Die NSU Neckarsulm gewann ohne Punktverlust den Meistertitel (Foto: Arnold)
3. Herren-Bundesliga Süd: NSU Neckarsulm steigt ohne Verlustpunkt in das Unterhaus auf

Rückkehr nach nur einem Jahr

Marco Steinbrenner 15.04.2020

Frankfurt am Main. 14 Spiele – 14 Siege: Die NSU Neckarsulm wurde ihrer Favoritenrolle auf den Gewinn des Meistertitels in der 3. Herren-Bundesliga Süd eindrucksvoll gerecht. Damit kehren die Schützlinge von Betreuer Alexander Mohr nach nur zwölf Monaten wieder in das Bundesliga-Unterhaus zurück. Genau den umgekehrten Weg nimmt der TV Leiselheim. Sowohl der ASV Grünwettersbach II (Rückzug in die Oberliga) als auch die DJK SpVgg Effeltrich steigen ab. Als Regionalliga-Meister sind die DJK Sportbund Stuttgart (Südwest) und der SV SCHOTT Jena (Süd) in der kommenden Spielzeit neu dabei.

Ohne Verlustpunkt feiert die NSU Neckarsulm den Meistertitel

„Die Saison verlief wie erhofft“, strahlte Alexander Mohr, Betreuer der NSU Neckarsulm, über das ganze Gesicht. Der Zweitliga-Absteiger realisierte mit einer beeindruckenden Bilanz von 28:0 Punkten den sofortigen Wiederaufstieg. Selbst wenn die Saison aufgrund der Corona-Pandemie nicht vorzeitig für beendet erklärt worden wäre, hätte die Sportunion bei noch vier ausstehenden Partien nicht mehr von der Konkurrenz eingeholt werden können. Besonders hob Mohr die „gute Rückrunde“ des vorderen Paarkreuzes hervor. Spitzenspieler Florian Bluhm gewann sämtliche acht Einzel und Julian Mohr musste nur Miad Lotfijanabadi (TSG Kaiserslautern) zum Sieg gratulieren. Mit Josef Braun sowie Jens Schabacker habe der Meister an den Positionen drei und vier in der gesamten Saison ein „deutliches Übergewicht“ besessen. Für die kommende Spielzeit sind die Planungen noch nicht abgeschlossen. „Sicher ist, dass wir auch weiterhin auf unsere Stammkräfte vertrauen werden“, verrät Alexander Mohr. „Ob wir noch einen zusätzlichen Spieler verpflichten können, ist in der jetzigen Situation schwer zu beurteilen.“

Neun Punkte hinter dem Meister aus Neckarsulm findet sich der TTC Wohlbach auf dem zweiten Rang wieder. „Wir wollten einen Platz im vorderen Tabellendrittel erreichen“, sagte der Vorsitzende Hubert Becker. „Dieses Ziel haben wir sogar übertroffen, trotzdem das letzte Spiel daheim gegen Kaiserslautern mit 3:6 verloren wurde.“ Ob der Vizemeistertitel auch unter „normalen Umständen“ nach 18 Spieltagen erreicht worden wäre, vermag Becker nicht zu beurteilen. Eines stand jedoch fest: Die etatmäßige Nummer zwei, Richard Vyborny, hätte in den abgesagten drei Partien aus gesundheitlichen Gründen gefehlt. „Das war für uns überraschend“, so der Vereinschef. Michal Benes, Richard Vyborny und Yevgenij Christ (alle Ziel unbekannt) werden den Klub verlassen. Neu hinzu kommen Hermann Mühlbach (TTC GW Bad Hamm) und Mahmoud Helmy (TG 1860 Obertshausen). Patrick Forkel sowie Marc Seidler aus der Reserve komplettieren die Erstvertretung, in der aus dem aktuellen Kader nur Grozdan Grozdanov übrig geblieben ist.

