Freude pur beim Meister TTC Langweid (Foto: Verein)
3. Damen-Bundesliga Süd: TTC Langweid gewinnt Zweikampf um den Meistertitel gegen die DJK Offenburg

Zwei Aufsteiger und kein Absteiger

Marco Steinbrenner 28.05.2019

Frankfurt am Main. Der TTC Langweid entschied den spannenden Zweikampf um den Meistertitel in der 3. Damen-Bundesliga Süd für sich und verwies die DJK Offenburg auf Platz zwei. Beide Teams haben den Sprung in das Bundesliga-Unterhaus geschafft. Einen Absteiger in die Regionalliga gibt es diesmal nicht, da mit dem TTC Bietigheim-Bissingen und dem TSV Betzingen gleich zwei Vereine ihre Mannschaft zurückzogen.

TTC Langweid und DJK Offenburg feiern den Aufstieg in die 2. Bundesliga

Trotz der beiden Rückrunden-Niederlagen bei der DJK Offenburg (2:6) und am bedeutungslosen letzten Spieltag daheim gegen den BSC Rapid Chemnitz (4:6) verlief die zweite Saisonhälfte nach Ansicht von Katharina Schneider, Spitzenspielerin des TTC Langweid „für uns optimal. Wir konnten bis zum Schluss an der Tabellenspitze verbleiben und haben viele Spiele dank unseres überragenden Teamgeistes gewonnen.“ Die Mannschaft aus dem bayerischen Schwaben hatte sich ursprünglich vorgenommen, „vorne mitzuspielen. Deshalb haben wir unser Ziel mit dem ersten Platz sogar übertroffen. Das war die bislang spannendste 3. Bundesliga.“ Für die kommende Zweitliga-Saison verändert sich die Mannschaft fast vollständig. Martyna Dziadkowiecz (SV DJK Holzbüttgen) und Sarah Alzinger (TSG Thannhausen) verlassen den Klub. Sowohl Katharina Schneider als auch Martina Erhardsberger werden kürzer treten. „Martina steht höchstens noch im Notfall zur Verfügung und ich werde gelegentlich in unserer Herrenmannschaft aufschlagen“, verrät Schneider. „Der Abschluss mit dem Titelgewinn war daher für uns der perfekte Abschied.“ Maria Krazelova, beste Spielerin im unteren Paarkreuz, bleibt aus dem Meisterteam übrig. Hinzu kommen, so Katharina Schneider, „drei junge Spielerinnen, deren Namen die Verantwortlichen allerdings erst noch bekannt geben wollen“.

Sieben Siege sowie zwei Niederlagen beim SV DJK Kolbermoor II (3:6) und TSV Betzingen (4:6) lassen Petra Heuberger, Nummer fünf der DJK Offenburg, zu dem Fazit gelangen, „dass die Rückrunde fast perfekt lief“. In Betzingen wurde Theresa Lehmann schmerzlich vermisst. Das Saisonziel, den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen, ist dem Team aus dem Schwarzwald als Vizemeister gelungen. Im Vergleich zur Hinrunde machten sich, so Heuberger, die Umstellungen der Doppel bemerkbar. Jana Kirner/Theresa Lehmann und Edina Toth/Petra Heuberger sorgten dafür, dass mindestens eine Partie gewonnen wurde. Außerdem habe sich das hintere Paarkreuz mit Lehmann (7:3-Bilanz) sowie Heuberger (8:3) „deutlich stabiler gezeigt. Insgesamt konnten alle Spielerinnen überzeugen.“ Für die kommende Spielzeit wurde zusätzlich Nathalie Marchetti unter Vertrag genommen. Die Italienerin war bislang für den ATSV Saarbrücken, der seine Mannschaft aus der 2. Bundesliga zurückgezogen hat, aktiv.

