Die letzten Sieger des Europe Top 12 kämpfen auch diesmal um die Titel: Dima Ovtcharov und Wu Jiaduo (Foto: ms)

Europe Top 16: Sieben deutsche Asse kämpfen in Baku um Titel und Medaillen

MS 05.02.2015

Baku. Die vorgesehene Generalprobe für die 1. European Games im Sommer wird es nicht. Die Austragungsstätte in Baku wurde nicht rechtzeitig fertig, und so beschränkt sich das Testevent von Freitag bis Sonntag eher auf organisatorische Erfahrungen mit der Ausrichtung einer Topveranstaltung im Allgemeinen. Der Bedeutung des neuen ITTF Europe Top 16 Cup tut dies keinen Abbruch, und so treten nahezu alle qualifizierten Stars im Tischtennis-Niemandsland Aserbeidschan an, darunter Topfavorit Dimitrij Ovtcharov an der Spitze des siebenköpfigen DTTB-Aufgebots. In Baku geht es für Europas Asse um nicht weniger als die Direktqualifikation für den LIEBHERR Men's World Cup, der im Oktober in Halmstadt (Schweden) ausgetragen wird.

Sieben DTTB-Asse und ein neues Spielsystem

Nach der gestrigen Absage von Timo Boll ("Ich hätte gerne gespielt, aber ich will meine Verletzung jetzt erst einmal auskurieren"), der wegen Problemen mit dem Hüftbeuger eine dreiwöchige Wettkampfpause einlegen muss und auch seinen Start bei den Qatar Open cancelte, gehen mit Dimitrij Ovtcharov (Orenburg/Russlad), Bastian Steger (Bremen) und Steffen Mengel (Bergneustadt) sowie Wu Jiaduo (Metz/Frankreich), Petrissa Solja (Berlin), Kristin Silbereisen (Berlin) und Irene Ivancan (IstanbuI/Türkei) immerhin noch drei Herren und vier Damen des DTTB an den Start. Insgesamt kämpfen 16 Spielerinnen und 16 Spieler bei der modifizierten Version des prestigeträchtigen Europe Top 12 um jeweils drei World-Cup-Plätze. Die Veranstaltung wartet mit einem neuen System auf: Gespielt wird zunächst in vier Vierer-Gruppen jeder gegen jeden (3 Gewinnsätze), die Erst- und Zweitplatzierten der vier Gruppen qualifizieren sich dann für das Viertelfinale. Erstmals bei diesem Turnierformat werden am Sonntag unter den besten Acht alle Positionen ausgespielt.

 Die letzten Europe-Top-12-Sieger kommen aus Deutschland

Siegte sich ins Top 16: Steffen Mengel (Foto: ms)Die letzten Sieger des traditionsreichen Europe Top 12 heißen Dimitrij Ovtcharov und Wu Jiaduo, die sich 2012 in die Liste der Titelträger einreihten. Im Vorjahr in Lausanne war es der für ein Jahr eingeschobene Europe Cup, der an die Stelle des Top 12 trat, und die Titel sicherten sich Marcos Freitas und Liu Jia. Die Gewinner der beiden letzten Jahre gehören auch diesmal wieder zum engsten Favoritenkreis, allen voran Dimitrih Ovtcharov, der seine gute Form am vergangenen Wochenende in St. Wendel beim Energis Master unter Beweis durch einen Finalsieg über Timo Boll unter Beweis stellte. Vor dem gestrigen Abflug zum Stelldichein der besten Europäer war der Topfavorit jedenfalls bester Dinge und ließ seine Fans wissen: "Das war ein toller Erfolg am Samstag: Beim elften Energis Masters in St. Wendel konnte ich mich im Finale knapp mit 3:2 gegen Timo durchsetzen und das Turnier zum ersten Mal gewinnen. Die Form stimmt also einige Tage vor dem wichtigen Top 16 in Baku und den World-Tour-Turnieren in Kuwait und Qatar."

