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Chantal Mantz will Deutsche Meisterin werden (Foto: Schiefer)
Gegner im Finale sind Titelverteidigerin Nina Mittelham und Ex-Meister Bastian Steger

DM: Chantal Mantz und Benedikt Duda können erstmals Meister werden

MS 29.08.2021

Bremen. Die Finalisten stehen fest. Bei den 89. Deutschen Meisterschaften in Bremen spielen am Nachmittag Benedikt Duda und Bastian Steger (14.15 Uhr) sowie Titelverteidigerin Nina Mittelham und Chantal Mantz (13.30 Uhr) um die Titel. Im Doppel könnte das Duo Duda/Dang Qiu seinen vierten Titel in Folge gewinnen und damit den 30 Jahre alten Rekord der Ex-Weltmeister Jörg Roßkopf/Steffen Fetzner einstellen.

Chantal Mantz erstmals im Finale

Nina Mittelham greift bei den Deutschen Meisterschaften nach ihrem dritten Titelgewinn in Folge. In einem von Beginn an vollkommen ausgeglichenem Halbfinale setzte sich die Mixed-Europameisterin aus Berlin nach 2:3-Satzrückstand mit 11:9 im entscheidenden siebten Durchgang gegen Sabine Winter (Schwabhausen) durch, mit der Mittelham Ende Juni bei der EM in Warschau zusammen Silber im Doppel geholt hatte.

Gegnerin von Nina Mittelham wird Chantal Mantz sein, die erstmals das Einzel-Finale der Deutschen Meisterschaften erreichte. Die 25 Jahre alte Langstädterin stoppte in der Vorschlussrunde mit einem 4:2-Erfolg den Vormarsch der zehn Jahre jüngeren Annett Kaufmann. Nach einem 1:2-Satzrückstand stellte Mantz mit dem wichtigen Gewinn des fünften Durchgangs (13:11) die Weichen auf Sieg. Die Hessin, die 2017 Europameisterin in der Altersklasse U21 wurde, sagte nach ihrem Erfolg: "Natürlich hat Annett gestern gut gespielt und sie hat sich sehr verbessert, aber ich war trotz ihres guten Starts nicht nervöser als sonst. Wir hatten vorher schon einige Male gegeneinander gespielt und ich wusste, was mich erwartet. Nach dem Rückstand zu Beginn habe ich mich gesteigert und am Ende heute auch verdient gewonnen. Nun noch den Deutschen Meistertitel zu holen, wäre natürlich ein Traum. Ich bin glücklich, im Finale zu stehen. Nina ist die Favoritin, aber ich fühle mich in der Rolle der Außenseiterin wohl. Sollte es aber Silber werden, kann ich ebenfalls zufrieden mit meiner Leistung hier in Bremen sein."

Die unterlegene Kaufmann hatte gestern vollkommen überraschend im Viertelfinale den Titelambitionen der topgesetzten dreimaligen Deutschen Meisterin Kristin Lang ein Ende bereitet. Im Falle des Turniersieges hätte die dreifache Schülerinnen-Europameisterin Annett Kaufmann, die vor zwei Monaten 15 Jahre alt wurde, sogar als jüngste Deutsche Meisterin aller Zeiten ihren Namen in den Pokal gravieren lassen. Diese Rekordmarke hat nun weiterhin für Nicole Struse bestand, die 1987 in Berlin im Alter von 15 Jahren und neun Monaten den ersten ihrer insgesamt neun Meistertitel gewann. Über den verpassten Finaleinzug zeigte sich Kaufmann enttäuscht: "Das ist schon etwas ärgerlich, weil ich gegen Chantal vorher auch schon gewonnen hatte. Ich habe versucht verschiedene Taktiken zu spielen, doch Chantal hat einfach sehr viele Bälle zurückgebracht. Deshalb bin ich jetzt schon erst einmal etwas traurig, obwohl ich weiß, dass ich in ein paar Tagen auch stolz und glücklich über den dritten Platz sein kann.  Insbesondere der Sieg über Kristin Lang, den ich überhaupt nicht erwartet hatte, gibt mir viel Selbstvertrauen."

Fan Bo Meng: "Hätte mir das jemand gesagt, ich hätte ich ihm den Vogel gezeigt"

Bei den Herren kämpfen der 27 Jahre alte Benedikt Duda und der 13 Jahre ältere Bastian Steger um den Titel. Für den Bergneustädter Duda, die Nummer vier des deutschen Olympia-Silberteams von Tokio, wäre es nach vier Erfolgen im Doppel (dreimal mit Dang Qiu, einmal mit Steffen Mengel) der erste Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Einzel, während sich der Bad Königshofener Steger 2011 und 2012 jeweils mit dem Titel schmücken konnte. Der zweimalige EM-Dritte Bastian Steger erreichte heute in einem Sieben-Satz-Marathon gegen Abwehrkünstler Ruwen Filus (Fulda-Maberzell) das Endspiel.

