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Diane und Eberhard Schöler bei der Senioren-EM in Bremen (Foto: MS)
„Lady Tischtennis“ wird am 14. April 85 Jahre alt. Tischtennis-Deutschland gratuliert

Herzlichen Glückwunsch, Diane Schöler

SH 12.04.2018

Kaarst. England im Jahr 1947. Eigentlich hatten sich Diane und Rosalind Rowe Fahrräder zu Weihnachten gewünscht. Was sie bekamen, waren Tischtennisschläger. Die damals 14-jährigen Zwillinge waren bedient, schlugen zunächst missmutig den Ball über den Esstisch, trafen die Wohnzimmerkommode und andere Möbelstücke. „Mum sah schon zerbrochenes Geschirr vor ihrem geistigen Auge, und Daddy überlegte, ob er uns wirklich das Richtige geschenkt habe“, erinnerten sich die Schwestern im Buch „The Twins on Table Tennis“ schon Mitte der 1950er-Jahre an diese Begebenheit.

Es sollte der holprige Beginn einer später glanzvollen Karriere im Tischtennis sein. Die Rowe-Zwillinge standen zwischen 1951 und 1955 in fünf aufeinander folgenden Doppel-Finals bei Weltmeisterschaften, gewannen den Titel 1951 und 1954. Sie waren elegant, spielten athletisch, hatten tadellose Manieren. Eine Mischung aus Erfolg und Auftreten, der ihnen weltweite Berühmtheit einbrachte. Als sie durch Neuseeland reisten, beschrieb die britische Tageszeitung „The Telegraph“ Fans, die sich an Fensterbänke klammerten, um einen Blick auf sie zu erhaschen.

Gäb: „Diane hat unserem Sport Glanz gegeben

Ihr langjähriger Trainer Viktor Barna, der fünffache Einzel-Weltmeister der 1930er-Jahre aus Ungarn, betonte: "Sie sind beliebt, weil sie großes Talent, Kampfgeist, Persönlichkeit und Charme haben. Sie kleiden sich akkurat und ihr Verhalten am Tischtennistisch ist vorbildlich. Sie keuchen oder schreien nie, wenn sie einen Ball verschlagen und spielen niemals für die Galerie."

Für ihre Familie mit insgesamt vier Kindern gab Rosalind – die nach ihrer Hochzeit Rosalind Cornett hieß – ihre Tischtenniskarriere auf und verfolgte Dianes weiteren grandiosen Werdegang. Die 20 Minuten jüngere Schwester gewann zwischen 1951 und 1973 insgesamt 20 Medaillen bei Weltmeisterschaften und 14 Medaillen bei Europameisterschaften, zunächst als Britin, ab 1966 dann als Deutsche, dem Jahr, in dem sie Eberhard Schöler heiratete und von da an Diane Schöler hieß. Für Deutschland bestritt sie 70 Länderspiele und nahm unter anderem an vier Weltmeisterschaften teil. An der Seite ihres Ehemanns gewann Diane Schöler 1971 noch einmal WM-Bronze im Mixed. Ihr letztes Länderspiel bestritt die Linkshänderin mit dem feinen Händchen für Rotationswechsel 1973, blieb aber noch mehrere Jahre danach als Spielertrainerin in der höchsten deutschen Spielklasse für den Post SV Düsseldorf aktiv.

"Diane ist eine Spielerin, die unserem Sport als Athletin und als Lady auf der großen internationalen Ebene Glanz gegeben hat“, sagt DTTB-Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb, ein Weggefährte und enger Freund der Familie, und fügt hinzu. „Heute fast undenkbar: Um die Rowe-Zwillinge spielen zu sehen, sind Anfang der 50er-Jahre 10.000 Zuschauer nach Wembley gekommen."

Karriere nach der Karriere: Trainerin und Funktionärin

Nach Beendigung ihrer Laufbahn als Spielerin gab Schöler ihre Erfahrungen weiter: als Trainerin ihres Düsseldorfer Vereins und langjährige Damenwartin des WTTV. Daneben stand und steht die zweifache Mutter und mehrfache Großmutter zunächst als Generalsekretärin, dann Präsidentin und inzwischen Ehrenpräsidentin an der Spitze des angesehenen Swaythling Club, der Vereinigung ehemaliger Tischtennis-Persönlichkeiten aus allen Kontinenten.

Das Wochenende ihres 85. Geburtstags verbringt Diane Schöler in ihrem Wohnort Kaarst-Holzbüttgen im Kreise ihrer Familie und mit engen Freunden, allerdings ohne ihre Zwillingsschwester Rosalind. Diese ist 2015 verstorben.

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