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Chinas Asse, darunter Xu Xin, starten bis Tokyo nicht mehr im Ausland (Foto: MS)
Keine Auslandsstarts mehr für Chinas Asse bis zu den Olympischen Spielen

WTT: China und Solja sagen Middle East Hub ab

MS 25.02.2021

Doha. Der Chinesische Tischtennis-Verband (CTTA) wird bis zu den Olympischen Spielen keine Turniere im Ausland mehr bestreiten. Das Reich der Mitte cancelte kurzfristig die ursprünglich zugesagte Teilnahme am sogenannten Middle East Hub der Turnierserie World Table Tennis (WTT) in Doha. In der Hauptstadt des Emirats Katar wird vom 3. bis 6. März (Qualifikation ab 28.2.) die Premiere der Contender- sowie vom 8. bis 13. März (Qualifikation ab 6. März) der Star-Contender-Kategorie erfolgen. Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) wird mit einem zwölfköpfigen Spieler-Aufgebot vertreten sein, das die Reise nach Katar bereits angetreten hat. Absagen musste allerdings Petrissa Solja.

Die Europe-Top-16-Siegerin und Weltranglisten-19. verzichtet wegen Rückenproblemen auf Anraten von Mannschaftsarzt Dr. Antonius Kass auf ihre Reise in den Mittleren Osten. DTTB-Sportdirektor Richard Prause erklärt: „Peti kann sich durch den Verzicht auf die Reise etwas schonen und macht in dieser Zeit ein Aufbautraining.“ Abwehrass Han Ying, die noch im Februar Spiele in der Japan League bestritt, reduziert ihre ursprünglich bei beiden Turnieren vorgesehen Auftritte zur Regeneration nur auf das Star-Contender-Event.

China: Keine Turniere im Ausland vor Olympia

China hingegen nennt die aktuelle Corona-Situation als Begründung für seinen Verzicht auf die Teilnahme am Middle East Hub in der kommenden Woche. Das Reich der Mitte gab bekannt, bis ‚Tokyo 2020‘ (23. Juli bis 8. August 2021) seine Stars grundsätzlich nicht mehr zu Turnieren ins Ausland zu entsenden. CTTA-Generalsekretär Qin Zhijian kündigte gegenüber ittf.com an: "Aufgrund der anhaltenden weltweiten Pandemie-Situation werden bis zu den Olympischen Spielen keine unserer Tischtennisspieler außerhalb Chinas Wettkämpfe bestreiten.“ Qin bedauert: „"Wir haben uns sehr darum bemüht, an der ersten WTT-Veranstaltung teilzunehmen und diese zu unterstützen, aber jetzt müssen wir leider unsere Teilnahme am Middle East Hub absagen."

Prause bedauert den fehlenden Vergleich mit China

Richard Prause bedauert den fehlenden Vergleich mit den Weltmeistern und Olympiasiegern in Katar: „Wir bevorzugen es immer, wenn wir uns direkt mit den Chinesen messen können. Aber leider ist notgedrungen in dieser Zeit einfach alles sehr von Corona geprägt.“ Der DTTB-Sportdirektor äußert Verständnis für die Entscheidung der CTTA: „Ich gehe davon aus, dass der chinesische Verband vermeiden möchte, dass durch Reisen ins Ausland wichtige Trainingswochen für seine Spieler verloren gehen. Denn auch für die chinesischen Sportler gilt bei einer Wiedereinreise aus dem Ausland eine sehr strenge, mindestens zweiwöchige Quarantäne, derzeit ist sogar von bis zu drei Wochen die Rede. Wir haben es mit unseren Spielern selbst bei der China-Bubble im November erlebt: Zwei Wochen Quarantäne lassen kein professionelles Training zu, damals war keine professionelle Turniervorbereitung möglich.“

