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Hochkonzentriert ins Halbfinale: Dima Ovtcharov (Foto: WTT)
Shan Xiaona unterliegt nach starker Leistung im Viertelfinale in fünf Sätzen

WTT Contender: Ovtcharov um 18 Uhr im Halbfinale gegen Harimoto

MS 05.03.2021

Doha. Mit einem dramatischen 3:2-Erfolg über Schwedens WM-Zweiten Mattias Falck hat Dimitrij Ovtcharav das Halbfinale des mit 200.000 Dollar dotierten WTT Contender in Doha erreicht. Im Duell um den Einzug ins Finale fordert der Weltranglistenzwölfte noch heute Abend um 18 Uhr deutscher Zeit den an Position 1 gesetzten Japaner Tomokazu Harimoto heraus. Knapp in fünf Sätzen ausgeschieden ist im Viertelfinale die Berlinerin Shan Xiaona.

Roßkopf: „Ein wirklich starker Auftritt von Dima“

Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf sah einen Dimitrij Ovtcharov, der gegen den Weltranglistenachten sein bislang bestes Spiel in Doha bot: „Heute war es ein wirklich sehr starker Auftritt von Dima, er hat sich in diesem wichtigen Duell enorm gesteigert gegenüber den beiden ersten Runden. Es war ein Match auf sehr hohem Niveau, in dem Dima der beherrschende Spieler war. Das war ein sehr wichtiger Sieg.“

Selbstbewusst setzte Ovtcharov den Schweden, gegen den er die letzten drei Begegnungen beim World Cup 2018 und 2019 sowie bei den European Games 2019 gewonnen hatte, von Beginn an unter Druck. Beim 11:4, 12:14, 11:4, 11:13 und 11:7 dominierte der World-Cup-Sieger von 2017 seinen Gegner in allen fünf Sätzen und erspielte sich auch in den beiden verlorenen Durchgängen nach ständiger Führung am Ende Satzbälle. Jörg Roßkopf: „Dima hat hochverdient gewonnen. Aber gegen Falck darf man keinen Ball nachlassen, er ist immer gefährlich und glaubt in jeder Phase des Spiels an seine Chance, deshalb auch immer wieder herangekommen.“ Im Halbfinale kommt es nun um 18 Uhr zum Duell mit Japans Weltranglistenfünften Tomokazu Harimoto. Im zweiten Vorschlussrundenmatch stehen sich der Taiwanese Lin Yun-Ju und der Franzose Simon Gauzy gegenüber.

Bunt wurde das Spiel im komplett schwarzem WTT-Ambiente durch etliche begeisternde Ballwechsel sowie auch durch die gelbe und in der Folge die gelb-rote Karte, die Dimitrij Ovtcharov bei Verstößen gegen die nur in Pandemiezeiten geltenden Sonderregeln des WTT-Turniers kassierte. „Beim ersten Mal hat Dima den Ball angehaucht, beim zweiten Mal mit der Hand einen Schweißtropfen auf dem Tisch abgewischt. Dafür gab es erst gelb, dann rot-gelb und damit bei einer 8:4-Führung einen Punkt für Falck, wodurch es noch einmal spannend wurde“, beschreibt Roßkopf die Situation und ergänzt: „Diese Angewohnheiten und Rituale, die man seit Jahrzehnten verinnerlicht hat, haben für die Spieler einen Automatismus. Das ist schwer abzustellen und keine Absicht. Bei der gelb-roten Karte hätte ich mir deshalb etwas mehr Fingerspitzengefühl des Schiedsrichters gewünscht.“

Shan Xiaona beindruckt auch im Viertelfinale

Ausgeschieden war zuvor Shan Xiaona. Bei einer 2:1-Führung nach Sätzen durfte die Berlinerin berechtigterweise vom Einzug in das Halbfinale träumen, am Ende des hochklassigen Fünfsatzduells mit Hina Hayata behielt jedoch die favorisierte Linkshänderin die Oberhand. Nach dem mit 8:11 verlorenen ersten Durchgang, bei dem sie vor allem im schnellen Schlagabtausch im Nachteil gegen die Japanerin war, unterbrach die 38-Jährige mit taktisch klugen Tempo-, Schnitt- und Platzierungswechselwechseln den Spielfluss ihrer 18 Jahre jüngeren Gegnerin. Die sich ihr dadurch bietenden Möglichkeiten nutzte die ehemalige EM-Dritte konsequent und sicherte sich die Durchgänge zwei und drei mit 11:5 und 11:8, ehe die WM-Silbermedaillengewinnerin im Doppel ebenfalls ihren Schlagrhythmus änderte, hauchdünn mit 11:8 den Entscheidungssatz erzwang und sich mit 11:3 den Einzug in das Halbfinale sicherte.

