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Tom Schweiger behält im Krimi gegen Belgien die Nerven (Foto: Först, Fotos Galerie: Gohlke)
U19-Jungen, U15- und U19-Mädchen haben Bronze bereits sicher

JEM: Tom Schweiger wehrt im Viertelfinalkrimi gegen Belgien einen Matchball ab

MS 17.07.2023

Gleiwitz. Bei den 65. Jugend-Europameisterschaften in Gleiwitz haben nach der U19-Auswahl der Mädchen auch die Nationalmannschaften der U19-Jungen und U15-Mädchen den Sprung auf das Siegerpodest geschafft und bereits mindestens die Bronzemedaille sicher. In den Halbfinal-Duellen heute Abend treffen die U19-Mädchen um 17.40 Uhr auf Gastgeber Polen, die U19-Jungen sowie die U15-Mädchen bekommen es mit dem Nachwuchs Tschechiens zu tun. 

U19: Tom Schweiger führt Deutschland nach Abwehr eines Matchballs in das Halbfinale

Der Jubel der deutschen Mannschaft kannte nach dem verwandelten Matchball von Tom Schweiger keine Grenzen. Unmittelbar zuvor hatte der Münchner im fünften Satz des letzten und entscheidenden Einzels gegen den Belgier Tom Closset einen 7:9-Rückstand wettgemacht und bei 9:10 sogar einen Matchball des Belgiers abgewehrt, bevor zwei Punkte später eine Spielertraube um den hochaufgeschossenen und heute zweimal erfolgreichen Matchwinner tanzte. In der Altersklasse U19 lieferten sich Deutschlands Jungen und Belgien einen mehr als dreistündigen Krimi, der über die volle Distanz von fünf Einzeln ging und, irgendwie, kaum einen Sieger verdient hatte. Am Ende der dramatischen Partie stand ein hauchdünner 3:2-Sieg des an Position drei gesezten Vorjahresneunten, der den Deutschen mindestens die Bronzemedaille garantiert. Zuvor jedoch kämpft das Quintett noch um 20 Uhr gegen Tschechien um den Einzug in das Finale.

Im Duell mit Belgien standen von Beginn an sämtliche Einzel auf des Messers Schneide, zunächst mit Vorteilen für Deutschland in den entscheidenden Momenten. Tom Schweiger bescherte seinem Team mit einer sehenswerten Leistung gegen Belgiens Nummer 1 Louis Laffineur die vielversprechende Führung, die Andre Bertelsmeier anschließend mit einem Fünfsatzerfolg über Tom Closset auf 2:0 ausbaute. Matthias Danzer war anschließend gegen Alessi Massart sogar nur zwei Punkte davon entfernt, Deutschland schon nach drei Einzeln in das Halbfinale zu führen, unterlag jedoch dem Belgier mit 14:16 im Entscheidungssatz, bevor Laffineur das Duell der Spitzenspieler gegen Bertelsmeier mit 3:1 nach Hause brachte und zum 2:2 ausglich. Dann musste Tom Schweiger gegen Closset an den Tisch und behielt bei seinem 12:10-Erfolg im Entscheidungssatz die Nerven. 

Bundestrainer Dustin Gesinghaus war voll des Lobes für seine Schützlinge: "Es war ein hoch dramatisches Viertelfinale, das zum Glück zu unseren Gunsten ausgegangen ist. Mental waren die Jungs voll auf der Höhe. Sie haben zum ersten Mal bei dieser WM gegen ein Team gespielt, das heftige Gegenwehr geleistet hat und sie mussten erstmals in einem Spiel mit Niederlagen umgehen. Das haben sie ganz grandios gemacht, sich gegenseitig unterstützt und auch den vergebenenen Matchball von Matze Danzer weggesteckt. Tommy Schweiger, der immer noch ohne Niederlage ist, hat am Ende einen unfassbar guten Kopf bewahrt und war heute unser 'man of the match'. Das ganze Spiel war an Drama und Klasse nicht zu überbieten. Ich freue mich tierisch, dass wir da jetzt auf dem Podest stehen. Wir versuchen nun, uns zu erholen und den Schalter schnell umzulegen. Heute Abend haben wir ja noch gegen Tschechien die Möglichkeit, zum ersten mal seit längerer Zeit wieder mit der U19-Jungen-Mannschaft in ein Finale einzuziehen."