Geplanter WTT China Hub im Mai vorerst verschoben

Ob die Chinesen zumindest im eigenen Land noch vor Tokyo 2020 in den Genuss von internationalen Vergleichen kommen, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesichert. Der ursprünglich von den WTT-Organisatoren für den Monat Mai geplante China Hub, unter anderem mit den Topturnieren Grand Smash und Champions, kommt in der angedachten Form wohl nicht zustande. Prause: „Wegen der sehr langen Quarantänezeiten hat die WTT den für Mai geplante China Hub erst einmal verschoben. Es steht aber im Raum, dass dennoch im Mai vielleicht ein Wettkampf in China stattfindet. Hier müssen wir abwarten, unter welchen Voraussetzungen dieser dann stattfinden würde. Erst danach kann man die Situation neu bewerten.“

Katar: Mischung aus PCR-Tests und Quarantäne

In Katar haben sich die WTT-Organisatoren unter Beachtung der staatlichen Corona-Vorschriften für eine Mischung aus kontinuierlicher Testreihe und Mini-Quarantäne entschieden. Jeder, der nur im Entferntesten mit dem Turnier zu tun hat, muss in der Doha-Blase vor der Anreise zwei PCR-Tests nachweisen - sieben Tage vor Abflug und bis zu maximal 72 Stunden zuvor. Unmittelbar nach dem Eintreffen erfolgt noch im Flughafen Doha ein dritter PCR-Test, anschließend geht es für zwei Tage in eine strikte Hotelzimmer-Quarantäne. Nach der Quarantäne bleibt der Bewegungsradius auf den Hotelkernbereich (ohne Pool, Kraftraum und Strandbereich) und die Halle beschränkt. Außerdem wird alle sechs Tage getestet.

Wichtige Rückmeldung für die nächsten Trainingsmonate

DTTB-Sportdirektor Richard Prause sagt: „Die Gesundheit der Sportler steht auch in Doha im Vordergrund. Wir freuen uns jedenfalls sehr darauf, uns international wieder messen zu können. Was die Ergebnisse anbelangt, gehen wir ohne konkrete Erwartungshaltung an den Start. Wir sehen die Turniere zwar als Gelegenheit, wichtige Punkte für die Weltrangliste zu sammeln, aber vor allem auch als Standortbestimmung auf höchstem Niveau. Wir versprechen uns wichtige Rückmeldungen, die dann in die nächste Phase der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele einfließen können.“

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Die DTTB-Aufgebote


WTT Contender, 3.-6.3. (Qualifikation 28.2.-2.3.)

Hauptfeld
Herren: Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland/WR 12), Benedikt Duda (Bergneustadt/WR 38)
Damen: Nina Mittelham (Berlin/WR 39), Shan Xiaona (Berlin/WR 43)
Qualifikation
Herren: Ruwen Filus (Fulda-Maberzell/WR 42), Dang Qiu (Grünwettersbach/WR 53), Ricardo Walther (Düsseldorf/WR 89)
Damen: Sabine Winter (Schwabhausen/WR 126), Yuan Wan (Kolbermoor/WR 163), Chantal Mantz (Bingen/WR 197)
Trainer
Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Lars Hielscher (Herren Assistenztrainer), Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin)
Physiotherapeut
Peter Heckert (Olympiastützpunkt Hessen)

WTT Star Contender, 8.-13.3. (Qualifikation 6./7.3.)
Hauptfeld
Herren: Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland/WR 12), Patrick Franziska (Saarbrücken/WR 16), Benedikt Duda (Bergneustadt/WR 38), Ruwen Filus (Fulda-Maberzell/WR 42)
Damen: Han Ying (Tarnobrzeg, Polen/WR 22), Nina Mittelham (Berlin/WR 39), Shan Xiaona (Berlin/WR 43)
Qualifikation
Herren: Dang Qiu (Grünwettersbach/WR 53), Ricardo Walther (Düsseldorf/WR 89)
Damen: Sabine Winter (Schwabhausen/WR 126), Yuan Wan (Kolbermoor/WR 163), Chantal Mantz (Bingen/WR 197)
Trainer
Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Lars Hielscher (Herren Assistenztrainer), Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin)
Physiotherapeut
Peter Heckert (Olympiastützpunkt Hessen)

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