Berni Vossebein bei der Senioren-WM 2006 in Bremen (Foto: MS)
Am Dienstag ist Berni Vossebein gestorben, der älteste, lebende Deutsche Meister im Tischtennis

Berni Vossebein ist tot / „Mit ihm endet ein Zeitalter unseres Sports“

SH 13.01.2021

Bochum. Der Löwe von Bochum hat seinen letzten Kampf verloren. Am 12. Januar ist Bernhard „Berni“ Vossebein im Alter von 95 Jahren in seiner Heimatstadt Bochum verstorben. Das hat seine Familie mitgeteilt. Der ehemalige Nationalspieler und langjährige Trainer erlag den Folgen eines Schlaganfalls. Er war der älteste, lebende Deutsche Meister im Tischtennis, zählte in den 1940er- und 50er-Jahren zu den besten Herren im Deutschen Tischtennis-Bund. Im Doppel und Mixed errang er sieben nationale Meister-Titel. Zweimal unterlag er im Einzel erst im Finale.

„Mit ihm geht ein Zeitalter unseres Sports zu Ende, der Inbegriff für Kampfgeist am Tisch, eine niemals endende Begeisterung für unseren Sport und ein Beispiel für warme Menschlichkeit“, sagte DTTB-Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb. „Berni verdient alle Ehrungen, die unser Sport ihm geben kann.“

Berni Vossebein nahm an vier Weltmeisterschaften teil (1953 in Bukarest, 1956 in Tokio, 1957 in Stockholm und 1959 in Dortmund) und wurde insgesamt 16 Mal in die Nationalmannschaft berufen. Nach dem Ende seiner Spielerkarriere arbeitete er als Betreuer und Trainer hauptsächlich im Jugendbereich. Von 1971 bis 1987 war er Verbandstrainer des Westdeutschen Tischtennis-Verbands und trainierte und coachte bekannte Größen von Wilfried Lieck bis Christian Süß. Im Anschluss war er weiterhin als Stützpunkttrainer tätig, gab seine Erfahrungen auch hier an die jungen Kolleginnen und Kollegen weiter und wusste bis zuletzt dank seines phänomenalen Gedächtnisses jede Runde mit Anekdoten zu unterhalten.

Disziplin, Kampfgeist, Verlässlichkeit und Fairness

Wegen seines berühmten Kampfgeists hatte ihm ARD-Rundfunkreporter Heinz Eil den Spitznamen "Löwe von Bochum" gegeben – ein passender Name für Vossebein in allen Lebenslagen. Denn vorzeitiges Aufgeben war für den Linkshänder und Angreifer weder im Sport noch im täglichen Leben eine Option. Dank seiner positiven Grundeinstellung hatte er schwierige Phasen wie schwere Erkrankungen oder den Tod seiner Ehefrau Christel gut gemeistert. Dabei halfen ihm seine bis zuletzt anhaltende Liebe und Verbundenheit zum Tischtennissport und der anhaltende lebhafte Kontakt zu den dort gefundenen Freunden.

Disziplin, Kampfgeist, Verlässlichkeit und Fairness zeichneten ihn aus. Trotz aller Erfolge als Spieler und Trainer ist der gelernte Friseurmeister immer bodenständig geblieben. „Du warst und bist einfach ein feiner Mensch. In unserem Sport giltst du seit Langem als eine historische Persönlichkeit“, schrieb ihm sein langjähriger Weggefährte Hans Wilhelm Gäb zum 95. Geburtstag im vergangenen Jahr. Eine größere Feier mit der Tischtennis-Familie im Jahr 2020 hatte die Corona-Pandemie verhindert.

Tischtennis-Deutschland trauert um einen der ganzen Großen der Sportart.

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