Zum 90. von Berni Vossebein: Deutschlands Prominenz gratuliert

SH / Fotos: ms/SH 13.03.2015

Bochum. Es gibt wohl niemanden im deutschen Spitzensport Tischtennis, der Berni Vossebein nicht kennt. Besonders gut kennen ihn fünf prominente und langjährige Weggefährten bzw. Schützlinge, die ihm an dieser Stelle herzlich zum 90. Geburtstag gratulieren.

Eberhard Schöler

     

  • langjähriger DTTB-Vizepräsident Leistungssport und stellvertretender ETTU-Präsident, Präsident des Swaythling Club International in der ITTF, WM-Zweiter 1969 (Einzel und Mannschaft), neunfacher Deutscher Einzel-Meister

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Diane und Eberhard Schöler"Als ich mit dem Tischtennissport begann, war Berni Vossebein eine Größe im WTTV und DTTB. Linkshänder, Angreifer, Kämpfer – immer positiv eingestellt. Es ist ihm hoch anzurechnen, dass er sich später über Jahrzehnte hinweg erfolgreich um den Tischtennis-Nachwuchs gekümmert und unter anderen auch Wilfried Lieck betreut hat. Mir ist in bester Erinnerung, dass Berni nie aufgegeben hat, dass er auch bei hoher Führung keinen Ball verschenkt hat, nach seinem (beruflichen) Motto: der Gegner muss rasiert werden – denn Berni war Friseur.

All das in sportlich fairer Haltung am Tisch und hinterher häufig noch unterlegt mit freundlich-witzigen Anmerkungen. Berni ist ein einmaliger Tischtennis-Charakter!

Ich wünsche ihm einen wundervollen Geburtstag und gute Gesundheit.

Diane, die ihn ebenfalls schätzt, schließt sich diesen Wünschen an."

 

 

Hans Wilhelm Gäb

     

  • DTTB-Ehrenpräsident, ehemaliger Nationalspieler, Journalist und Automobilmanager, in der aktiven Spielerzeit einer der etwas jüngeren Dauerkonkurrenten Vossebeins

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Hans Wilhelm Gäb„Berni war der vermutlich größte Kämpfer in der Geschichte des deutschen Tischtennis-Sports. Er führte über jeden Satz und jedes Spiel seiner Laufbahn ehrgeizig und akribisch Buch. Als ich ihn in den 60er-Jahren als junger Hüpfer das erste Mal schlug, hörte ich ihn in der Kabine grummeln: „Wie kann ich das verlieren? Der Gäb spielt in meinem 'Kämpferbuch' doch überhaupt keine Rolle!“


Berni war aber nicht nur ein unerbittlicher Fighter, sondern auch ein warmherziger und unglaublich guter Kamerad. Nie werde ich seinen rührenden Brief vergessen, den er mir 1994 schrieb, als ich durch eine Leber-Transplantation dem Tod von der Schippe gesprungen war.


Bernis Leben und sein Interesse war und ist noch immer Tischtennis. Noch vor wenigen Wochen bat er mich um ein Plakat aus 1956, als wir gemeinsam in der Mannschaft von Nordrhein-Westfalen im damaligen Deutschland-Pokal der Bundesländer in Gera gegen Thüringen spielten. Das war damals noch gesamtdeutscher Sport, und auf dem Plakat stand der heute noch faszinierende Satz: 'Wir Sportler kämpfen gemeinsam für die Wiederherstellung der Einheit unseres Vaterlandes!' Berni hat auch dafür gekämpft und war ein Idol über alle Grenzen hinweg. Ein großer Spieler, ein Botschafter unserer Sache und ein feiner Mensch!


Ich gratuliere Dir, treuer Freund!“

 

 

Wilfried Lieck

     

  • WM-Finalist Herren-Mannschaft 1969, Mixed-Europameister, fünffacher Deutscher Einzel-Meister

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Wilfried Lieck"Lieber Berni,

nach fast 50 Jahren Betreuung stimmt die Chemie immer noch zwischen uns. Du hast Eigenschaften verkörpert, die heute immer mehr aus der Mode zu kommen scheinen: Disziplin, Kampfgeist, Verlässlichkeit, Fairness.


Du bist durch den immerwährenden Kontakt mit jungen Menschen selbst jung geblieben. Du hast es geschafft, dass sich deine unübersehbare Begeisterung für den Tischtennissport auch auf mich übertragen hat."


 

Dirk Huber

     

  • fast 30 Jahre WTTV-Cheftrainer (seit 2014 Ruhestand), ehemaliger Bundesliga-Coach und Schweizer Nationaltrainer

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Dirk Huber„Ohne Bernis Wirken damals in der Ausbildung zum Übungsleiter wäre ich bestimmt nicht Tischtennis-Trainer geworden. In diesem Beruf habe ich ungezählte wunderbare Erlebnisse gehabt und hatte das Privileg, ganz liebenswerte Menschen kennenzulernen. Dafür bin ich meinem ersten Tischtennis-Lehrer sehr dankbar!


Sein Einfluss auf mich ist so groß, dass es sehr schwerfällt, diesen in nur drei oder vier Sätze zusammenzufassen. Ich versuche es mal:

     

  • Berni war der erste, der mir klar gemacht hat, dass der Tischtennissport mehr ist, als Sätze um den Einsatz eines Drinks zu spielen. Das war anlässlich der damaligen Übungsleiterausbildung in der Sportschule Hennef, Ender der 1960er.

  • Es muss dem Sportler eine Freude sein, sich bis an seine Grenzen anzustrengen und um Siege zu kämpfen; aber im Falle der Niederlage muss man auch dem Gegner Respekt zollen. Billige Ausreden zählen nicht!

  • Jeder Sportler ist ein Individuum. Behandle ihn entsprechend individuell.

  • Es ist auch mal notwendig, Kritik zu üben oder mit einem Sportler zu schimpfen, aber zum Schluss gibt es immer eine Aufmunterung!

  • "Hör bloß nicht mit der Arbeit auf! Die Zusammenarbeit mit den Kindern hält dich lange jung!"

  •  

Die vier ersten Punkte sind eigentlich meine Maximen, aber in der Nachbetrachtung zeigen sie mir, dass ich gerade hier stark von Berni beeinflusst wurde. Punkt fünf - als Zitat kenntlich gemacht - stammt von Berni, als ich ihm berichtet hatte, dass ich bald in Pension gehen würde. Es ist also noch relativ frisch.

 

 

Christian Süß

     

  • 60-facher Nationalspieler, Olympia-Zweiter im Team 2008, vierfacher WM-Finalist (Mannschaft und Doppel), vierfacher Europameister (Mannschaft und Doppel), Deutscher Einzel-Meister 2010

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Christian Süß"Berni ist im Tischtennis eine lebende Legende. Er ist mein erster Trainer gewesen und hat mich viele Jahre, bis in den Herren-Bereich begleitet.


Im Übrigen bin ich meine ersten Strafrunden bei Berni gelaufen. Bei einem meiner ersten Lehrgänge in der Sportschule Kaiserau konnte ich nachts nicht schlafen und habe mich dann im Schlafanzug an die Bar gesetzt. Dort hat mich Berni gesehen, und damit ich in der nächsten Nacht müde genug bin, um zu schlafen, hat er mich ein paar Strafrunden drehen lassen.


Berni ist einer der liebevollsten Menschen überhaupt, und er hat das Herz am rechten Fleck. Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute zu seinem 90. Geburtstag."

 

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