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Dimitrij Ovtcharov (Foto: WTT)
Doppel Duda/Walther steht beim Feeder-Turnier im Viertelfinale

WTT Champions: Dimitrij Ovtcharov unterliegt Frankreichs Teenager Lebrun

MS 19.07.2022

Budapest. Der Weltranglistenneunte Dimitrij Ovtcharov hat bei der mit 500.000 Dollar dotierten Premiere des WTT Champions (18. bis 23. Juli) in Budapest den Einzug in das Achtelfinale durch eine Niederlage gegen den Franzosen Alexis Lebrun verpasst. Zuvor war zu Beginn des zweiten Turniertages die Berlinerin Nina Mittelham ebenfalls in der Runde der besten 32 gegen die Weltranglistenerste Sun Yingsha (China) ausgeschieden. Timo Boll (19.50 Uhr gegen den US-Star Kanak Jha) und Patrick Franziska (21.10 Uhr gegen den Engländer Liam Pitchford) spielen heute noch um den Einzug in das Achtelfinale, das gestern bereits die Berlinerin Xiaona Shan und der Düsseldorfer Dang Qiu erreichten. Parallel läuft heute in der Budapester Bok Hall der erste Hauptrundentag des Formats WTT Feeder (18. bis 22. Juli), der fünften Kategorie der Turnierserie des Veranstalters World Table Tennis (WTT).

Dimitrij Ovtcharov unterliegt Lebrun mit 2:3

Beim 7:11, 11:6, 5:11, 11:8 und 7:11 hatte der Olympiadritte Dimitrij Ovtcharov vor allem zu Beginn des Spiels Mühe, die variantenreichen Aufschläge des etwas unorthox spielenden Alexis Lebrun zu retournieren. Der erst 18 Jahre alte französische Meister, der immer wieder versucht, mit unerwarteten Platzierungen, Rotationswechseln und Seitschnittblocks den Rhythmus seiner Gegner zu unterbrechen, gewann gegen Ovtcharov auch nach den verlorenen Durchgängen zwei und vier wieder die Kontrolle über das Match zurück, als der Europameister von 2013 und 2015 jeweils zu seinem Spiel gefunden zu haben schien. Trotz der guten Leistung des Franzosen wurde in diesen Situationen besonders deutlich: Der lange verletzte Ovtcharov, der mehr als sieben Monate keine Wettkämpfe bestritt und sich erst im Juni mit Platz beim Lima Contender wieder auf der internationalen Bühnen zurückmeldete, sucht noch der alten Selbstverständlichkeit in seinen Schlägen und Bewegungen. Von der Schlaghärte, Konstanz und Präsenz, mit der ein Ovtcharov in Bestform seine Gegner schier zu erdrücken weiß, blieb der Neuzugang des TTC Neu-Ulm zumindest in Budapest noch ein gutes Stück entfernt. Ovtcharov selbst konnte deshalb auch die Niederlage gut einordnen: "Alexis Lebrun hat schon einige gute Ergebnisse erzielt und spielt mit viel Selbstvertrauen. Das Match heute war heute ein ständiges Auf und Ab, es war sehr von Auf- und Rückschlag geprägt. Es ist zwar schade, dass ich knapp verloren haben, aber das gehört dazu, Das ist absolut in Ordnung für mich nach sieben Monaten Verletzungspause und zwei Operationen. Nach sechs, sieben Wochen Training kann ich nicht mehr von mir erwarten." Ovtcharov plant langfristig: "Ich werde über das gesamt Jahr hinweg von Woche zu Woche und Monat zu Monat meine Form aufbauen. Ich mache mir da gar keinen großen Druck. Nach so einer langen Pause bin ich froh, dass ich 100 Prozent genesen bin, wieder trainieren kann. Es wird sicherlich noch einige Monate dauern, bis ich mein mein konstantes Niveau errreicht habe. Ich bin aber einfach happy, dass ich überhaupt schon so schnell wieder den Anschluss gefunden habe."