SV DJK Kolbermoor II darf sich „Meister der Rückrunde“ nennen

Die erfolgreichste Mannschaft in der Rückrunde war jedoch aufgrund des besseren Spielverhältnisses gegenüber der DJK Offenburg die Reserve des SV DJK Kolbermoor. Die Truppe aus dem Landkreis Rosenheim kassierte nach der kurzen Winterpause als einziges Team nur eine Niederlage. Beim Meister TTC Langweid gab es ein 3:6. Sechs Begegnungen wurden gewonnen und beim TuS Fürstenfeldbruck sowie TSV Schwabhausen II gab es jeweils ein Unentschieden. „Mit dem dritten Rang sind wir sehr zufrieden und haben unser Saisonziel übertroffen“, strahlt Abteilungsleiter Michael Fuchs. „Unsere jungen Spielerinnen haben sich sehr gut weiterentwickelt.“ Iana Zhmudenko überzeugte im zweiten Paarkreuz mit einer 8:1-Bilanz. Naomi Pranjkovic und Laura Kaim punkteten auch im oberen Paarkreuz regelmäßig. Die ehemalige ungarische Nationalspielerin Krisztina Toth wurde in sechs der neun Partien eingesetzt und erwies sich, so Fuchs, „als eine echte Führungsspielerin“. Das Team bleibt für die nächste Spielzeit unverändert zusammen.

Das vierköpfige Mittelfeld der Tabelle wird vom TuS Fürstenfeldbruck, sechs Zähler hinter dem SV DJK Kolbermoor II zu finden, angeführt. „Position vier ist völlig in Ordnung“, resümierte Betreuerin Sandra Peter. Spitzenspielerin Katerina Tomanovska (8:4-Bilanz) stand schließlich in drei Begegnungen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Die große Ausgeglichenheit innerhalb der Mannschaft habe letztlich zu einem „guten Gesamtergebnis“ geführt. Als Ersatzspielerinnen zeigten, so Peter, Marina Heinrich und Emma Noha „sehr gute Leistungen. Beide haben bewiesen, dass sie jederzeit auch in der 3. Bundesliga einsetzbar sind.“ Einen Leistungsanstieg zum Ende der Saison hin beobachtete Sandra Peter bei Rahel Aschwanden. Dagegen habe Stefanie Felbermeier „etwas Pech bei vielen knapp verlorenen Spielen gehabt“. Zur neuen Saison steht Tomanovska aufgrund ihres Wechsels zum Erstligisten TTG Bingen/Münster-Sarmsheim nicht mehr zur Verfügung. „Wir suchen noch einen adäquaten Ersatz“, verrät die TuS-Betreuerin. „Ansonsten bleibt unsere Mannschaft so zusammen.“

BSC Rapid Chemnitz überrascht im bedeutungslosen letzten Saisonspiel

Durch den überraschenden 6:4-Auswärtssieg am letzten Spieltag beim Liga-Primus TTC Langweid schob sich der BSC Rapid Chemnitz noch auf den fünften Tabellenplatz vor. Das Team aus Sachsen blieb von Verletzungen verschont und zeigte nach Beobachtungen von Trainerin Kirstin Neubert wie auch schon in der Hinrunde „gute Leistungen. Ich möchte keine einzelnen Spielerinnen besonders positiv oder negativ herausfiltern, denn alle haben zum Erreichen unserer Ziele beigetragen“.

Drei Siege, zwei Unentschieden sowie vier Niederlagen sind das Ergebnis des TSV Schwabhausen II in der zweiten Serie. Der Klassenerhalt wurde damit frühzeitig und souverän erreicht. Eine sehr starke Rückrunde zeigte Eva-Maria Maier, die nur zwei ihrer zwölf Einzel verlor. Insgesamt kamen bei der Zweitliga-Reserve elf Spielerinnen zum Einsatz. „Wir haben bewusst immer wieder hoffnungsvolle Talente aufgeboten, die sich an das Niveau der Klasse gewöhnen sollen“, erklärt Trainer Alexander Yahmed. Emma Bruch, Sarah Diecke und Luisa Bruch rechtfertigten das Vertrauen ihres Coaches und feierten Siege.

Sowohl in der Hin- als auch in der Rückrunde holte der BSC Rapid Chemnitz II jeweils acht Zähler. „Die Mannschaft hat es geschafft, in der Liga Fuß zu fassen“, freute sich Betreuerin Kirstin Neubert. Nicht ein Heimspiel wurde in Saisonhälfte zwei verloren. Neben vier Siegen gab es 5:5-Unentschieden gegen den TuS Fürstenfeldbruck und die TTG Süßen. Auswärts lief es dagegen nicht so erfolgreich, denn nur am letzten Spieltag konnte beim TTC Bietigheim-Bissingen mit dem 6:2-Erfolg doppelt gepunktet werden.

