Der TTC Wohlbach strebt einen Platz im vorderen Mittelfeld an (Foto: Verein)
3. Herren-Bundesliga Süd: Absteiger NSU Neckarsulm startet als Topfavorit auf die Meisterschaft

Viele neue Gesichter

Marco Steinbrenner 13.09.2019

Frankfurt am Main. Die Frage nach dem Titelkandidaten in der 3. Herren-Bundesliga Süd ist für die meisten Vereinsvertreter schnell beantwortet. Zweitliga-Absteiger NSU Neckarsulm wird sehr häufig als Meisterschaftsfavorit Nummer eins genannt. Beim Kampf um den Klassenerhalt müssen sich der ASV Grünwettersbach II sowie die beiden Aufsteiger FC Bayern München und SB Versbach vermutlich strecken.

Absteiger NSU Neckarsulm verändert seine Mannschaft nicht

Die mannschaftliche Geschlossenheit und eine gute Kameradschaft sollen in dem sehr ausgeglichen besetzten Team der NSU Neckarsulm dafür sorgen, dass das Schlusslicht der 2. Bundesliga 2018/19 direkt wieder den Sprung in das Unterhaus schafft. „Wir streben den Wiederaufstieg an“, verrät Betreuer Alexander Mohr. Das Team bleibt mit Florian Bluhm, Julian Mohr, Josef Braun und Jens Schabacker unverändert.

Mit einem Rückstand von lediglich zwei Punkten auf den Meister und Aufsteiger TV Leiselheim erreichte der SV SR Hohenstein-Ernstthal in der abgelaufenen Saison den inoffiziellen Vizemeistertitel. „Da wir in vielen Partien analog zum Vorjahr auf sächsische Nachwuchsspieler vertrauen und nicht immer in nominell bester Besetzung spielen werden, geht es für uns um den Klassenerhalt“, sagt Teamchef Christian Hornbogen. Die Liga soll mit einer guten Mischung aus Jugend und Erfahrung gehalten werden. Mit Miroslav Horejsi und Roland Krmaaschek stehen zwei Akteure mit langjähriger Erstligaerfahrung im Team. Der Abgang des bisherigen Spitzenspielers Youssef Abdel-Aziz (TV Leiselheim) schmerze, so Hornbogen, „nicht nur aus sportlicher Sicht schon sehr. Andererseits freut uns seine Entwicklung, die er bei uns in den vergangenen Jahren genommen hat“.

Auch der zuletzt auf Rang vier gelandete TTC Wohlbach vermeldet weder Zu- noch Abgänge. Nach Angaben des Vorsitzenden Hubert Becker wird ein Platz im „vorderen Mittelfeld“ angestrebt. „Die Mannschaft ist in der Lage, in den Doppeln und ersten zwei Einzeln in Führung zu gehen und damit den Gegner unter Druck zu setzen.“ Auf der anderen Seite beobachtete der Vereinsboss, „dass nicht immer alle Chancen konsequent genutzt und dadurch mögliche Punkte liegen gelassen wurden“.

Zwei Zähler hinter dem Team aus Wohlbach erreichte der TTC 1946 Weinheim zuletzt in der Abschlusstabelle die fünfte Position. „Wenn alle Spieler fit sind, wollen wir auf einem guten Mittelfeldplatz landen“, erklärt der Vorsitzende Christian Säger. Mit Laurens Devos aus Belgien wurde die Truppe nochmals verstärkt. „Eine herausragende Nummer eins haben wir zwar nicht, doch dafür sind wir auf allen Positionen gut besetzt.“

Ein Kommen und Gehen beim ASV Grünwettersbach II

Die Mannschaft des ASV Grünwettersbach II verfügt über ein völlig neues Gesicht. Mit Guilhermo Teodoro (SV Plüderhausen), Aleksa Gacev (TSG Kaiserslautern), Jon Ander Guerricabeitia (Spanien), Eduardo Gonzales (TTC Ottenau) und Nima Ghaffari (eigene Jugend) kommen gleich fünf neue Spieler zum Einsatz. Auf der anderen Seite steht mit Siddartha Dias Almeida, Javier Benito (beide TTC Wöschbach), Daniel Kleinert (TSV Schwarzenbek), Sebastian Kovac (SV Plüderhausen) und Jeromy Löffler (TTC Bietigheim-Bissingen) ein Quintett nicht mehr zur Verfügung. Das junge und motivierte Team trainiert nach Vereinsangaben täglich zweimal zusammen und möchte so den Grundstein zum Klassenerhalt legen.

