mit meiner Vorhand aktiv spielen.“

Bundestrainer Roßkopf: „Patrick mental und spielerisch überzeugend“

Satz drei verlief nach dem gleichen Muster, allerdings wusste sich der Slowene in diesem Durchgang noch einmal zu steigern und erarbeitete sich gegen Ende bei 10:7 erneut Satzbälle, aber erneut vergebens. Auch diesmal ließ ein konsequent seine Taktik verfolgender und bei offenen Ballwechseln spielerisch großartiger Franziska keine weitere Chance seines Gegners mehr zu und verwandelte fünf Spielzüge später seinen ersten Matchball zum 12:10. Bundestrainer Jörg Roßkopf lobte: „„Das war ein sehr guter Sieg von Patrick. Zum einen, weil sich die beiden sehr gut kennen. Zum anderen aber auch, weil es nach einem mental so schweren Sieg wie gestern über Ma Long gar nicht so einfach ist, direkt wieder im nächsten Match voll da zu sein. Patrick war heute nicht nur mental und taktisch überzeugend, sondern er hat vor allem auch wieder sehr gut gespielt. Patrick wird in jedem Fall mit viel Selbstvertrauen in das Halbfinale gegen Harimoto gehen.“

Dem Gewinner stand die Freude über den Erfolg ins Gesicht geschrieben: „Ich bin natürlich jetzt erst einmal sehr, sehr glücklich. Hätte mir vor dem Turnier jemand gesagt, dass ich beim WTT Champions das Halbfinale erreiche, hätte ich es wahrscheinlich nicht geglaubt. Der Sieg gestern über Ma Long hat mich natürlich sehr beflügelt, auf der anderen Seite musste ich heute auch schon wieder sehr fokussiert sein. Ich bin jetzt erst einmal sehr erleichtert und sehr happy. Und dann geht es morgen wieder fokussiert weiter!“

Der nächste Gegner heißt Harimoto

Gegner im Halbfinale ist am Freitag um 20.15 Uhr Tomokazu Harimoto, der sich heute mit 3:1 gegen den Weltranglisten-18. Lim Jonghoon (Südkorea) durchsetzte. Japans Spitzenspieler ist aktuell die Nummer acht der Welt und bewies auch in den Runden zuvor gegen Wong Chun Ting (Hongkong) und den Düsseldorfer Dang Qiu eine starke Form. Bislang ist der Saarbrücker gegen den inzwischen 19 Jahre alten, einst als Wunderkind gefeierten Japaner in vier Duellen noch ohne Sieg. Bilanzen bereiten Franziska aber nie die größten Sorgen: „Das letzte Match gegen bei Olympia habe ich gegen ihn 2:0 geführt und dann knapp verloren. Ich habe jetzt schon zusammen mit Rossi einige Videos geschaut und werde sicherlich taktisch sehr gut vorbereitet in das Match gehen. Harimoto ist in einer tollen Form, das hat er ja auch unter anderem gegen Dang Qiu gezeigt. Ich bin aber voller Selbstvertrauen und hoffe, ich kann meine gute Form fortsetzen. Schauen wir einfach mal, wie es läuft.“

WTT Feeder: Walther unterliegt erneut Xiang Peng im Viertelfinale

Beim parallel stattfinden WTT Feeder hat Ricardo Walther die erhoffte Revanche gegen den Chinesen Xiang Peng verpasst. Nach der 1:3-Niederlage im Viertelfinale des WTT Contender im Juni in Zagreb kam der Grünwettersbacher auch bei der Neuauflage des Duells im Viertelfinale des Budapest Feeder über einen Satzgewinn nicht hinaus. Der Deutsche Meister von 2020 holte sich heute zwar mit 12:10 gleich den ersten Durchgang gegen den U19-Weltmeister, den Wirkungskreis des zu druckvoll agierenden Weltranglisten-29. konnte er aber in den vier Folgesätzen nicht mehr ausreichend einschränken. Die Nummer 75 der Welt war trotz der Niederlage zufrieden: "Heute war es aber ein sehr schweres Match für mich. Er ist nach meiner Führung immer besser ins Spiel gekommen. Er hat sehr gut gespielt. Ich konnte zwar dann noch phasenweise dagegenhalten, aber leider hat auch mein Körper am Ende nicht mehr ganz mitgemacht. Am Ende war es heute mit meinem Knie etwas schwierig, so dass ich viel riskieren musste, um lange Ballwechsel zu vermeiden. Es war für mich ein langes und zähes Turnier, mit dem ich aber sehr zufrieden bin." Walther hatte gestern Südkoreas WM-Dritten von 2019, An Jaehyun, mit 4:2 bezwungen und anschließend außerdem mit 13:11 im Entscheidungssatz gegen den Chinesen Zhou Qihao gewonnen. Im Doppel ereilte zwei deutschen Kombinationen im Halbfinale das Aus. Die Deutschen Meisterinnen Chantal Mantz/Yuan Wan, die gestern überraschend nach einem 0:2-Rückstand die WM-Dritten Xialian Ni/Sarah de Nutte (Luxemburg) aus dem Turnier befördert hatten, unterlagen den Hongkong-Chinesinnen Lee Ho Ching/Zhu Chengzhu. Ricardo Walther verlor an der Seite von Benedikt Duda gegen Taiwans ehemaligen Doppel-Weltmeister Chen Chien-An und dessen Partner Feng Yi-Hsin.