Steffen Mengel freut sich auf sein Top-16-Debüt

Gefährlichste Kontrahenten des Europameisters sind Vorjahressieger Marcos Freitas sowie sein weißrussischer Vereinskollege und Freund, Vladimir Samsonov, auch Mannschafts-Europameister Tiago Apolonia (Portugal) darf sich zum Kreis der engsten Medaillenkandidaten zählen. Der EM-Dritte Bastian Steger und der mittlerweile in der Weltrangliste bis auf Position 25 vorgerückte Steffen Mengel nehmen in der Setzungsliste die Positionen acht und neun ein. Der für Patrick Baum nachgerückte Steffen Mengel, den zuletzt leichte Rückenprobleme zwickten, freut sich ungemein auf sein Top-16-Debüt: "Für mich ist das eine große Ehre, zu den 16 besten Spielern Europas zu gehören. Ich bin zum ersten Mal dabei und freue mich auf das Turnier. Ich werde da locker und entspannt rangehen. Die besten Spieler Europas werden am Start sein, da muss ich in jedem Spiel meine beste Leistung bringen."

Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf trifft am Donnerstag in Baku ein und hofft auf ein gutes Abschneiden seiner Schützlinge: "Ich bin zufrieden, wenn einer der Jungs das Turnier gewinnt. Dima ist natürlich der Favorit." Roßkopf denkt aber auch schon über Baku hinaus: "In Baku geht es zwar um wichtige World-Cup-Plätze. Dass bei einem auf 16 Spieler erweiterten Turnier aber auch noch alle Plätze bis acht ausgespielt werden, halte ich für verbesserungswürdig. Für die Spieler ist es jedenfalls der Auftakt zu stressigen drei Wochen, denn direkt nach Baku folgen die hochkarätigen World-Tour-Turniere in Kuwait und Qatar, die bei der Vorbereitung in Richtung WM wichtig sind."

Bundestrainerin Jie Schöpp wünscht sich Medaillen

Will mindestens ins Halbfinale: Petrissa Solja (Foto: ms)Geht es nach Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp, dann versammeln sich ihre Schützlinge am Finaltag gemeinsam auf den vorderen Rängen: "Den World Team Cup konnte man noch nicht so richtig zählen, aber der Europe Top 16 Cup in Baku ist nun ein Turnier, in das wir mit wirklichen Erwartungen hinein gehen. Petrissa und Jiaduo haben das Zeug, ganz vorne mitzuspielen. Aber warum sollte nicht auch eine dritte Spielerin von uns für die Plätze eins bis drei in Frage kommen, die zum Start beim World Cup berechtigen." Die Erweiterung von 12 auf 16 Starterinnen begrüßt Jie Schöpp: "Es ist gut für uns. Wir können so mit mehr Spielerinnen vertreten sein, die eine Chance erhalten, sich bei einem wichtigen Turnier zu beweisen."

Erwartungen, auch eigene, lasten diesmal vor allem auf den Schultern von Jungstar Petrissa Solja. Die 20-jährige Doppel-Europameisterin geht damit vor dem Turnier gelassen um und gibt sich zurückhaltend selbstbewusst: "Einen Hauptfavoriten zu benennen, ist nicht einfach. Ich bin jedenfalls in guter Form und habe vor Baku bereits eine ganze Reihe an wichtigen Matches gespielt, in der Champions League und bei den Hungarian Open. Das war eine gute Vorbereitung." Vor Jahresfrist erreichte sie als Teenager das Halbfinale: "Mit meinem Ergebnis von Lausanne war ich sehr zufrieden. Ich hoffe, dass ich das mindestens wiederholen kann."

Petrissa Solja visiert erneut das Halbfinale an

Deutschlands erfahrenste Teilnehmerin, Ex-Europameisterin Wu Jiaduo, ist sogar nach zwei Plätze vor Petrissa Solja an Position sechs gesetzt, Kristin Silbereisen und Irene Ivancan folgen in dem sehr ausgeglichenen Feld auf den Plätzen zehn und elf. Schöpps Vorstellung, mit möglichst vielen Spielerinnen um die Medaillenränge zu streiten, wird von prominenten Namen in Frage gestellt. In der Setzungsliste nimmt World-Cup-Halbfinalistin und Vorjahressiegerin Liu Jia (Österreich) die Spitzenposition vor Grand-Final-Halbfinalistin Georgina Pota (Ungarn) und Rumäniens Spitzenspielerin Elizabeta Samara ein, auch die Niederländerinnen Li Jiao und Li Jie sowie die WM-Viertelfinalistin Hu Melek (Türkei) sind in der oberen Hälfte der Setzungsliste vertreten.