TTC 1946 Weinheim trauert zwei Abgängen nach

Drei Siege und zwei Niederlagen brachten den TTC 1946 Weinheim in der Tabelle noch vom vierten Rang nach der Hinserie auf die dritte Position. „Die 6:1-Auswärtssiege gegen Wohlbach und Hohenstein-Ernstthal waren überragend“, erinnert sich Trainer Rainer Schmidt. „Dafür hatten wir die 4:6-Niederlage in Versbach nicht einkalkuliert.“ Beim Duell gegen den Aufsteiger aus Versbach stand der an Nummer zwei aufschlagende Filip Cipin aus gesundheitlichen Gründen allerdings nicht zur Verfügung. Für die kommende Saison müssen die TTC-Verantwortlichen das komplette, vordere Paarkreuz ersetzen. Spitzenakteur Laurens Devos wechselt nach lediglich einem Jahr zum TTC GW Bad Hamm. Filip Cipin, der nach Beobachtungen von Schmidt „bei uns schon fast heimisch worden ist“, kehrt nach vier Spielzeiten in sein Heimatland Kroatien zurück und wird zukünftig in Dubrovnik an den Tisch gehen. Vereins-Boss Christian Säger bastelt aktuell an einem neuen Team. „Die Verhandlungen laufen noch“, ergänzt der Coach. Tom Eise und Björn Baum bleiben.

Lediglich vier Begegnungen (ein Sieg, ein Unentschieden sowie zwei Niederlagen) absolvierte der TTC Wöschbach in der zweiten Saisonhälfte. „Wir hatten noch ein, zwei Fanfahrten geplant, die leider ausfallen mussten“, erzählt Pressereferent Andreas Gutgesell, der mit dem vierten Tabellenplatz zufrieden ist. „Wir wollten schnellst möglich Punkte sammeln, um uns von den hinteren Rängen entfernt zu halten. Das hat die Mannschaft gut umgesetzt.“ Siddharta Christian Dias Almeida blieb an Position vier spielend im zweiten Saisonabschnitt ohne Niederlage und gewann seine sechs Einzel. Gutgesell spricht von einer „super Bilanz“. Dagegen war Spitzenspieler Fu Yong verletzungsbedingt gehandicapt und blieb in der Rückrunde ohne Einzelsieg. Sowohl Dias Almeida als auch Javier Benito werden nicht mehr der Trainingsgruppe des ASV Grünwettersbach angehören und deshalb auch den TTC Wöschbach verlassen. Mit Guilherme Teodoro und Aleksa Gacev wurden zwei Akteure von der ASV-Reserve neu unter Vertrag genommen.

Saisonbilanz der Vereinsvertreter fällt positiv aus

Durch den 6:3-Auswärtssieg gegen den TTC Wohlbach und dem einen Tag später erreichten 5:5-Unentschieden beim SV SR Hohenstein-Ernstthal schob sich die TSG Kaiserslautern in der Abschlusstabelle noch auf Rang fünf vor. „Mit unserer Platzierung sind wir sehr zufrieden“, sagte TSG-Leistungssportkoordinator Bijan Kalhorifar. „Wir wollten uns im ersten Drittliga-Jahr etablieren und nicht absteigen. Das hat die Mannschaft erreicht.“ Abgänge hat das Team aus der Pfalz nicht zu verzeichnen. Einen Neuzugang für die Position zwei oder drei wird es geben. Einen konkreten Namen nannte Kalhorifar jedoch nicht.

„Auch die Rückrunde verlief für uns bis zum Abbruch der Saison sehr zufriedenstellend“, freute sich Christian Hornbogen, Teamchef des sechstplatzierten SV SR Hohenstein-Ernstthal. „Wir haben weiter gepunktet und kamen unserem Vorhaben, den Klassenerhalt sicher zu erreichen, schon sehr nahe.“ Die Planungen für die nächste Spielzeit seien „grundsätzlich abgeschlossen. Wir wollen mit dem gleichen Stammpersonal weiterarbeiten und noch einen Spieler dazu verpflichten.“ Der bislang an Nummer vier aufgebotene Altmeister Roland Krmaschek wird deshalb in die Reserve (Regionalliga) rutschen. Da die Tischtennis-Abteilung in diesen Tagen auf eigene Beine gestellt wird, heißt der Verein zukünftig TTC Sachsenring Hohenstein-Ernstthal. „Damit haben wir noch mehr Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft“, freut sich Hornbogen.