European Summer Series: WTT Champions und WTT Feeder laufen parallel

Das WTT Champions in Budapest ist Teil der sogenannten European Summer Series, die das ursprünglich für den gleichen Zeitraum in Ungarn geplante, dann aber kurzfristig auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschobene WTT-Prestige-Event Grand Smash ersetzt. Das neue Format, bei dem nur jeweils 32 Damen und 32 Herren startberechtigt sind, feiert in Budapest seine Premiere und bildet in der vom Veranstalter World Table Tennis (WTT) kreierten Event-Pyramide die Nummer zwei hinter dem bislang erst einmal ausgetragenen Grand Smash. Parallel zum Champions-Format findet im gleichen Hallen-Komplex noch bis Freitag ein WTT-Feeder statt, die fünfte Stufe der WTT Series. Das Champions ist mit 500.000 Dollar dotiert, das Feeder nur mit 25.000 Dollar. Die European Summer Series hatte in der Vorwoche in Budapest mit dem Star Contender begonnen, dem mit 250.000 Dollar Preisgeld ausgeschriebenen Turnier der dritten WTT-Kategorie.

WTT Champions

Die Spiele am Freitag, 22. Juli
Herren-Einzel, Halbfinale
Patrick Franziska - Tomokazu Harimoto JPN 20.15 Uhr
Lin Gaoyuan CHN - Chuang Chih-Yuan TPE 18.45 Uhr

Die Ergebnisse am Donnerstag, 21. Juli
Herren-Einzel, Viertelfinale
Patrick Franziska - Darko Jorgic SLO 3:0 (12,6,10)
Tomokazu Harimoto JPN - Lim Jonghoon KOR 3:1 (-7,6,9,5)
Lin Gaoyuan CHN - Yukiy Uda JPN 3:0 (3,4,7)
Chuang Chih-Yuan TPE - Liang Jingkun CHN 3:2 (7,6,-12,-1,11)

WTT-Feeder

Die Ergebnisse am Donnerstag, 21. Juli
Herren-Einzel, Viertelfinale
Ricardo Walther - Xiang Peng CHN 1:4 (10,-6,-7,-5,-2)
Herren-Doppel, Halbfinale
Benedikt Duda/Ricardo Walther – Chen Chien-An/Feng Yi-Hsin TPE 1:3 (-6,-7,17,-9)
Damen-Doppel, Halbfinale
Chantal Mantz/Yuan Wan – Lee Ho Ching/Zhu Chengzhu HKG 1:3 (3,-6,-6,-10)

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Die Aufgebote des DTTB in Budapest

WTT Champions (18. bis 23. Juli)
Damen: Ying Han (KTS Enea Siarkopol Tarnobrzeg, Polen), Nina Mittelham (ttc berlin eastside), Xiaona Shan (ttc berlin eastside), Petrissa Solja (TSV Langstadt)
Herren: Dimitrij Ovtcharov (TTC Neu-Ulm, Dang Qiu (Borussia Düsseldorf), Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT)

WTT Feeder (18. bis 22. Juli)
Damen: Yuan Wan (TTC Weinheim), Chantal Mantz (TSV Langstadt), Qualifikation: Franziska Schreiner (TSV Langstadt)
Herren: Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt), Ricardo Walther (ASV Grünwettersbach), Fan Bo Meng (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell), Kay Stumper (Borussia Düsseldorf), Qualifikation: Cedric Meissner (TTC OE Bad Homburg), Tobias Hippler (1. FC Köln), Benno Oehme (TTC OE Bad Homburg)
Damen-Doppel: Chantal Mantz/Yuan Wan
Herren-Doppel: Benedikt Duda/Ricardo Walther
Mixed: Franziska Schreiner/Tobias Hippler

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