Abwehrass Irene Ivancan setzt sich nicht mit anvisierten Position unter Druck: "Ich bin froh, überhaupt dabei sein zu können. Ich hatte lange gedacht, es dürften nur maximal zwei Spielerinen aus einem Land vertreten sein. Deshalb habe ich mich nicht speziell auf das Turnier vorbereitet." Ivancan weiter: "Ende letzten Jahres habe ich international in Schweden und in Russland nicht so gut gespielt. Deshalb ist eine Platzierung für mich in Baku auch erst einmal nebensächlich: Ich hoffe, dass ich vor allem mein Selbstbewusstsein und die Quallität, auf jeden einzelnen Punkt konzentriert zu sein, wieder zurückgewinnen kann."

 

Zur Auslosung (am Donnerstag) und den Ergebnissen (ab Freitag)

 

Der Zeitplan

Will auf jeden einzelnen Punkt konzentriert sein: Irene Ivancan (Foto: ms)Eineinhalb Tage lang steht in Baku, das der deutschen Zeit drei Stunden voraus ist, die Gruppenphase im Mittelpunkt des Geschehens, bevor ab Samstagnachmittag die Viertelfinalbegegnungen ausgetragen werden. Somit warten auf Athleten und Trainer lange Tage. Die ersten Spiele am Freitag werden um zehn Uhr (sieben Uhr deutscher Zeit ausgetragen, die letzten um 22 Uhr, Samstag und Sonntag wird frühestens um 22 Uhr Schluss sein in der Halle.

Freitag

10 Uhr bis ca. 23 Uhr: Gruppenspiele

Samstag

10 Uhr bis ca. 16 Uhr: Gruppenspiele

16.30: 2 Viertelfinalspiele Damen

17.30: 2 Viertelfinalspiele Damen

18.30: 2 Viertelfinalspiele Herren

19.30: 2 Viertelfinalspiele Herren

20.30 Uhr bis ca 22 Uhr: Platzierungsspiele

Sonntag

10 Uhr bis 12 Uhr: Platzierungsspiele

12 Uhr: Halbfinale Damen

13 Uhr: Halbfinale Damen

14 Uhr: Halbfinale Herren

15 Uhr: Halbfinale Herren

16 bis 18 Uhr: Platzierungsspiele

18 Uhr: Spiel um Platz 3 Damen

19 Uhr: Spiel um Platz 3 Herren

20 Uhr: Finale Damen

21 Uhr: Finale Herren

 

Das Teilnehmerfeld des ITTF European Top 16 Cup im Überblick

Herren

1. Dimitrij Ovtcharov

2. Marcos Freitas POR

3. Vladimir Samsonov BLR

4. Tiago Apolonia POR

5. Panagiotis Gionis GRE

6. Andrej Gacina CRO

7. Robert Gardos AUS

8. Bastian Steger

9. Steffen Mengel

10. Kristian Karlsson SWE

11. Simon Gauzy FRA

12. Adrien Mattenet FRA

13. Joao Monteiro POR

14. Par Gerell SWE

15. Paul Drinkhall ENG

16. Farhad Ismayilov AZE


Ersatz

Patrick Franziska

Liam Pitchford ENG

Grigory Vlasov RUS

 

Damen

1. Liu Jia AUT

2. Georgina Pota HUN

3. Elizabeta Samara ROU

4. Li Jiao NED

5. Hu Melek TUR

6. Wu Jiaduo

7. Li Jie NED

8. Petrissa Solja

9. Iveta Vacenovska CZE

10. Kristin Silbereisen

11. Irene Ivancan

12. Margaryta Pesotska UKR

13. Li Qian POL

14. Polina Mikhailova RUS

15. Bernadette Szöcs ROU

16. Maryam Imanova AZE


Ersatz

Sabine Winter

Natalia Partyka POL

Ni Xialian LUX

Britt Eerland NED


Hinweis: Patrick Franziska und Sabine Winter können nur ins Starterfeld rutschen, wenn ein deutscher Spieler bzw. eine deutsche Spielerin absagt.

Das Aufgebot des DTTB

Herren: Steffen Mengel (Bergneustadt), Dimitrij Ovtcharov (Orenburg/Russland), Bastian Steger (Bremen)

Damen: Irene Ivancan (Istanbul/Türkei), Kristin Silbereisen (Berlin), Petrissa Solja (Berlin), Wu Jiaduo (Metz/Frankreich)

Trainer: Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin), Wang Guohui, Zhu Xiaoyong (beide Bundesstützpunktrainer)

Physiotherapeutin: Birgit Schmidt (OSP Hessen)

Schiedsrichter: Michael Zwipp (Oberschiedsrichter), Klaus Seipold, Gert Selig

 

 

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