7:0, 9:1 und 10:4 gegen die Nummer 1 der Welt

Wie wenig oftmals Ergebnisse den tatsächlichen Verlauf eines Matches widerspiegeln, dafür war am Vormittag die Erstrundenpartie von Nina Mittelham gegen Chinas Superstar Sun Yingsha ein gutes Beispiel. Die Weltranglisten-13. legte gegen die beste Spielerin der Welt schon im ersten Durchgang los wie die Feuerwehr und ging mit 4:0 in Führung. Auch in Satz zwei zeigte die Gewinnerin des WTT Contender in Lima (Peru) mit beeindruckendem Tischtennis über 7:0 und 9:1 bis zu ihrer 10:4-Führung, dass sie an ihren besten Tagen durchaus auch die stärksten Asiatinnen ernsthaft in Verlegenheit bringen kann. Zur Wahrheit des Vormittags gehört freilich aber auch: Chinas Olympia- und WM-Zweite fing die Europe-Top-16-Gewinnern des Vorjahres sowohl im ersten (11:8) als auch im zweiten Durchgang (12:10) noch ab. Sun nutzte gnadenlos auch die kleinste Schwäche der noch nicht konstant genug auf allerhöchstem Niveau performenden Mittelham, die anschließend analysierte: "Ich habe direkt im ersten Satz sehr gut angefangen. Bei 5:5 habe ich leider zwei Chancen zum Punktgewinn liegengelassen und am Ende dann 8:11 verloren. Mein zweiter Satz mit 7:0 und 9:1 war noch viel besser, da ist mir fast alles gelungen. Bei 10:4 wollte ich mir unbedingt den Satz holen und habe mein eigenes Risiko verringert. Leider wurde ich dadurch eben auch zu passiv und habe auf ihre Fehler gewartet. Das reicht gegen eine solche Spielerin aber einfach nicht! Ich hätte einfach konsequent mein eigenes Spiel durchziehen müssen." Auch die Auszeit bei 10:7 brachte keine Wende mehr: "Nach der Auszeit habe ich zwar einen guten Aufschlag gemacht und von ihr auch den Ball bekommen, den ich wollte, habe meine Chance aber nicht nutzen könnnen." Nina Mittelham nimmt jedoch fast nur Positives aus der Partie mit: "Schade, schade, Das ist schon etwas ärgerlich. Aber ich freue mich jetzt erst einmal, dass ich mir überhaupt diese Chancen erspielen konnte, denn normalerweise dominiert sie die Matches gegen fast alle ihre Gegnerinnen viel deutlicher als gegen mich. Mein Niveau jedenfalls heute war um einige Klassen besser als vor einer Woche!"

WTT Champions: Crème de la Crème in Budapest am Start

Das WTT Champions in Budapest ist Teil der sogenannten European Summer Series, die das ursprünglich für den gleichen Zeitraum in Ungarn geplante, dann aber kurzfristig auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschobene WTT-Prestige-Event Grand Smash ersetzt. Das neue Format, bei dem nur jeweils 32 Damen und 32 Herren startberechtigt sind, feiert in Budapest seine Premiere und bildet in der vom Veranstalter World Table Tennis (WTT) kreierten Event-Pyramide die Nummer zwei hinter dem bislang erst einmal ausgetragenen Grand Smash. An den Start geht, basierend auf den Weltranglistenpositionen, die Crème de la Crème des Tischtennissports, erweitert um jeweils zwei Athleten, die mit einer wild card bedacht werden. Das WTT Champions wird an sechs Tagen an einem Tisch und nur im Einzelwettbewerb ausgetragen, maximal vier Spieler pro Nation sind startberechtigt. Zusätzlich zum Preisgeld werden wertvolle Weltranglistenpunkte verteilt. Allein die Sieger erhalten jeweils 1000 Zähler (Zum Vergleich: Für Platz eins bei einem Star Contender gibt es 600 Punkte). Topgesetzt sind in Budapest die Olympiasieger Ma Long und Chen Meng (beide China), die heute ihre Auftaktbegegnungen gewannen.

WTT Feeder: Duda/Walther und Schreiner/Hippler im Viertelfinale

Beim parallel im Komplex der Bok Hall stattfindenden Feeder-Turnier läuft heute ab dem späten Vormittag unter anderem die erste Runde im Einzel mit sechs Deutschen. An Position zwei gesetzt ist der Weltranglisten-32. Benedikt Duda, der am Abend im Einzel zunächst auf den den Rumänen Cristian Pletea trifft, im Doppel mit Ricardo Walther aber bereits das Viertelfinale erreicht hat. Am Vormittag stand zunächst das Achtelfinale im Mixed auf dem Programm. Die deutschen Vorjahresmeister Franziska Schreiner/Tobias, auch Gewinner des Düsseldorf Feeder 2021, schafften mit einem 3:0 über Melanie Diaz/Daniel Gonzalez (Puerto Rico) den Einzug in das Viertelfinale. Die aktuellen Deutscher Meister Yuan Wan/Cedric Meissner unterlagen den ungarischen Lokalmatadoren Dora Madrasz/Nandor Ecseki mit 0:3.