Der FC Bayern München holte in sechs Partien der Rückrunde fünf Zähler. „In der gesamten Vorrunde haben wir sechs Punkte gesammelt“, schaute sich Trainer Dr. Ulrich Metzker die Statistik an. „Unsere sehr junge Mannschaft ist wettbewerbsfähig. Tendenziell haben wir in der zweiten Serie stärker gespielt. Das spricht für eine Weiterentwicklung unserer Jungs.“ Spitzenspieler Florian Schreiner überzeugte an Position eins mit einer 7:5-Bilanz. Der ehemalige Jugend-Nationalspieler stellt mit Dr. Michael Plattner zudem das erfolgreichste Doppel der Rückrunde (5:1). Trotz ihrer negativen Bilanzen enttäuschten nach Beobachtungen von Metzker auch die beiden Youngster Daniel Rinderer und Tom Schweiger nicht. „Mit wenigen Ausnahmen haben sie in jedem Spiel am oberen Limit gespielt.“ Auch in der Zukunft werden die Bayern an ihrer Linie festhalten und nur Akteure im Team haben, „die in München wohnen und bei uns trainieren“.

ASV Grünwettersbach II und die DJK SpVgg Effeltrich verlassen die Liga

Andreas Ball, Nummer zwei des Tabellenachten SB Versbach nennt den Verlauf der Rückrunde als eine „Achterbahn der Emotionen“. Gegen den TTC 1946 Weinheim sei mit dem 6:4-Heimerfolg ein „nicht einkalkulierter Sieg“ gelandet worden. Auf der anderen Seite bezeichnet Ball die Resultate gegen die DJK SpVgg Effeltrich (3:6) sowie den TTC Wöschbach (4:6) als „bittere Niederlagen“. Der Aufsteiger zeigte sich nach der verkürzten Saison sehr glücklich, „dass wir unser Ziel Klassenerhalt erreicht haben. Wir wissen aber auch, dass es für uns an den letzten drei Spieltagen noch sehr eng hätte werden können.“ Personelle Veränderungen zur nächsten Saison gibt es nicht.

Der ASV Grünwettersbach II muss mit lediglich sieben Punkten aus 13 Spielen als Vorletzter die Klasse verlassen. Doch damit nicht genug: Die Mannschaft wird nicht in der Regionalliga weiterspielen, sondern wurde bis in die Oberliga zurückgezogen. Trotzdem stellte Vereinsvertreter Armin Freiburger fest, dass sich das Team verbessert hat. Das Training hat sich bemerkbar gemacht. Aufgrund des Saisonabbruchs sei es nicht gelungen, das Vorhaben Ligaverbleib zu erreichen. In der Oberliga soll die Truppe „mit einigen jungen Spielern aus der Region“ bestückt werden.

Alles andere als erfreut zeigten sich die Spieler und Verantwortlichen der DJK SpVgg Effeltrich über das vorzeitige Saisonende. Durch die Auswärtssiege gegen den SB Versbach (6:3) und die TSG Kaiserslautern (6:1) durften sich die Mannen von Teammanager Jürgen Weninger wieder berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen. „Wir hatten bei noch fünf ausstehenden Spielen wieder alles in eigener Hand.“ Selbst gegen den Tabellenzweiten aus Wohlbach war das Schlusslicht nur einen Punkt vom Unentschieden entfernt. Innerhalb der Rückrunde gab es für Weninger „nur positive Überraschungen. Alle Spieler machten einen weiteren Sprung nach vorne und bewiesen ansteigende Form.“ Martin Guman erreichte nach langer Verletzungspause wieder sein altes Level. Die Planungen für die nächste Saison stehen aufgrund des vorzeitigen Saisonendes nach Angabe von Weninger bei Null.

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