Was macht die Tischtennis-Prominenz an Weihnachten? (Fotos: Schillings)
Weihnachten der Tischtennis-Prominenz: Ente mit Rotkraut und Entspannen in Spanien

Würstchen am Heiligabend, Gold bei den European Games

20.12.2018

Frankfurt. Das Tischtennis-Karussell dreht sich das gesamte Jahr über in rasanter Geschwindigkeit. An Weihnachten und Silvester kommt es jedoch nahezu komplett zum Stillstand. Auch die Stars unter den Stars sowie die verantwortlichen Trainer des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) können dann für einige Tage die Seele baumeln lassen.

Eines eint nahezu alle unsere Beispiele, die stellvertretend für die gesamten Spieler der Nationalkader und für die Trainerriege des DTTB stehen: Gefeiert wird Weihnachten traditionell im Kreis der Familie, zu Silvester gesellen sich gute Freunde hinzu.

Timo Boll: Ente mit Rotkraut und Weihnachtsplätzchen

Der Weltranglistendritte Timo Boll freut sich nach einem überaus erfolgreichen Jahr mit der kurzzeitigen Rückeroberung von Weltranglistenplatz 1 im März, den kontinentalen Titeln bei EM und Europe Top 16, Silbermedaillen bei der Team-WM und dem World Cup sowie dem Triple mit Rekordmeister Borussia Düsseldorf auf entspannte Weihnachtstage im heimischen Höchst im Odenwald. Mit seiner Frau Rodelia, Töchterchen Zoey Malaya und seinen Eltern verbringt er den Heiligen Abend. „Bei uns gibt es ganz traditionell Ente mit Rotkraut und Knödeln. Fehlen dürfen natürlich auch die leckeren Weihnachtsplätzchen nicht.“ Geschenke werden nicht in großem Rahmen gemacht, der Rekordeuropameister verrät aber die Ausnahme im Hause Boll: „Wir schenken uns nur wenig, außer natürlich Zoey.“ Zwischen Weihnachten und Silvester („Wir feiern daheim mit einigen Freunden“) wird sich WM-Dritte von 2011, der mit seinem Verein am 5. Januar im Liebherr Pokal-Finale 2018/19 in Neu-Ulm diesmal nicht dabei ist, trotzdem sportlich betätigen: „Wahrscheinlich werde ich aber nur etwas Fitness machen und nicht am Tisch trainieren.“ Für 2019 hat der 37-jährige Boll, dessen erneut erfolgreiches Jahr immer wieder von gesundheitlichen Problemen unterbrochen wurde, nur einen sportlichen Wunsch: „2019 wieder einmal ein komplett verletzungsfreies Jahr zu haben.“

Patrick Franziska: „Über Weihnachten wird definitiv pausiert“

Bevor Deutschlands Superstar im Odenwald die verdiente Weihnachtsruhe genießt, erwartet er mit Borussia Düsseldorf am 21. Dezember noch den 1. FC Saarbrücken TT zum letzten Bundesligamatch des Jahres. Sein Gegner ist dann Patrick Franziska, der 2018 mit dem Einzug in das German-Open-Halbfinale, dem zweiten Platz bei der Team-WM und konstanten Weltklasseleistungen, die ihn im November erstmals auf Platz 13 der Welt katapultierten, das bislang beste Jahr seiner Karriere erlebte. Nachdem der im Saarland lebende Hesse 2018 Weihnachten in Schweden im Kreis der Familie seiner Freundin Frida verbracht, feiert der gebürtige Odenwälder das Fest 2018 in seinem Elternhaus in Darmstadt. Was auf den Tisch kommt, weiß der 26-Jährige nicht. Franziska: „Das ist jedes Jahr unterschiedlich bei uns. Ich lasse mich überraschen. Froh ist er, dass er sich um das Besorgen von Geschenken keinerlei Kopf mehr machen muss: „Dank großer Hilfe meiner Mutter Petra war schon lange vor Weihnachten alles eingekauft. So kann ich nach dem letzten Bundesligaspiel gegen Düsseldorf ganz entspannt das Fest genießen und werde definitiv einige Tage pausieren.“ Während das Silvesterprogramm noch komplett offen ist („Wahrscheinlich daheim mit Freunden“), steht Franziskas sportlicher Wunsch für 2019 fest: „Wieder von großen Verletzungen verschont zu bleiben und eine gute Einzel-WM in Budapest spielen.“