 

WTT Champions

Dienstag, 19. Juli
Damen- und Herren-Einzel, 1. Runde (beste 32)

Nina Mittelham - Sun Yingsha CHN 0:3 (-8,-10,-2)
Dimitrij Ovtcharov - Alexis Lebrun FRA 2:3 (-7,6,-5,8,-7)
Timo Boll - Kanak Jha USA 3:2 (-3,-7,3,9,8)
Patrick Franziska - Liam Pitchford ENG 21.10 Uhr
Montag, 18. Juli
Ying Han - Miyuu Kihara JPN 1:3 (-7,8,-6,-8)
Xiaona Shan - Jia Nan Yuan FRA 3:0 (7,8,8)
Dang Qiu - Anton Källberg SWE 3:1 (6,5,-11,4)
Petrissa Solja - Lily Zhang USA 2:3 (10,-5,4,-5,-8)

Damen- und Herren-Einzel, Achtelfinale (ab Mittwoch)
Xiaona Shan - Mima Ito JPN oder Chen Szu-Yu TPE
Dang Qiu - Tomokazu Harimoto JPN

Links

WTT-Feeder

Dienstag, 19. Juli
Herren-Einzel, 1. Runde (beste 64)

Ricardo Walther - Alex Naumi FIN 4:0 (4,3,7,9)
Fan Bo Meng – Lubomir Pistej SVK 4:0 (4,8,9,10)
Kay Stumper - Alexandar Karakasevic 4:0 (9,5,7,9)
Benedikt Duda – Cristian Pletea ROU 19.50 Uhr, Tisch 4
Damen-Einzel, 1. Runde (beste 64)
Yuan Wan – Saki Shibata JPN 0:4 (-2,-8,-6,-9)
Chantal Mantz – Natalia Bajor POL 4:3 (-8,5,8,3,-4,-8,7)

Herren-Doppel, Achtelfinale
Benedikt Duda/Ricardo Walther – Cristian Pletea/Rares Sipos ROU 13 Uhr, Tisch 1
Cedric Meissner/Benno Oehme - Alexander Chen/David Serdaroglu AUT 2:3 (-6,7,-0,12,-9)
Damen-Doppel, Achtelfinale
Chantal Mantz/Yuan Wan – Tin-Tin Ho/Maria Tsaptsinos ENG 3:0 (7,9,4)

Mixed, Achtelfinale
Yuan Wan/Cedric Meissner – Dora Madrasz/Nandor Ecseki HUN 0:3 (-8,-7,-6)
Franziska Schreiner/Tobias Hippler – Melanie Diaz/Daniel Gonzalez 3:0 (6,9,11)

Mittwoch, 20. Juli
Damen-Einzel, 2. Runde (beste 32)

Chantal Mantz - Qian Tianyi CHN
Herren-Einzel, 2. Runde (beste 32)
Ricardo Walther - An Jaehyun KOR 10.30 Uhr
Fan Bo Meng - Felix Lebrun FRA 11.10 Uhr
Kay Stumper - Tomislav Pucar CRO
Damen-Doppel, Viertelfinale
Benedikt Duda/Ricardo Walther – Alexander Chen/David Serdaroglu 16.50 Uhr
Damen-Doppel, Viertelfinale
Chantal Mantz/Yuan Wan – Xialian Ni/Sarah de Nutte LUX 17.20 Uhr
Mixed, Viertelfinale
Franziska Schreiner/Tobias Hippler – Liu Hsing-Yin/Feng Yi-Hsin TPE 10 Uhr

Die Aufgebote des DTTB in Budapest

WTT Champions (18. bis 23. Juli)
Damen: Ying Han (KTS Enea Siarkopol Tarnobrzeg, Polen), Nina Mittelham (ttc berlin eastside), Xiaona Shan (ttc berlin eastside), Petrissa Solja (TSV Langstadt)
Herren: Dimitrij Ovtcharov (TTC Neu-Ulm, Dang Qiu (Borussia Düsseldorf), Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT)

WTT Feeder (18. bis 22. Juli)
Damen: Yuan Wan (TTC Weinheim), Chantal Mantz (TSV Langstadt), Qualifikation: Franziska Schreiner (TSV Langstadt)
Herren: Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt), Ricardo Walther (ASV Grünwettersbach), Fan Bo Meng (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell), Kay Stumper (Borussia Düsseldorf), Qualifikation: Cedric Meissner (TTC OE Bad Homburg), Tobias Hippler (1. FC Köln), Benno Oehme (TTC OE Bad Homburg)
Damen-Doppel: Chantal Mantz/Yuan Wan
Herren-Doppel: Benedikt Duda/Ricardo Walther
Mixed: Franziska Schreiner/Tobias Hippler

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