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Sabine Winter gewinnt auch mit gebrochener Rippe (Foto: MS)
Sabine Winter: Sieg mit gebrochener Rippe und blauem Daumen / Vier Deutsche ausgeschieden

WTT Contender: Winter und Qiu wollen ins Hauptfeld

MS 01.03.2021

Doha. Dang Qiu und Sabine Winter sind nur noch zwei Erfolge vom Einzug in das Hauptfeld des mit 200.000 Dollar dotierten WTT Contender in Doha entfernt. Ausgeschieden sind am zweiten Qualifikationstag mit Ruwen Filus, Ricardo Walther, Yuan Wan und Chantal Mantz allerdings vier Deutsche. 

Der Grünwettersbacher und die Schwabhausenerin haben es nach 3:0-Erfolgen am Dienstag selbst in der Hand, zusätzlich zu dem gesetzten Quartett Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland), Benedikt Duda (Bergneustadt), Nina Mittelham und Shan Xiaona (beide Berlin) als einer von acht Qualifikanten in die erste Hauptrunde der besten 32 einzuziehen.

Die beiden DTTB-Asse duellieren sich am Dienstag mit Gegnern, denen sie nie zuvor gegenüberstanden. Dang Qiu trifft um zehn Uhr deutscher Zeit in Runde drei zunächst auf dem EM-Zweiten von 2018, Ovidiu Ionescu (Rumänien). Sabine Winter bekommt es zwei Stunden zuvor mit der Weltranglisten-85. Liu Hsing-Yin (Taiwan) zu tun.

Qiu erwartet gegen Ionescu „ein enges Ding“

Der Weltranglisten-53. Dang Qiu hielt heute in seinem ersten Einzel den Belgier Florent Lambiet mit 11:9, 11:8 und 11:6 in Schach. Der Portugal-Open-Sieger gestand anschließend: „Das Resultat war klar auf dem Papier, aber im ersten Satz lag ich mit 7:9 und im zweiten mit 5:7 hinten. Das erste Spiel in einem Turnier ist immer sehr schwer und ich froh, dass ich es gewonnen habe.“ Über seine Form in Doha will der Schwabe nach erst einem Match noch keine endgültige Aussage treffen: „Meine Form ist schon die ganze Saison über gut, aber solch ein internationales Turnier hat seine ganz eigenen Gesetze.“ Qiu ergänzt: „Nach einem Jahr ohne World Tour und dazu noch in einem neuen Turnierformat mit dem gefährlichen Modus ‚best of five‘, schwarzem Boden und schwarzen Tischen ist doch alles erst einmal wieder gewöhnungsbedürftig.“

Bei seinem ersten Duell mit Rumäniens Spitzenspieler Ionescu erwartet Dang Qiu am Dienstagmorgen einen offenen Schlagabtausch: „Es wird natürlich sehr schwer gegen Ovi, der zuletzt in der Bundesliga eine wahnsinnige Form hatte. Ich denke, das wird ein ganz enges Ding.“ Gewinnt das Penholder-Ass, trifft Dang Qiu in der entscheidenden Partie am Nachmittag entweder auf den Kasachen Kirill Gerassimenko oder den Iraner Noshad Alamyan. Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf: „Dang hat heute sehr souverän gespielt und ich hoffe, ihm gelingen jetzt auch die beiden nächste Schritte zum Einzug ins Hauptfeld.“

Sabine Winter: Sieg mit gebrochener Rippe und blauem Daumen

Auch Sabine Winter, die am Dienstag auf die Singapur-Chinesin Yu Mengyu oder die Ägypterin Farah Abdel-Aziz trifft, erhielt von Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp ein Lob: „Sabine hat heute wirklich eine gute Leistung gezeigt.“ Das 11:7, 11:3 und 11:8 ist umso bemerkenswerter, da die zweifache Doppel-Europameisterin ihren 3:0-Erfolg über die Ungarin Szandra Pergel unter wohl einmaligen Umständen erkämpfte. Nicht genug, dass die Nummer 126 der Welt notgedrungen mit einer gebrochenen Rippe nach Katar gereist war, im Training zerbrach sie gestern dann auch noch ihren Schläger an der Tischkante in zwei Teile. Sabine Winter kommentierte lachend: „Mein Daumen ist besser davongekommen als der Schläger, aber dick und blau ist er trotzdem. Irgendwie steht das Turnier für mich unter keinem guten Stern, aber gut gespielt habe ich heute trotzdem.“