Petrissa Solja: Sicher ist nur Crème Brulée

Für Petrissa Solja ist die Weihnachtszeit immer etwas was ganz Besonderes. Die nach ihrer Rückkehr in die internationale Szene wieder auf Rang 28 in der Welt aufgestiegene Bronzemedaillengewinnerin im Mixed der WM 2017 freut sich sehr auf die ruhigste Zeit des Jahres. Der Grund: „Da ist meine ganze Familie beisammen. Das ist während des Jahres sehr schwierig.“ Was das Kulinarische angeht, lässt sich Petrissa Solja überraschen – mit einer Ausnahme: „Ich weiß zwar noch nicht, was meine Mutter zu Weihnachten auf den Tisch zaubert. Aber eines ist ganz sicher: An einem der drei Tage wird es mit Sicherheit Crème Brulée geben“. Weihnachtsgeschenke sind ein Thema, bei dem die 24-Jährige ein Schmunzeln nicht verbergen kann. Sie verrät: „Ich hatte eigentlich alles besorgt, und mein Freund auch. Aber ich konnte nicht warten, bis er es bekommt und umgekehrt – also haben wir beide sie schon aufgemacht.“ Solja lachend: „Vielleicht schaffen wir es ja im nächsten Jahr, bis Weihnachten zu warten.“ Zwischen den Feiertagen steht Training in Düsseldorf auf dem Programm der Nationalspielerin, die den Wechsel in das neue Jahr gemütlich daheim verbringen wird. Ihren Wunsch für 2019 behält Solja lieber für sich: „Wünsche verrät man nicht, sonst gehen sie nicht in Erfüllung.“

 

 

Han Ying: Entspannen in Spanien

Deutschlands Nummer zwei, die nur eine Position in der Weltrangliste hinter Solja platzierte Han Ying, wird Weihnachten zusammen mit ihrem Ehemann Yang Lei und ihrem Töchterchen Leonie statt im kühlen Düsseldorf unter der Wintersonne Spaniens verbringen und versuchen, Kraft und Energie für das neue Jahr zu tanken. Am 27. Dezember allerdings muss die Deutsche Meisterin schon wieder in Düsseldorf sein. Dann steht für sie und ihre Teamkolleginnen ein viertägiger Lehrgang auf dem Programm. Dieser soll die Grundlage schaffen, um Han Yings Ziele im Jahr 2019 zur Realität werden zu lassen: „Ich wünsche mir ein erfolgreiches Jahr, im Einzel und im Team. Wir wollen 2019 die European Games gewinnen, damit wir uns direkt für die Olympischen Spiele in Tokio qualifizieren.“ 



Shan Xiaona: „Silvester mit der deutschen Mama“

An Petrissa Soljas und Han Yings Seite stand beim olympischen Silbermedaillengewinn 2016 in Rio de Janeiro Shan Xiaona, die nach der Geburt ihrer Tochter Mia in der zweiten Jahreshälfte 2018 ihre Rückkehr an den Tisch feierte. Shan verbringt Weihnachten zusammen mit einer Freundin und wird der Einfachheit halber Essen im Restaurant bestellen: „Mein Mann ist nicht da und wir haben beide viel mit unseren Kindern zu tun, da ist es einfacher, nicht selbst zu kochen.“ Zumindest um Geschenke muss sich Nana, wie Shan Xiaona von ihren Freunden gerufen wird, keinerlei Gedanken mehr machen: „Die habe ich alle zusammen.“ Silvester kommt eine gute Freundin aus der Nachbarschaft ins Hause Shan: „Sie ist eine sehr gute Nachbarin und eine Freundin, sie ist für mich wie meine deutsche Mama.“ Die sportlichen Ambitionen sind für 2019 groß. Augenzwinkernd sagt die 35-Jährige: „Ich möchte gerne meine Weltranglistenposition von 2017 zurückerobern.“ Oder zumindest daran arbeiten, denn der Weg dorthin ist für die durch die Babypause auf aktuell Position 225 zurückgefallene Penholderspielerin ein weiter: Im März 2017 wurde Shan immerhin für einen Monat auf Platz 12 der Welt notiert.