U15, Mädchen: Itagaki Matchwinnerin / Im Halbfinale wartet Tschechien 

Wie im Vorjahr stehen die U15-Mädchen im Halbfinale der Europameisterschaften, hatten allerdings bei ihrem 3:1-Erfolg heftigen Widerstand ihres Gegners Moldawien zu brechen. So geriet die DTTB-Auswahl sogar direkt in Rückstand, als Josephina Neumann das Auftakteinzel gegen die Linkshänderin Ecaterina Sireac verlor. Anschließend sorgte jedoch sofort Koharui Itagaki mit einer taktisch diszplinierten Leistung gegen Defensivspielerin Inna Lescinscaia für den wichtigen 1:1-Ausgleich, bevor sie im Doppel zusammen mit Neumann ihre Mannschaft gegen das Abwehr-Angriff Duo Lescinscaia/Sireac erwartungsgemäß mit 2:1 in Führung brachte. Erneut war es kurz darauf die heutige Matchwinnerin Itagaki, die das Duell der Spitzenspielerinnen gegen Sireac mit 3:1 für sich entschied und damit Deutschland in das Halbfinale steuerte. Um nun auch den Schritt in das Endspiel zu gehen, muss Deutschland im Halbfinale um 20 Uhr die Mädchen Tschechiens aus dem Weg räumen, die mit einem Sieg über Schweden die Runde der besten Vier erreichten. Bundestrainerin Jie Schöpp sagte anschließend: “Das war zu Beginn eine Zitterpartie. Man merkt den Spielerinnen an, dass sie bei diesem Turnier ihre Nervosität noch nicht ablegen konnten. Nach Josis Auftaktniederlage war auch Koharu zunächst etwas verunsichert, hat sich dann aber im Laufe ihres ersten Einzels gesteigert. Die Siege im Doppel und letzten Einzel waren dann souverän."

U19, Mädchen: In das Halbfinale gegen Gastgeber Polen gestürmt

Beim entscheidenden Viertelfinalmatch um das Erreichen der Medaillenränge präsentierte sich Deutschlands U19-Auswahl der Mädchen am Vormittag in bester Verfassung. Beim hoch verdienten 3:0-Erfolg über die Ukraine gab Führungsspielerin Mia Griesel ihrem Team im Auftakteinzel mit einem schnellen Sieg über Iolanta Yevtodii die notwendige Sicherheit. Deutschlands Nummer 1 war allerdings angespannt in ihr Einzel gegangen, nachdem sie Yevtodii im letzten Jahr bei der EM unterlegen war. Griesel gestand: “Ich war vor dem Match ziemlich nervös. Doch ich habe sehr gut gespielt und konnte die zuvor besprochene Taktik perfekt umsetzen. Außerdem haben mich alle von der Bank aus unglaublich gut unterstützt und mir so den Rücken gestärkt. Ich freue mich sehr, dass auch Naomi und Lea so gut gespielt haben und wir jetzt eine Medaille schon sicher haben.” Im Anschluss an Griesels Auftaktsieg sorgte Naomi Pranjkovic mit einem Viersatzerfolg über die gegnerische Nummer 1 Veronika Matiunina für das vorentscheidende Break zur 2:0-Führung und war sehr zufrieden mit ihrer Leistung: “Ich bin sehr glücklich, freue mich über unseren Sieg und über meine Leistung. Nachdem Mia klar gewonnen hat, bin ich weniger nervös in mein Einzel gegangen. Auch wenn es knapp wurde, habe ich es geschafft, die Ruhe zu bewahren, das freut mich.”

Abwehrass Lea Lachenmayer ließ abschließend bei ihrem fünften Sieg in ihrem fünften Einzel Sofia Sheredeha nicht einmal in die Nähe eines Satzgewinns kommen: “Dank der Siege von Mia und Naomi konnte ich bei 2:0 relativ entspannt in mein Einzel gehen und hatte weniger Druck, als wenn es 1:1 gestanden hätte. Meine Gegnerin spielte zwar etwas eklig mit kurzen und langen Noppem, aber ich ich habe gut gespielt. Wir freuen uns sehr über unseren Medaillengewinn, aber heute Abend geht es schon weiter.” Bundestrainerin Lara Broich fasste zusammen: “Das war eine sehr starke Mannschaftsleistung. Alle drei Spielerinnen waren von Beginn an konzentriert und fokussiert, sie haben sich gegenüber dem gestrigen Spiel deutlich gesteigert. Das war gegen die starke Mannschaft der Ukraine allerdings auch erforderlich!” Heute um 17.40 Uhr trifft die Mannschaft nun im Halbfinale auf Gastgeber Polen.