„Schade, zu Beginn des fünften Satzes habe ich etwas weniger Selbstvertrauen gehabt, nachdem sie im vierten Satz ihre Taktik geändert und mich mit weicheren Bällen angespielt hat, was für mich sehr unangenehm war. Dadurch sind mir einige leichtere Fehler passiert“, analysierte Shan Xiaona die entscheidende Phase des Matches, in dem sie die Nummer 29 der Welt in zahlreichen Weltklasseballwechseln immer wieder in erhebliche Bedrängnis gebracht hatte. Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp sagte: „Insgesamt hat unsere Taktik in dem Spiel sehr gut funktioniert. Der Verlust des vierten Satzes hat Nana aber etwas verunsichert. Die Niederlage ist sehr schade, denn auch im vierten Satz war lange Zeit eine gute Möglichkeit da, das Spiel nach Hause zu bringen.“

Nach ihren souveränen Erstrundensiegen über die Kanadierin Mo Zhang und die Ukrainerin Margaryta Pesotska, beide in der Rangliste höher eingestuft als die deutsche Weltranglisten-42., zog Mannschafts-Europameisterin dennoch eine überaus positive Bilanz: „Natürlich ist es schade, dass ich heute verloren habe, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden. Vor dem Turnier war meine Form nicht so optimal, deswegen hatte ich mir nicht viel ausgerechnet. Aber in Doha habe ich nun gut gespielt und ich hoffe, nächste Woche beim Star Contender kann ich mich noch etwas steigern.“

Im Damen-Einzel haben außer Hayata mit der 16 Jahre alten Miyuu Kihara und Mima Ito noch zwei weitere Japanerinnen das Halbfinale erreicht, das von Yu Mengyu (Singapur) komplettiert wird.

Kostenpflichtiger Livestream auf XYZ Sports

Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz den Livestream vom WTT Middle East Hub mit den Turnieren Contender (28.2. bis 6.3.) und Star Contender (6. bis 13.3.) verfolgen möchte, der kann dies seit Donnerstag nur noch kostenpflichtig über den Online-Sender XYZ Sports tun. Das Monatsabo für alle dort angebotenen Sportarten kostet 10 Euro.

Die Spiele am Freitag (Auszug)

Herren-Einzel, Viertelfinale
Dimitrij Ovtcharov - Mattias Falck SWE 3:2 (4,-12,4,-11,7)
Halbfinale
18.00 Uhr: Dimitrij Ovtcharov - Tomokazu Harimoto JPN
17.20 Uhr: Lin Yun-Ju TPE- Simon Gauzy FRA
Damen-Einzel, Viertelfinale
Shan Xiaona - Hina Hayata JPN 2:3 (-8,5,8,-8,-3)
Halbfinale
16.00: Mima Ito JPN - Yu Mengyu SGP
16.40 Uhr: Hina Hayata JPN - Miyuu Kihara JPN

WTT Contender: Livestreaming, Ergebnisse, Fakten

Links
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Das DTTB-Aufgebot
in Doha

WTT Contender, 3.-6.3. (Qualifikation 28.2.-2.3.)

Hauptfeld Einzel:
Herren: Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland/WR 12), Benedikt Duda (Bergneustadt/WR 38)
Damen: Nina Mittelham (Berlin/WR 39), Shan Xiaona (Berlin/WR 43)
Qualifikation Einzel:
Herren: Ruwen Filus (Fulda-Maberzell/WR 42), Dang Qiu (Grünwettersbach/WR 53), Ricardo Walther (Düsseldorf/WR 89)
Damen: Sabine Winter (Schwabhausen/WR 126), Yuan Wan (Kolbermoor/WR 163), Chantal Mantz (Bingen/WR 197)
Trainer
Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Lars Hielscher (Herren Assistenztrainer), Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin)
Physiotherapeut
Peter Heckert (Olympiastützpunkt Hessen)

WTT Star Contender, 8.-13.3. (Qualifikation 6./7.3.)
Hauptfeld
Herren: Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland/WR 12), Patrick Franziska (Saarbrücken/WR 16), Benedikt Duda (Bergneustadt/WR 38), Ruwen Filus (Fulda-Maberzell/WR 42)
Damen: Han Ying (Tarnobrzeg, Polen/WR 22), Nina Mittelham (Berlin/WR 39), Shan Xiaona (Berlin/WR 43)
Qualifikation
Herren: Dang Qiu (Grünwettersbach/WR 53), Ricardo Walther (Düsseldorf/WR 89)
Damen: Sabine Winter (Schwabhausen/WR 126), Yuan Wan (Kolbermoor/WR 163), Chantal Mantz (Bingen/WR 197)
Trainer
Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Lars Hielscher (Herren Assistenztrainer), Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin)
Physiotherapeut
Peter Heckert (Olympiastützpunkt Hessen)

 

 

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