Penholder-Ass Shan Xiaona will sich gegen Anröchte keine Blöße geben (Bild: Dr. Stephan Roscher).
Zwei Erstliga-Partien am Sonntag

Berlin und Kolbermoor glasklare Favoriten

Dr. Stephan Roscher 15.02.2019

Zweimal rollt der Ball am Sonntag in der 1. Bundesliga Damen. Haben wir uns am vergangenen Sonntag noch etwas gewundert, dass alle drei Partien – entgegen den sonstigen Gepflogenheiten im Oberhaus – glasklare Endergebnisse brachten, könnte diesmal ähnliches passieren. Dass der zuletzt richtig starke Spitzenreiter ttc berlin eastside sich vom ersatzgeschwächten TTK Anröchte in die Suppe spucken lässt, ist unwahrscheinlich. Der SV DJK Kolbermoor könnte es zwar bei Schlusslicht SV Böblingen einen Tick schwerer haben, doch alles andere als ein deutlicher Sieg des Titelverteidigers käme ziemlich überraschend.

Sonntag, 10.30 Uhr: SV Böblingen – SV DJK Kolbermoor

Die Play-off-Runde der besten Sechs wird die SV Böblingen erneut verpassen, diesmal vermutlich deutlich, während in der Vorsaison ja lediglich ein einziger Punkt gefehlt hatte. Mit 1:19 Zählern steht man auf dem achten und letzten Tabellenplatz. „Allerdings unabsteigbar, weil die Bundesliga auch in dieser Saison die Sollstärke nicht erreicht hat“, wie Pressewart Manfred Schneider betont. „Seit nunmehr 22 Monaten durfte die SVB keinen Sieg mehr bejubeln. Und letzten Sonntag musste Qianhong Gotsch erleben, dass auch sie nicht unschlagbar ist.“

Man erwägt bei den Schwaben angesichts des Verletzungspechs in der laufenden Spielzeit, für die kommende Saison den Kader zu vergrößern, „natürlich unter Berücksichtigung des engen finanziellen Spielraums in Böblingen“, wie Schneider versichert.

In der Vorrunde lieferten sich die beiden Süd-Klubs ein packendes Duell, bei dem der Champion froh sein konnte, mit einem 6:4-Erfolg die Halle zu verlassen. Für den Gast hatten am 11. November „Hongi“ Gotsch (gegen Lang und Winter), Theresa Kraft (gegen Michajlova) sowie das Doppel Gotsch/Stähr gepunktet. Mit einem ähnlichen Ergebnis könnten Qianhong Gotsch, Rosalia Stähr, Theresa Kraft und Julia Kaim, die am Sonntag erneut auflaufen werden, sicher ganz gut leben.

Der Gast jedoch ist nicht auf Kompromisse aus, zeigt aber Respekt vor Böblingens Nummer eins. „Gegen eine Mannschaft, bei der eine Spielerin wie Gotsch immer für zwei beziehungsweise drei Punkte gut ist, ist es nicht leicht, jedoch müssen unsere Ansprüche trotzdem ganz klar sein, in Böblingen zu gewinnen“, sagt Kolbermoors Trainer Michael Fuchs. „Letztendlich muss man im hinteren Paarkreuz die Punkte einfahren und oben versuchen, mindestens ausgeglichen zu spielen.“ Davon, dass der Matchplan aufgehen wird, ist Fuchs überzeugt: „Die Spielerinnen sind zurzeit alle gut drauf, keine ist verletzt, und deshalb hoffe ich auf einen Sieg, auch wenn man Böblingen auf gar keinen Fall unterschätzen darf.“

Sonntag, 13.00 Uhr: ttc berlin eastside – TTK Anröchte

Sollte der Ligaprimus auch gegen den Tabellenfünften aus Ostwestfalen gewinnen – kaum einer zweifelt daran, zumal Anröchte erneut nicht in Bestbesetzung antreten kann –, stünde man drei Spieltage vor Schluss der regulären Punktrunde bei 20:2 Punkten.

20 Punkte könnte der Tabellendritte Bingen zwar theoretisch auch noch erreichen und der Vierte Kolbermoor sogar noch auf 21 Zähler kommen. Doch in der Hauptstadt rechnet man anders. Ein Sieg gegen Anröchte und man benötigt aus den drei ausstehenden Partien noch maximal einen Sieg, um die direkte Qualifikation für das Play-off-Halbfinale auch rechnerisch in der Tasche zu haben. Das klingt alles nicht bloß machbar, sondern äußerst wahrscheinlich, zumal der viermalige Deutsche Meister inzwischen auf voller Betriebstemperatur ist und schon lange nichts mehr anbrennen ließ. Zuletzt beim 6:0 gegen Böblingen war es fast schon furchteinflößend gut, was die Berlinerinnen zeigten.

Gegner Anröchte hat – trotz der zuletzt klaren Derby-Niederlage gegen Bad Driburg in stark ersatzgeschwächter Formation – bisher eine richtig gute Saison gespielt und braucht noch einen einzigen Punkt, um sicher in den Play-offs zu stehen. Doch auf den wird man wohl noch mindestens eine Woche warten müssen, da man sich an der Spree nichts ausrechnen kann. „Leider werden wir auch in Berlin nicht in Bestbesetzung antreten können“, erklärt Vorsitzender Manfred Vogel. „Und ich befürchte, dass wir den noch fehlenden Punkt dort nicht einfahren können.“ Man wäre schon einigermaßen zufrieden, wenn die Niederlage nicht höher als im Hinspiel (2:6) ausfiele.

„Wir wollen unsere gute Form der letzten Wochen auch gegen Anröchte bestätigen und einen weiteren Schritt auf dem direkten Weg ins Halbfinale machen“, so ttc-Manager Andreas Hain. „Ich erwarte einen klaren Sieg.“

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