Winter hatte vor dem Turnier über eine Absage nachgedacht, sich dann als Selbstzahlerin aber doch anders entschieden: „Normalerweise hätte ich mit gebrochener Rippe und nach drei Wochen Trainingspause abgesagt, aber WTT hätte mir das einem Monat zuvor gebuchte Hotelpakt in Höhe von rund 3.000 Dollar nicht zurückerstattet. So bin ich dann mit einem Lächeln und Schmerzmitteln nach Doha gereist.“ Die Schwabhausenerin, die in den ersten Tagen in Doha die mäßigen Coronavorkehrungen in der Trainingshalle kritisierte, nimmt die Situation mit dem ihr eigenen Humor: „Gestern habe ich mir gesagt, entweder wird jetzt das Turnier meines Lebens oder ich bekomme noch Corona und muss hier in Quarantäne.“

Keine Coronafälle, an der Technik wird gearbeitet

Apropos Corona: Positiv getestete Personen gibt es beim bis zum 13. März dauernden WTT Middle East Hub bislang nicht, wie ITTF-CEO Steve Dainton heute in der Eröffnungspressekonferenz unterstrich: „Die Sicherheitsmaßnahmen wurden in enger Zusammenarbeit mit den Behörden von Katar abgestimmt und waren im Vorfeld bekannt. Mitarbeiter und Spieler werden regelmäßig alles sechs Tage getestet. Es gibt zudem eine Bubble, in der sich nur die am Turnier beteiligten Personen bewegen. Sollte es dennoch zu einem positiven Fall kommen, werden wir sofort die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.“ Auch der holprige Start mit schleppendenden Informationen für Spieler, User und Medienvertreter soll schnell vergessen sein, wie WTT-Direktor Matt Pound betont: „Wir hatten zu Beginn einige technische Probleme. Wenn diese behoben sind, wird der mediale Zugriff um ein Vielfaches besser und informativer sein als bei früheren Veranstaltungen.“

Knappe Niederlage für Ruwen Filus

Ausgeschieden sind am zweiten Tag vier Deutsche. Abwehrass Ruwen Filus, der in Runde eins von einem Freilos profitierte, unterlag in seinem Auftakteinzel Portugals Linkshänder Joao Geraldo denkbar knapp mit 11:13 im Entscheidungssatz. Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf kommentierte: „Wir wussten aber, dass es ein sehr schweres Spiel wird. Es ist sehr schade, dass Ruwen das Match verloren hat. Ein Sieg hätte geholfen, verlorenes Selbstvertrauen zurückzugewinnen und ihm einen Push gegeben.“

Zuvor war der Deutsche Meister Ricardo Walther (Düsseldorf), der gestern erwartungsgemäß keinerlei Mühe mit dem Ägypter Khalid Assar gehabt hatte, in vier Sätzen gegen den Weltranglisten-51. Pavel Sirucek (Tschechien) auf der Strecke geblieben. Jörg Roßkopf: „Ricardo hat gut begonnen und 1:0 nach Sätzen und 7:4 im zweiten geführt. Nachdem der Satz wegging, hat Sirucek allerdings wirklich sehr stark gespielt. Es war ein Spiel auf hohem Niveau, aber am Ende mit dem für uns falschen Sieger. Nach solch einer langen Turnierpause und ‚best of five‘ ist eben alles möglich.“