 

 

Jörg Roßkopf: Würstchen am Heiligabend, Gold bei den European Games

„Wir feiern Weihnachten daheim. Mein Bruder und meine Mutter kommen, es gibt Würstchen mit Kartoffelsalat“, verrät Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf seine Heiligabend-Planung. Erweitert wird der Familienkreis am ersten Weihnachtsfeiertag. Roßkopf schmunzelnd: „Am 25. ist dann jeder aus der Familie da, der nicht zuvor bei Drei auf dem Baum ist. Es gibt dann zwei verschiedene Braten, Knödel und alles, was zum Festtagsessen dazugehört.“ Urlaubstage ab dem 18. Dezember sorgten dafür, dass sich der bodenständige Hesse diesmal nicht bis zum 24. Dezember Gedanken über Geschenke machen musste: „Eigentlich bin ich ein Last-Minute-Käufer, diesmal war ich für meine Verhältnisse früh dran.“ Nach den Feiertagen will Rekordnataionalspieler Roßkopf mit sportlicher Betätigung dafür sorgen, dass der Braten auch zeitig wieder abtrainiert wird: „Ich halte mich ja regelmäßig fit und werde sicherlich etwas für den Körper zwischen den Tagen tun.“ Für 2019 wünscht sich der Europameister von 1992 und World-Cup-Gewinner von 1998: „Sportlich hoffe ich unter anderem auf eine Medaille für uns bei der Individual-WM. Mein großes Ziel 2019 ist aber, dass wir uns als Mannschaft bei den European Games mit dem Gewinn der Goldmedaille direkt für die Olympischen Spiele qualifizieren. Mein Hauptwunsch ist aber vor allem, dass wir alle gesund bleiben. Dann sollte der Realisierung der sportlichen Ziele nichts im Wege stehen.“

 

 

Jie Schöpp: Die Bundestrainerin kocht selbst

Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp ist in Sachen Geschenke 2018 etwas später dran als ihr Kollege Roßkopf. „Leider habe ich noch nicht alles beisammen.“ Was das Essen an den Festtagen angeht, hat sich die ehemalige Nationalspielerin noch nicht entschieden: „Nur eines steht fest: Ich werde kochen. Was auf den Tisch kommt, weiß ich aber noch nicht.“ Definiert hat die 50-Jährige allerdings bereits seit langem den letzten Tischtennis-Termin des Jahres. Die einstige Defensivstrategin verbringt die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester gemeinsam mit ihren Nationalspielerinnen beim Lehrgang im Deutschen Tischtennis-Zentrum (DTTZ) in Düsseldorf, bevor sie mit ihrer Familie und Freunden in das neue Jahr hinein feiert. Schöpp äußert sportlich für 2019 nur einen Wunsch: „Dass alle meine Spielerinnen große Fortschritte machen.“

 

 

Richard Prause: „2019 die Weichen für Olympia 2020 stellen“

DTTB-Sportdirektor Richard Prause feiert sowohl Weihnachten als auch Silvester in aller Ruhe im heimischen Hanau. „Weihnachten gehört ganz der Familie. Unser Weihnachtsgericht ist nicht so leicht zu definieren: Rindfleisch, im Geschmack etwas chinesisch angehaucht und sehr lecker. An Weihnachten und an Silvester, wenn noch einige Freunde hinzukommen, wird ganz gemütlich entschleunigt.“ An Geschenken gibt es im Hause Prause eher Kleinigkeiten: „Wir wollen, dass es nicht zu groß wird.“ Die sportlichen Wünsche des Sportdirektors sind schnell definiert: „Für 2019 hoffe ich, dass alle Spielerinnen gesund bleiben und dass wir die vielfältigen Anforderungen und Turniere alle gut unter einen Hut bringen. Und natürlich, dass wir bei den Highlights, also der WM, den European Games und den Europameisterschaften, unser bestes Tischtennis spielen können. Da das Jahr 2020 mit den Olympischen Spielen schon seine Schatten vorauswirft, wollen wir schon 2019 mit sehr guten Ergebnissen die Weichen für Tokio stellen.“

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