Danzig. Wim Verdonschot riss nach dem verwandelten Matchball strahlend die Arme in die Luft. Mit einem 3:1-Erfolg über Südkoreas Linkshänder Cho Daeseong sicherte sich der 20-Jährige in Danzig dank einer Weltklassevorstellung im Finale seinen ersten Einzel-Titel bei einem Turnier der WTT-Feeder-Kategorie und damit den bislang größten Erfolg seiner jungen Karriere. Zuvor hatte der Zweitligaspieler des SV Union Velbert dreimal in den Doppelwettbewerben auf dem Medaillenpodest gestanden.
Wim Verdonschot: "Das ist auf jeden Fall mein größter Erfolg"
Nach einem sehenswerten 3:1 im Halbfinale am Vormittag über Chos Landsmann Kim Minhyeok krönte Wim Verdonschot seine starke Vorstellung in Polen im Finale mit einem Triumph in gleicher Höhe. Der DM-Dritte sicherte sich gegen den in der Weltspitze etablierten Südkoreaner mit 13:11, 11:6, 6:11 und 11:5 vollkommen verdient den Titel und freute sich anschließend: "Das ist auf jeden Fall mein größter Erfolg, zuvor war immer spätestens im Halbfinale Schluss. Deshalb bin ich umso glücklicher, dass ich jetzt Gold gewonnen habe. Damit hätte ich vorher nicht gerechnet."
Zwei Siege in einer Woche gegen Weltklassemann Cho Daeseong
Besonders bemerkenswert: Mit seinem agressivem Angriffstischtennis hielt der im Moment noch auf Platz 145 notierte Rechtshänder die Nummer 64 der Welt bereits zum zweiten Mal innerhalb von sieben Tagen in vier Sätzen auf Distanz. In der Vorwoche hatte Verdonschot auf dem Weg in das Viertelfinale des Feeder-Turniers in Vila Nova de Gaia in Portugal ebenfalls in vier Sätzen die Oberhand über den Asiaten behalten, der seine Klasse erst unlängst beim Europe Smash in Schweden mit seinem bereits dritten Sieg über den Saudi-Smash-Finalisten Patrick Franziska (Saarbrücken) unter Beweis gestellt hatte.
Titelgewinn das Resultat konstanter Leistungen
Der erste Titelgewinn für den seit Monaten stark verbessert spielenden Verdonschot ist das Ergebnis konstanter Leistungen über sämtliche Turniertage hinweg. Der gebürtige Berliner geriet in Danzig weder heute gegen die starken Sükoreaner Cho und Kim noch in den Runden zuvor im deutschen Viertelfinal-Duell gegen Tom Schweiger oder die Auftaktkontrahenten Laurens Devos (Belgien) und Patryk Lewandowski (Polen) und in ernsthafte Gefahr.
Verdonschot: "Ähnlich wie Benne Duda bin ich ein sehr harter Arbeiter"
Verdonschot, der zusammen mit Andre Bertelsmeier im Juni erstmals Deutscher Meister im Doppel wurde, geht erst in seiner zweiten Saison bei den Erwachsenen an den Start. Der Jungprofi weiß um die Gründe für seinen Erfolg: „Ich bin sehr happy über meine Leistungen. Diese sind zu einem großen Teil nur möglich, weil ich in der Trainingsgruppe der Nationalmannschaft in Düsseldorf mittrainiere. Außerdem hilft mir auch mein Ehrgeiz. Ähnlich wie Benne Duda bin ich ein sehr harter Arbeiter, vielleicht ist er aber sogar noch etwas extremer.“
Wim Verdonschot blickt schon auf die nächsten Aufgaben: „Ich hoffe, ich kann in der nächsten Woche beim Feeder Düsseldorf an meine Leistungen anknüpfen oder sogar genauso gut spielen. Zuvor steht aber am Sonntag noch ein Bundesligaspiel gegen Oldenburg auf dem Plan, da möchte ich natürlich auch gerne meine Spiele gewinnen.“
WTT-Stationen in Muskat und Düsseldorf folgen
Die nächsten WTT-Stationen werfen bereits ihre Schatten voraus. Bereits am Montag beginnt in Muskat (Oman) ein mit 300.000 Dollar dotiertes Turnier der Star-Contender-Reihe (17. bis 22.11.), bei dem mit London-Gewinner Dang Qiu, Dimitrij Ovtcharov, Andre Bertelsmeier, Cedric Meissner, Fanbo Meng sowie der Weinheimerin Yuan Wan sechs Vertreter des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) an den Start gehen.
Fünf direkt für das Hauptfeld qualifizierten DTTB-Asse greifen erst ab Mittwoch ins Geschehen, in die am Montag beginnende Qualifikation muss nur der DM-Zweite Fanbo Meng. Er beginnt am Montag um 15.10 Uhr MEZ gegen den Belgier Florent Lambiet.
Zu den Topgesetzten zählen der Olympiadritte Felix Lebrun (Frankreich) und der dreimalige Europe-Top-16-Sieger Darko Jorgic (Slowenien) sowie bei den Damen Champions-Frankfurt-Siegerin Hina Hayata und Satsuki Odo (beide Japan).
Zwei Tage nach Abschluss des Star Contender im Oman geht vom 24. bis 27.11. in Düsseldorf nach der Auflage im Februar der zweite WTT Feeder des Jahres im Deutschen Tischtennis-Zentrum über die Bühne.
Die Ergebnisse am Freitag (Auszug)
Herren-Einzel, Finale
Wim Verdonschot - Cho Daeseong KOR 3:1 (11,6,-6,5)
Halbfinale
Wim Verdonschot - Kim Minhyeok KOR 3:1 (9,-7,9,7)
Cho Daeseong KOR - Mihai Bobocica ITA 3:2 (-10,-8,8,7,2)
Das deutsche Aufgebot beim WTT Feeder Gdansk (10. bis 14. November)
Herren-Einzel
Cedric Meissner (1. FC Saarbrücken-TT), Wim Verdonschot (SV Union Velbert), Kirill Fadeev (TTC Waldniel), Tom Schweiger (TSV Windsbach)
Damen-Einzel
Sophia Klee (TSV Langstadt), Josephina Neumann (TV Okarben/ttc berlin eastside)
Das deutsche Aufgebot beim WTT Star Contender Muscat (17. bis 22. November)
Herren-Einzel
Dang Qiu (Borussia Düsseldorf), Dimitrij Ovtcharov (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell), Andre Bertelsmeier (TSV Bad Köngishofen), Cedric Meissner (1. FC Saarbrücken-TT), Qualifikation: Fanbo Meng (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell)
Damen-Einzel
Yuan Wan (TTC Weinheim)
Betreuer
Dustin Gesinghaus (Bundestrainer Nachwuchskader 1 männlich / U19)
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