 

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Die Spiele der Deutschen am Montag

U19, Mädchen, Viertelfinale
Deutschland - Ukraine 3:0
Mia Griesel - Iolanta Yevtodii 3:0 (4,11,7)
Naomi Pranjkovic - Veronika Matiuinina 3:1 (5,-4,9,9)
Lea Lachenmayer - Sofia Sheredeha 3:0 (5,8,6)
Halbfinale
Deutschland - Polen (Beginn: 17.40 Uhr)

U15, Jungen, Platzierungsspiele 9 bis 16
Deutschland - Montenegro 1:3 
Noah Hersel - Jaksa Krivokapic 3:2 (8,-4,9,-9,7)
Matej Haspel - Stefan Radonjic 0:3 (-8,-9,-11)
Haspel/Hersel - Krivokapic/Radonjic 0:3 (-11,-9,-13)
Matej Haspel - Jaksa Krivokapic 2:3 (7,-7,9,-4,-7)
Platzierungsspiele 13-16
Deutschland - Türkei (Beginn: 17.40 Uhr)

U19, Jungen, Viertelfinale
Deutschland - Belgien 3:2
Tom Schweiger - Louis Laffineur 3:2 (-8,7,7,-8,9)
Andre Bertelsmeier - Tom Closset 3:2 (-8,5,9,-8,4)
Matthias Danzer - Alessi Massart 2:3 (-10,12,9,-14)
Andre Bertelsmeier - Louis Laffineur 1:3 (-6,-9,9,-10)
Tom Schweiger - Tom Closset 3:2 (5,-7,-6,9,10)
Halbfinale
Deutschland - Tschechien (Beginn: 20 Uhr)

U15, Mädchen, Viertelfinale
Deutschland - Moldawien 3:1

Josephina Neumann - Ecaterina Sireac 1:3 (6,-10,-9,-6)
Koharu Itagaki - Inna Lescinscaia 3:1 (6,-5,11,3)
Itagaki/Neumann - Lescinscaia/Sireac 3:0 (5,7,5)
Koharu Itagaki - Ecaterina Sireac 3:1 (8,6,-8,10)
Halbfinale
Deutschland - Tschechien (Beginn: 20 Uhr)

Das Aufgebot des DTTB bei den Europameisterschaften in Gleiwitz

U15, Mädchen

Koharu Itagaki (TSV Bad Königshofen/SV Schott Jena), Lorena Morsch (TSV Langstadt), Josephina Neumann (TV Okarben/ttc berlin eastside), Lisa Wang (1. FC Saarbrücken-TT)
Doppel: Itagaki/Neumann, Morsch/Wang

U15, Jungen
Matej Haspel (SV DJK Kolbermoor), Noah Hersel (1. FC Köln), Friedrich Kühn von Burgsdorff (Post SV Gütersloh/TTC GW Bad Hamm), Tom Wienke (TSV Nieder-Ramstadt)
Doppel: Haspel/Hersel,  Kühn von Burgsdorff/Wienke
Mixed: Itagaki/Haspel, Morsch/Hersel, Neumann/Julian Rzihauschek AUT, Wang/Kühn von Burgsdorff

U19, Mädchen
Mia Griesel (TSV Lunestedt/MTV Tostedt), Eireen Kalaitzidou (Borussia Düsseldorf), Lea Lachenmayer (Tischtennis Frickenhausen), Melanie Merk (TTC Langweid, neue Saison: TSV Dachau), Naomi Pranjkovic (SV DJK Kolbermoor)
Doppel: Griesel/Bianca Mei Rosu ROU, Merk/Kalaitzidou, Lachenmayer/Pranjkovic

U19, Jungen
André Bertelsmeier (TTC GW Bad Hamm, neue Saison: 1. FC Köln), Matthias Danzer (TV Hilpoltstein), Tom Schweiger (SV Bayern München), Lleyton Ullmann (TSV Sasel/TTC GW Bad Hamm, neue Saison: 1. FC Köln), Wim Verdonschot (BV Borussia Dortmund)
Doppel: Bertelsmeier/Danzer, Schweiger/Ullmann, Verdonschot/Yoan Velichkov BUL
Mixed: Griesel/Bertelsmeier, Kalaitzidou/Ullmann, Lachenmayer/Danzer, Merk/Verdonschot, Pranjkovic/Schweiger

Trainer/Betreuer
Lara Broich (Bundestrainerin Nachwuchskader 1, U19), Jie Schöpp (Bundestrainerin Nachwuchskader 2, U15), Dustin Gesinghaus (Bundestrainer Nachwuchskader 1, U19), Richard Hoffmann (Bundestrainer Nachwuchskader 2, U15), Dirk Wagner (Bundesstützpunktleiter), Richard Prause (Sportdirektor)

Physiotherapeutinnen
Maria Först (Neuss), Annette Zischka (Olympiastützpunkt Hessen)

Schiedsrichter
Michaela Hübener (Stellv. Oberschiedsrichterin), Ana Beja-Pütz (Schiedsrichterin), Steeven Shawe (Schiedsrichter)

Delegations-/Organisationsleiterin
Carina Beck (Jugendsekretärin)

Vertreter des Präsidiums
Ralf Tresselt (Vizepräsident Jugend)

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