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Mr. 100-Prozent Benne Duda hat Bremen und Paris im Visier (Foto: Fuhrmann
Deutschlands Olympia-Nr. 4 in Tokio hofft bei der DM in Bremen auf den Meistertitel

Benedikt Duda: Tokio, Bremen, ... - Paris?

Florian Leidheiser 12.08.2021

Düsseldorf. Schlangestehen kennt Benedikt Duda nur zu gut. In Tokio war der vierte Mann im deutschen Team für den Wäsche-Service im Spieler-Appartement zuständig. Bis zu einer Stunde mussten sich die Athleten im olympischen Dorf die Beine in den Bauch stehen, um Wäsche zu holen und abzugeben. Duda hat sich bei seinen Nationalteamkollegen freiwillig angeboten, den Service zu übernehmen. Die nahmen dankend an. „Ich habe es in Tokio als meine Aufgabe angesehen, es den Jungs so entspannt und gemütlich wie möglich zu machen. Wenn sie da eine Stunde stehen und die Beine müde werden, wäre das nicht förderlich gewesen“, sagt der Bergneustädter TTBL-Spieler, der seine Kameraden in jedweder Form unterstützte. Vor dem Spiel um Bronze von Dima Ovtcharov, als die Haupthalle für das Training geschlossen war und Ovtcharov nach dem Ma-Long-Halbfinal-Drama und einer kurzen Nacht auf das Training verzichtete, spielte Duda in der eine Stunde entfernten Trainingshalle den Schläger des späteren Medaillengewinners ein. „Ich war mit Lars und dem Damenteam ins Training gefahren. Da ging es darum, zu testen, wie das Gefühl mit den neu aufgeklebten Belägen ist. Das ist nichts Besonderes.“

Weltreisender Duda: Von Tokio zur DM nach Bremen

Zuvorkommend, emphatisch und sympathisch, aber auch sehr ehrgeizig und fleißig – so kennt man den 27-jährigen Nationalspieler. Zwei Tage nach der Rückkehr am Samstagabend stand Duda nach einem freien Sonntag im DTTZ wieder am Tisch. Der Turnier-Zirkus dreht sich wieder. Am Montag in einer Woche steigt in Budapest ein WTT-Contender, eine Woche darauf finden die Deutschen Meisterschaften in Bremen statt. Der Sommerurlaub fällt aus, und Duda sagt: „Vielleicht klappt‘s im Winter mal mit ein paar freien Tagen.“

Benedikt Duda ist nach den Ereignissen bei Olympia, wo er auf Trainingseinsätze beschränkt war, wieder heiß darauf, bei Wettkämpfen selbst am Tisch zu stehen. Zwar war er „nur“ der vierte Mann in Tokio, der sogenannte Ergänzungsspieler für den Fall der Fälle, doch diese, wenn auch besonderen Spiele haben ihm noch mal eine extra Portion Motivation gegeben. „Die Vorbereitung für 2024 in Paris hat begonnen. Ich arbeite darauf hin, dort selbst starten zu können. Und dafür waren die Erfahrungen in Tokio sehr wichtig.“

Auch der vierte Mann hat großen Anteil an der Bronzemedaille

Die drei Wochen will er nicht missen. „Es war eine unglaublich schöne Zeit. Wir haben zwei Medaillen gewonnen, Dima hat supergut gespielt, hat alle mitgerissen. In der Mannschaft war dann richtig Feuer drin. Der Final-Einzug war unglaublich“, schwärmt Duda. Und auch wenn er nicht selbst am Tisch stand und als Ersatzspieler keine Medaille erhielt, so hatte der Linkshänder mit den Powerschlägen einen gehörigen Anteil am Teamerfolg. „Die Jungs waren sehr dankbar und haben mich das auch spüren lassen.“ Für das gemeinsame Gruppenbild überreichte Dima Ovtcharov ihm die Einzelmedaille, beim Empfang am Frankfurter Flughafen ließ die Mannschaft Duda den Vortritt. Alles schöne Gesten, die Wertschätzung ausdrücken.

Das gute japanische Olympia-Essen wird Duda etwas vermissen, nicht unbedingt aber die Papp-Betten, „auf denen man ganz gut schlafen konnte, aber das eigene Bett ist doch noch mal deutlich schöner“, so Duda. Überrascht war der Weltranglisten-42. davon, „wieviel Geschenke man als Athlet bekommen hat.“ Unter anderem ein Smarthone, eine Teilnehmer-Medaille und einen Aufenthalts-Gutschein eines Online-Vermittlers für private Ferienunterkünfte.

Benne Duda: „Der deutsche Meistertitel im Einzel fehlt mir noch“

Am letzten Wochenende im August (28./29.) bei der DM in Bremen will Benne Duda keine Geschenke verteilen. Im vergangenen Jahr war er Zweiter hinter Ricardo Walther. „Der deutsche Meistertitel im Einzel fehlt mir noch“, macht er eine Ansage. Und mit Dang Qiu könnte er im Doppel zum vierten (!) Mal in Folge triumphieren. Es wäre sein fünfter Doppel-Titel insgesamt. An die ÖVB-Arena hat Duda gute Erinnerungen. Bei den German Open im Oktober 2019 erreichte er im Doppel zusammen mit Dang Qiu das Endspiel und besiegte auf dem Weg dorthin unter anderem die ehemaligen Weltmeister Chen Chien-An/Chuang Chih-Yuan (Taiwan). Die Siegesserie der Deutschen endete erst in einem spektakulären, umkämpften Finale gegen den weltbesten Doppelspieler Xu Xin und seinen Partner Liang Jingkun (beide China).

Budapest und Bremen sollen für Duda nun die ersten kleineren Meilensteine sein auf dem Weg nach Paris 2024. Denn in der französischen Hauptstadt soll sich in drei Jahren möglichst jemand anderes beim Wäscheservice anstellen.

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