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Titelverteidiger Timo Boll reist als Nummer 1 der Welt nach Berlin (Foto: Schillings)
DM in Berlin: Boll greift nach Titel Nr. 12 / Verletzter Ovtcharov muss absagen

Nr. 1 der Welt will in Berlin auch Deutscher Meister werden

28.02.2018

Berlin. Die Nummer 1 der Welt stellt sich am Wochenende in Berlin der nationalen Konkurrenz. In Sportforum Berlin in Hohenschönhausen greift Rekordsieger Timo Boll bei den am Freitag beginnenden 86. Deutschen Meisterschaften nach seinem 12. Titel im Herren-Einzel. Sowohl bei den Herren als auch bei den Damen geht ein mit Weltranglistenspielern und Nationalkaderathleten gespicktes Feld an den Start.

Berlin erlebt, drei Austragungen des ehemaligen DTTV eingeschlossen, zum 14. Mal nationale Titelkämpfe und – nach 1997 und 2012 - die dritten nach der Wiedervereinigung. Im historischen Ambiente des altehrwürdigen Sportforums Berlin am Weißenseerweg in Hohenschönhausen ist Tischtennis der Extraklasse garantiert. Insgesamt gehen im Einzelturnier 48 Damen und 48 Herren in Berlin an den Start. Bevor am Samstag die jeweils 16 Topgesetzten erstmals in der Runde der besten 32 eingreifen, spielen am Freitag 32 Athleten in den Gruppenspielen um 16 freie Plätze im Hauptfeld.

Absolute Weltklasse am Start

Verbessert der frischgebackene Weltranglisten-Erste Timo Boll seinen eigenen Titelrekord für die Ewigkeit oder kann einer von fünf weiteren Top-50-Nationalmannschaftskollegen Deutschlands bestem Spieler aller Zeiten Paroli bieten? Die Fans aus Berlin dürften übrigens sogar auf den Verbleib eines Titels an der Spree hoffen: Zum Favoritenkreis der Damen gehört mit Petrissa Solja eine Spielerin des Durchführers ttc berlin eastside.  

Bei den Herren wird der zweimalige World-Cup-Gewinner Timo Boll (Düsseldorf) die Setzungsliste vor dem Weltranglisten-19. Ruwen Filus (Fulda) anführen. Der beste Abwehrspieler der Welt hatte 2017 in Bamberg gegen Boll das Finale verloren. An den Positionen drei und vier werden der Weltranglisten-21. Bastian Steger (Bremen) und der auf 30 notierte Doppel-Europameister Patrick Franziska (Saarbrücken) geführt, aber auch die Vorjahresdritten Ricardo Walther (Grünwettersbach) und Benedikt Duda (Bergneustadt), in der Weltranglisten auf den Positionen 41 und 42 notiert, zählen zum engsten Favoritenkreis. Timo Boll hat Titel Nummer 12 fest im Visier: "Natürlich trete ich in Berlin bei den Deutschen Meisterschaften, um meinen Titel zu verteidigen. Aber ich weiß natürlich, dass meine Nationalmannschaftskollegen mir das Gewinnen nicht einfach machen werden."

Im Feld der Damen sind zwei olympische Silbermedaillengewinnerinnen von Rio favorisiert: Die bei Champions-League-Sieger berlin eastside unter Vertrag stehende Petrissa Solja sowie das beim polnischen Meister Tarnobrzeg spielende Defensivass Han Ying. Die 23-Jährige Solja, die zuletzt eine mehr als halbjährige Pause einlegte, gewann 2015 den nationalen Titel und sicherte sich im Jahr 2017 bei den Weltmeisterschaften in Düsseldorf die Bronzemedaille im Mixed. Der Wahl-Düsseldorferin Han Ying, die 2017 fast durchgehend unter den Top 10 der Welt geführt wurde und immer noch zu den besten Spielerinnen der Welt zu zählen ist, fehlt der nationale Titel noch in der Sammlung. Ebenfalls zum engsten Favoritenkreis zählen Sabine Winter (Kolbermoor), die Dritte des Europe Top 16 im Jahr 2017, sowie die ehemalige Jugend-Europameisterin Nina Mittelham (Bad Driburg). Das inzwischen auf Position 64 der Weltrangliste vorgerückte Talent möchte ebenfalls in den Titelkampf eingreifen. Immer für einen Medaillengewinn bei nationalen Titelkämpfen gut ist auch die ehemalige Berlinerin Tanja Krämer (Busenbach).
Bei den Damen wird Doppel-Europameisterin Kristin Lang (geborene Silbereisen), die sich bereits dreimal in die Siegerliste eintragen konnte, ihren Titel nicht verteidigen können. Die ehemalige Berlinerin, die inzwischen für Kolbermoor spielt, wurde Ende Januar Mutter. Aus ebenfalls freudigen Motiven geht Berlins Lokalmatadorin Shan Xiaona diesmal nicht an den Start. Deutschlands aktuell in der Weltrangliste am höchsten notierte Spitzenspielerin wird zur Zeit der Deutschen Meisterschaften im sechsten Monat schwanger sein. Eine weitere potentielle Starterin, ihre Vereinskollegin Kathrin Mühlbach erwartet ebenfalls ein Kind. Eastside-Präsident Alexander Teichmann kommentiert trocken: „In unserem Verein herrscht ein fruchtbares Klima.“

Verletzter Dimitrij Ovtcharov muss absagen

Die 86. Deutschen Meisterschaften in Berlin werden allerdings ohne Dimitrij Ovtcharov stattfinden. Nach zweitägiger Behandlung musste der World-Cup-Sieger seinen Start in der Bundeshauptstadt am Mittwochmorgen auf Anraten seines Arztes absagen. Die Diagnose lautet auf eine schmerzhafte Kapselentzündung in der rechten Hüfte. Aufgetreten war die Verletzung bereits in der vergangenen Woche beim Team World Cup in London und verschlimmerte sich im Laufe des Turniers. Wegen zu starker Schmerzen hatte Ovtcharov im Viertelfinale gegen China nicht eingesetzt werden können. Der Weltranglisten-Dritte bedauert seine Absage: „Ich wäre sehr gerne zur DM nach Berlin gekommen, wo ich Freunde habe und auch der Sitz meines Sponsors HGHI ist. Ich hoffe aber, schon bald wieder fit zu sein, um an den geplanten Turnieren teilnehmen zu können."

Aktuelle Teilnehmerliste, Auslosung und Ergebnisse (ab Donnerstagabend, Auslosung beginnt 19 Uhr)

Der Zeitplan der Deutschen Meisterschaften

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