Bei den Damen verloren Yuan Wan und Chantal Mantz ihre Duelle mit den klar favorisierten Asiatinnen Cheng Hsien-Tzu (Taiwan) und Yu Mengyu (Singapur) in vier beziehungsweise drei Sätzen. Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp sagte: „Wir wussten vorher schon, dass heute die Hürden für Chantal und Yuan sehr hoch sein würden. Immerhin sah es bei Yuan zwischenzeitlich bei einer 5:1-Führung im vierten Satz so aus, dass sie es vielleicht in den Entscheidungssatz schaffen kann. Schade, dass ihr das nicht gelungen ist.“

Livestream und Ergebnisse

Wer bewegte Bilder von der WTT-Premiere sehen möchte, der muss sich für die Qualifikation auf den Youtube-Kanal der Veranstalter begeben und kann dort die Tische 2 bis 4 sehen. Tisch 1 des Hauptturniers wird ab kommenden Mittwoch stets über die neue WTT Website übertragen, auf der auch Auslosungen, Ergebnisse und Informationen eingesehen werden können.


Die Ergebnisse der Deutschen am Montag

Herren-Einzel, 2. Runde
Ricardo Walther - Pavel Sirucek CZE 1:3 (5,-9,-9,-8)
Dang Qiu - Florent Lambiet BEL 3:0 (9,8,6)
Ruwen Filus - Joao Geraldo POR 2:3 (-9,5,-12,7,-11)
Damen-Einzel, 2. Runde
Yuan Wan - Cheng Hsien-Tzu TPE 0:3 (-8,9,-6,-6)
Chantal Mantz - Yu Mengyu SGP 0:3 (-7,-7,-5)
Sabine Winter - Szandra Pergel HUN 3:0 (7,3,8)

Die Ansetzungen der Deutschen am Dienstag
(die Gewinner der 4. Qualifikationsrunde erreichen das Hauptfeld)
Herren-Einzel, 3. Runde
Dang Qiu - Ovidiu Ionescu ROU 10 Uhr, Tisch 6
Damen-Einzel, 3. Runde
Sabine Winter - Liu Hsing-Yin TPE 8 Uhr, Tisch 8
Herren-Einzel, 4. Runde
14 Uhr/14.40 Uhr deutscher Zeit
Damen-Einzel, 4. Runde
14.40 Uhr Uhr/15.20 Uhr deutscher Zeit


WTT Contender: Livestreaming, Ergebnisse, Fakten


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Das DTTB-Aufgebot
in Doha

WTT Contender, 3.-6.3. (Qualifikation 28.2.-2.3.)

Hauptfeld Einzel:
Herren: Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland/WR 12), Benedikt Duda (Bergneustadt/WR 38)
Damen: Nina Mittelham (Berlin/WR 39), Shan Xiaona (Berlin/WR 43)
Qualifikation Einzel:
Herren: Ruwen Filus (Fulda-Maberzell/WR 42), Dang Qiu (Grünwettersbach/WR 53), Ricardo Walther (Düsseldorf/WR 89)
Damen: Sabine Winter (Schwabhausen/WR 126), Yuan Wan (Kolbermoor/WR 163), Chantal Mantz (Bingen/WR 197)
Trainer
Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Lars Hielscher (Herren Assistenztrainer), Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin)
Physiotherapeut
Peter Heckert (Olympiastützpunkt Hessen)

WTT Star Contender, 8.-13.3. (Qualifikation 6./7.3.)
Hauptfeld
Herren: Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland/WR 12), Patrick Franziska (Saarbrücken/WR 16), Benedikt Duda (Bergneustadt/WR 38), Ruwen Filus (Fulda-Maberzell/WR 42)
Damen: Han Ying (Tarnobrzeg, Polen/WR 22), Nina Mittelham (Berlin/WR 39), Shan Xiaona (Berlin/WR 43)
Qualifikation
Herren: Dang Qiu (Grünwettersbach/WR 53), Ricardo Walther (Düsseldorf/WR 89)
Damen: Sabine Winter (Schwabhausen/WR 126), Yuan Wan (Kolbermoor/WR 163), Chantal Mantz (Bingen/WR 197)
Trainer
Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Lars Hielscher (Herren Assistenztrainer), Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin)
Physiotherapeut
Peter Heckert (Olympiastützpunkt Hessen)

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