„Wenn Yong Fu und Neuzugang Jan Zibrat im vorderen Paarkreuz spielen, haben wir eine starke Mannschaft. Dann wird ein Platz unter den besten vier Teams angestrebt“, stellt Michael Burg, Vorstand Sport beim TTC Wöschbach, klar. Neben Zibrat verstärken zudem Javier Benito und Siddartha Dias Almeida vom ASV Grünwettersbach II den Klub. Dafür stehen Ilya Shamin (TTC Bietigheim-Bissingen), Dmitry Zakharov (TTC 1957 Lampertheim) und Marlon Spieß (TTV Ettlingen) nicht mehr zur Verfügung.

Jürgen Weninger, Teammanager bei der DJK SpVgg. Effeltrich, muss bei der Formulierung des Saisonvorhabens nicht lange nachdenken. „Den Klassenerhalt zu erreichen, wird sicherlich nicht viel leichter als noch zuletzt.“ Nur aufgrund des besseren Spielverhältnisses im Vergleich zum Post SV Mühlhausen II stiegen die Bayern nicht in die Regionalliga ab. Der große Endspurt und der Verbleib in der Liga hat, so Weninger, „für ein großes Selbstvertrauen gesorgt. Wir haben gute Doppel, da der Kern der Mannschaft seit Jahren zusammen geblieben ist.“ Ryu Hiruta (Japan) und der Ägypter Aly Ghallab wurden neu unter Vertrag genommen, während Martin Jaslovsky zum TSV Bad Königshofen gewechselt ist.

Drei ehemalige Regionalligisten mit unterschiedlichen Zielen

Der Aufsteiger TSG Kaiserslautern möchte sich nach Angaben von Leistungssportkoordinator Bijan Kalhorifar im Mittelfeld der Tabelle platzieren. „Wir haben eine junge, hochmotivierte Mannschaft mit Teamgeist.“ Vom TTC OE Bad Homburg schlagen nunmehr Sharon Alguetti sowie Aleander Valuch in der Pfalz auf. Auch Sushmit Sriram (TV Leiselheim) ist neu. Das Meisterteam haben Aleksa Gacev (ASV Grünwettersbach II) und Guillermo Martinez (Ziel unbekannt) verlassen. Mit dem deutschen Schülermeister Felix Köhler und Lasse Becker stehen zwei Eigengewächse im Team.

Andreas Ball, Mannschaftsführer beim Regionalliga Süd-Meister SB Versbach, bleibt Realist. „Nach TTR-Punkten sind wir der klare Außenseiter in der Liga.“ Trotzdem möchte der Neuling in unveränderter Aufstellung nicht nach nur einem Jahr wieder absteigen. „Das Team ist ausgeglichen besetzt. Wir wohnen alle im Raum Würzburg und können zusammen trainieren.“ Schwächen werden sich, so der Kapitän, „im Laufe der Saison herausstellen“.

„Aufsteiger haben es immer schwer“, sagt Dr. Ulrich Metzker, Coach und Teammanager beim FC Bayern München. „Für eine Mannschaft, die aus der Regionalliga kommt, ist immer der Klassenerhalt das Ziel.“ Die Bayern haben sich mit Jugend-Nationalspieler Tom Schweiger (DJK Altdorf) verstärkt. Dafür wechselte Felix Wetzel nach Österreich. Dass der Liga-Rückkehrer über zwei Links-Rechts-Kombinationen verfügt, bezeichnet Metzker als Stärke.

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