Rund 80 Delegierten aus den Landesverbänden nahmen am 14. Bundestag in Frankfurt teil. (Foto: DTTB)
Neue Altersklassen bei Senioren und Jugend eingeführt / Bundestag verabschiedet Ethik-Code

DTTB-Bundestag: Geiger wiedergewählt / Wechsel zur Winterpause auch in Bundesspielklassen möglich

BP 01.12.2019

Frankfurt/Main. Beim 14. Bundestag in Frankfurt/Main wurde der Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) Michael Geiger und seine Präsidiumskollegen für weitere zwei Jahre gewählt. Zukünftig werden auch in den Bundespielklassen Wechsel zur Winterpause möglich sein. Außerdem verabschiedete der DTTB-Bundestag einen Ethik-Code.

Präsidium mit Gegenstimmen wiedergewählt

In einer vom Bayerischen Tischtennis-Verband beantragten geheimen Wahl fielen 178 der 235 Stimmen der Versammlungsteilnehmer/innen auf DTTB-Präsidenten Michael Geiger, bei vier Enthaltungen und 53 Nein-Stimmen. Geiger, zuletzt zwei Mal ohne Gegenstimme gewählt, war von dem Ergebnis enttäuscht: „Letztes Jahr beim Bundestag hatte ich in meiner Grundsatzrede die Vertrauensfrage an die fünf größten Verbände gestellt und mich schließlich nach vielen positiven Gesprächen, auch mit diesen fünf Verbänden, für eine erneute Kandidatur entschieden.“ Hätte er dieses Ergebnis geahnt, so der Präsident, wäre diese Entscheidung mit großer Wahrscheinlichkeit anders ausgefallen. „Dennoch habe ich die Wahl angenommen, weil eine große Mehrheit mir das Vertrauen ausgesprochen hat. Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass im Wesentlichen zwei der größten der zwanzig Landesverbände mit ihren Stimmpaketen gegen mich als einzigen Kandidaten für dieses Amt gestimmt haben.“

Bereits zu Beginn des Bundestages hatte der Präsident des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes (WTTV) Helmut Joosten im Auftrag der fünf größten Landesverbände Stellung zur letztjährigen Grundsatzrede des Präsidenten genommen: „Michael Geiger übt sein Amt mit großem Engagement aus und trägt maßgeblich zum positiven Image unseres Verbandes bei“, erläuterte Joosten. „Dennoch ist Vertrauen keine Einbahnstraße und wir müssen damit leben, dass Vorschläge, Forderungen und Anmerkungen von unserer Seite immer wieder ignoriert werden.“ Besonders die Strukturen im Hochleistungssport, Konzepte in der Sportentwicklung und das Haushaltsdefizit seien Themen, die die Landesverbände gemeinsam mit dem DTTB zukünftig verstärkt angehen wollen, so der WTTV-Präsident.

Gegenstimmen gab es auch bei den Wahlen der weiteren Präsidiumsmitglieder. Vizepräsident Sportentwicklung Arne Klindt wurde zwar wiedergewählt, das Ergebnis war bei 126 Ja- und 105 Nein-Stimmen sowie fünf Enthaltungen jedoch sehr knapp. Andreas Hain zog seine Kandidatur für das Amt kurzfristig zurück. Vizepräsident Finanzen Jürgen Konrad (203 Ja, 21 Nein, 12 Enthaltungen) und Vizepräsidentin Leistungssport Heike Ahlert (185 Ja, 37 Nein, 14 Enthaltungen) bekamen vom Plenum ebenfalls eine Mehrheit. Vizepräsident Jugendsport Ralf Tresselt hingegen bestätigten die Delegierten einstimmig. Gewählt wurde er bereits bei der Jugendwartetagung dieses Jahr - er folgt auf Jürgen Ahlert, der zuvor zwölf Jahre das Amt innehatte.

Haushalt 2018 und Haushaltsplan 2020 genehmigt

Der Haushalt für das Jahr 2018 wurde mit einem Defizit von 182.000 Euro abgeschlossen, immerhin 161.000 Euro besser als geplant. Für das Jahr 2019 erwartet der Vizepräsident Finanzen Jürgen Konrad ein Minus von 230.000 Euro. Und auch 2020 ist ein Defizit von 260.000 Euro geplant. Der DTTB verfügt aber noch über Betriebsmittelrücklagen von knapp einer Million Euro – das Polster resultiert in erster Linie aus Erträgen von Großveranstaltungen. Dennoch mahnt Konrad, neue Wege zu finden: „Es wird zunehmend schwieriger, Einsparungen zu finden. Und diese decken gerade noch die steigenden Kosten. Wir müssen auf Dauer neue Finanzierungskonzepte finden.“ Dafür bot der Vizepräsident Finanzen auch allen Delegierten die volle Einsicht in Unterlagen an: „Wir sind transparent und offen für alle Tipps und Ratschläge, unser strukturelles Haushaltsdefizit zu reduzieren.“ Der Bundestag genehmigte den Haushalt 2018 einstimmig, genauso wie den Haushaltsplan 2020. Bei letzterem enthielten sich jedoch vier große Landesverbände.

Wechsel ab Oberliga zukünftig auch zur Winterpause möglich / 4er-Mannschaften auch in Regional- und Oberligen

Ab kommender Saison wird es zudem in den Bundesspielklassen ab der Oberliga möglich sein, in der Winterpause zu wechseln, wie es in den niedrigeren Spielklassen bereits erlaubt ist. Gespielt wird ab der Saison 2021/22 auch in Regional- und Oberligen mit 4er- statt 6er-Mannschaften. In den Bundesligen, ausgenommen der TTBL, ist das bereits der Fall. Die Delegierten lehnten hingegen den Antrag ab, neben der Spielberechtigung in Deutschland eine weitere im Ausland zu besitzen. Außerdem ergänzte der Bundestag die Wettspielordnung um einen Passus, nach dem in Relegationen nur Spieler eingesetzt werden dürfen, die in der Rückrunde mindestens drei Spiele absolviert haben.

Mehrheitlich angenommen wurde die Einführung der zusätzlichen Altersklassen Jugend 8, 9, 10, 16 und 17. Konkrete bundesweite Turniere gibt es für diese Nachwuchs-Jahrgänge noch nicht, aber die Möglichkeit zur Einführung sollte kurzfristig bestehen können. Auch bei den Senioren gibt es fortan drei zusätzliche Altersklassen: die Senioren 45, 55 und 85. In den Spielklassen ab 60 gibt es bereits Fünf-Jahres-Schritte. Die kürzeren Abstände bei den jüngeren Jahrgängen seien nach Ansicht des Antragstellers wünschenswert, weil auch diese Spielerinnen und Spieler aufgrund ihres Alters immer mehr an Spielstärke einbüßten.

Alle angenommenen Anträge finden Sie hier.

Ethik-Code einstimmig verabschiedet

Das Thema Transparenz stand auch bei der Einführung eines Ethik-Codes im Mittelpunkt, der schließlich auch einstimmig vom Bundestag beschlossen wurde. Der DTTB treibt das Thema „Good Governance“ voran und der Code bildet den übergeordneten ethischen Orientierungsrahmen, in dem Werte und Grundsätze definiert sind, um das Verhalten und den Umgang innerhalb des DTTB und gegenüber Außenstehenden zu bestimmen. Es geht um Toleranz, Respekt und Würde, um Nachhaltigkeit, eine Null-Toleranz-Haltung bei Verstößen gegen Fairplay, bei Doping und Spielmanipulation, um Transparenz, Integrität und Partizipation.

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