Benedikt Duda nahm bei seinem 4:1-Erfolg über den erst 20 Jahre alten Fan Bo Meng Revanche für die am Mittwoch in der TTBL erlittene 0:3-Niederlage und erreichte wie im Vorjahr das Finale, das er in Chemnitz gegen den gestern an Talent Cedric Meissner (Bad Homburg) gescheiterten Ricardo Walther (Grünwettersbach) verlor. Duda hat sich den Sieg in Bremen fest vorgenommen: "Der Titel fehlt mir noch im meiner Sammlung." Verlierer Meng, Jugend-Europameister mit der Mannschaft 2017, war dennoch mit dem Erreichten mehr als nur zufrieden: "Wenn mir jemand vor dem Turnier gesagt hätte, dass ich Dritter werder, hätte ich ihm den Vogel gezeigt. Benne hat heute taktisch viel besser gespielt als in der Bundesliga, war auch besser vorbereitet. Trotzdem hätte es mit ein wenig Glück auch 2:2 stehen können. Aber egal, ich bin überglücklich und freue mich einfach, was im Moment alles passiert. Vor zwei Jahren bin ich noch an beiden Hüften operiert worden, jetzt stehe ich hier im Halbfinale und gehöre zum Nationalkader." Der 20-jährige Linkshänder ist froh, dass endlich wieder vor Publikum Tischtennis gespielt wird: "Ohne Zuschauer macht es viel weniger Spaß. So ist man viel mehr motiviert. Gut, dass das wieder möglich ist."

Finalspiele ab 13.30 Uhr

Die Finalspiele, die mit den Duellen im Einzel beginnen, starten um 13.30 Uhr. Ab 15 Uhr werden die Titel in den Doppel-Wettbewerben vergeben. Im Damen-Doppel treffen die Routiniers Jessica Göbel/Tanja Krämer nach ihrem klaren Halbfinalsieg über die Ex-Europameisterinnen Kristin Lang/Nina Mittelham auf das bayerische Duo Sabine Winter/Laura Tiefenbrunner (Schwabhausen/Kolbermoor). Im Herren-Doppel könnten Benedikt Duda/Dang Qiu mit einem Sieg im Endspiel über Ruwen Filus/Steffen Mengel die inzwischen 30 Jahre alte Bestmarke der Ex-Weltmeister Jörg Roßkopf/Steffen Fetzner einstellen, die von 1988 bis 1991 als bislang einziges Duo viermal in Folge bei Deutschen Meiterschaften Gold holten. Im Mixed spielen die Duos Franziska Schreiner/Tobias Hippler (Langstadt/Köln) und Katharina Michajlova/Erik Bottroff (Staffel/Dortmund) um den Titel.


Die Spiele und Ergebnisse am Sonntag


Finale Damen-Einzel, 13.30 Uhr
Nina Mittelham (Berlin) - Chantal Mantz (Langstadt)
Halbfinale
Chantal Mantz - Annett Kaufmann (Böblingen) 4:2 (-9,9,-4,4,11,5)
Nina Mittelham - Sabine Winter (Schwabhausen) 4:3 (6,-11,8,-9,-9,9,9)

Finale Herren-Einzel, 14.15 Uhr
Benedikt Duda (Bergneustadt) - Bastian Steger (Bad Königshofen)
Halbfinale
Benedikt Duda - Fan Bo Meng (Fulda-Maberzell) 4:1 (10,6,9,-10,8)
Bastian Steger - Ruwen Filus (Fulda-Maberzell) 4:3 (6,-9,13,-6,-11,5,5)

Finale Mixed, 15 Uhr
Franziska Schreiner/Tobias Hippler (Langstadt/Köln) - Katharina Michajlova/Erik Bottroff (Staffel/Dortmund)

Finale Damen-Doppel, 15.40 Uhr
Jessica Göbel/Tanja Krämer (Langstadt/Berlin) - Laura Tiefenbrunner/Sabine Winter (Kolbermoor/Schwabhausen)
Halbfinale
Jessica Göbel/Tanja Krämer - Nina Mittelham/Kristin Lang (Berlin/Kolbermoor) 3:0 (8,0,6)
Laura Tiefenbrunner/Sabine Winter - Anastasia Bondareva/Sophia Klee (Bingen/Münster-Sarmsheim/Weinheim) 3:1 (-8,7,9,5)

Finale Herren-Doppel, 16.10 Uhr
Benedikt Duda/Dang Qiu (Bergneustadt/Düsseldorf) - Ruwen Filus/Steffen Mengel (Fulda-Maberzell/Mühlhausen)
Halbfinale
Benedikt Duda/Dang Qiu - Harmut Lohse/Frederik Spreckelsen (Berlin/Schwarzenbek) 3:0 (7,6,9)
Ruwen Filus/Steffen Mengel - Tobias Hippler/Gianluca Walther (Köln) 3:1 (8,4,-8,11)

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