TTC Bietigheim-Bissingen und TSV Betzingen ziehen ihre Mannschaften zurück

Von „großem Personalmangel“ berichtet Matthias Grünenwald, Vorsitzender des TTC Bietigheim-Bissingen. Nur gegen den TSV Betzingen wurde in der Rückserie mit 6:3 gewonnen. In den übrigen acht Partien konnte nicht gepunktet werden. Spitzenspielerin Karolina Mynarova überragte mit einer 16:2-Bilanz als beste Akteurin der gesamten Liga, während Natalia Mozler im oberen Paarkreuz keines ihrer zwölf Einzel gewann. „Wir haben die Runde irgendwie zu Ende gebracht“, so Grünenwald,, der mit seinem Team auf dem achten Platz landete. Da Annett und Alexandra Kaufmann in der gesamten Saison nicht eingesetzt werden konnten, „stand für uns von Beginn an fest, dass wir die Mannschaft nach der Saison zurückziehen würden“. Die anfängliche Lust der Ersatzspielerinnen sei nach Beobachtungen des Vereinschefs „in der Rückrunde verflogen. Das machte die ganze Sache sehr zäh.“

Apropos Rückzug: Auch der TSV Betzingen wird in der Saison 2019/20 nicht mehr drittklassig sein. „Für uns gestaltete sich der Meldetermin am 15. März als eine zu hohe Hürde. Zu diesem Zeitpunkt war noch völlig offen, ob wir den Klassenerhalt schaffen würden“, erläutert Abteilungsleiter Gerald Horner. „Wir konnten keinen Ersatz beziehungsweise keine Verstärkung für Natalia Kaluzna finden.“ Die Nummer drei reiste immer aus Paris zu den Spielen an. „Der Aufwand war für die Spielerin und uns als Verein zu groß.“ Trotz alledem verlief die Saison nach Ansicht von Horner „zufriedenstellend, denn unsere Erwartungen waren im Vorfeld doch eher bescheiden.“ In der Rückrunde wurden durch die Erfolge gegen die DJK Offenburg (6:4) und den BSC Rapid Chemnitz (6:2) vier Punkte geholt. Auch die 4:6-Niederlage beim Meister aus Langweid wird in Betzingen als „Erfolg“ gesehen. Als Tiefpunkt bezeichnet Gerald Horner die 1:6-Auswärtspackung gegen die TTG Süßen. Zu mehr als dem neunten Tabellenplatz reichte es nicht. Spitzenspielerin Alexandra Schankula wird zukünftig bei den TSV-Herren aufschlagen. Livia Drotarova (TTG Süßen) und Lisa Klett (TTC Weinheim-West) verlassen den Verein.

Nach nicht einem Punktgewinn in der Vorrunde feierte das Schlusslicht TTG Süßen in der zweiten Saisonhälfte immerhin zwei Erfolge sowie drei Unentschieden. „Die sieben Zähler zeigen, dass wir in der Liga auf jeden Fall mithalten können“, stellt die Nummer eins, Katharina Sabo, klar. Besonders das 5:5-Remis gegen den TTC Langweid stach heraus. Das Saisonziel, einen Nichtabstiegsplatz zu belegen, wurde verfehlt. „Trotzdem sind wir sehr froh, weiterhin in der 3. Bundesliga spielen zu dürfen.“ Der 6:1-Heimsieg am zweiten Rückrundenspieltag gegen den TSV Betzingen beendete die Negativserie von bis dato zehn Niederlagen in Folge. „Dieser Erfolg hat natürlich Auftrieb gegeben“, verrät Sabo. Ann-Katrin Ziegler (5:2-Bilanz) und Verena Volz (7:5) überzeugten im hinteren Paarkreuz. Für die nächste Saison verstärken Livia Drotarova (TSV Betzingen) und die erst 14-jährige Lea Lachenmayer vom TTC Frickenhausen das Team.

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