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Lea Rakovac war am Samstag nicht zu schlagen (Bild: Dr. Stephan Roscher).
TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – TSV Langstadt 6:2

Bingen mit ganz starkem Auftritt

Dr. Stephan Roscher 28.04.2024

Bingen. Auch das zweite Viertelfinal-Hinspiel endete mit einem Ergebnis, mit dem die meisten nicht gerechnet haben. Aufgrund einer ganz starken Leistung vollkommen verdient, fertigte der Punktrunden-Sechste TTG Bingen/Münster-Sarmsheim vor heimischer Kulisse den Ligadritten TSV Langstadt mit 6:2 ab und darf sich Hoffnungen auf den Einzug ins Play-off-Halbfinale machen, auch wenn nach dem Spielmodus, bei dem die Höhe eines Sieges nicht relevant ist, noch nichts entschieden ist. Der Druck auf die Hessen hat sich aber vor dem heutigen Rückspiel in Langstadt deutlich erhöht. Nun müssen Mantz und Co. liefern, sonst ist die Saison für sie beendet.

Vor allem, dass die Gäste im vorderen Paarkreuz komplett leer ausgehen würden, hatte kaum einer auf der Rechnung. Oben 0:4, unten 1:1, Doppel 1:1 – das war es aus Sicht des TSV. Zumindest bis zum heutigen Nachmittag, wo man in der Eckehard-Colmar-Halle versuchen wird, mit gewiss 200 Fans im Rücken das Schicksal noch zu wenden. Ob es gelingen wird, steht in den Sternen.

Bingen war mit dem erprobten, gut eingespielten Standard-Quartett mit Lea Rakovac, Elena Kuzmina, Katerina Tomanovska und Karolina Mynarova angetreten, während bei Langstadt Cheng Hsien-Tzu fehlte, für die Alena Lemmer zum Einsatz kam. Die Positionen eins bis drei nahmen Chantal Mantz, Franziska Schreiner und Izabela Lupulesku ein. Die Parallele zum Freitagsspiel in Kolbermoor: Die Doppel waren heftig umkämpft. Elena Kuzmina und Katerina Tomanovska mussten sich vor leider nur 105 Zuschauern in der Sporthalle der Grundschule "Am Mäuseturm" - dieses tolle, mitreißende Spiel hatte fraglos mehr Besucher verdient – mit 9:11 im fünften Durchgang dem Langstädter Duo Franziska Schreiner/Alena Lemmer beugen, nachdem sie schon 2:0 nach Sätzen geführt hatten. Am Nachbartisch konnten allerdings Lea Rakovac und Karolina Mynarova für den Ausgleich sorgen. Zwar hatten ihre Gegnerinnen Chantal Mantz/Izabela Lupulesku mit 1:0 und 2:1 Sätze vorne gelegen, doch das TTG-Doppel konnte beide Male egalisieren und gewann die Durchgänge vier und fünf deutlich.

Beim 3:1 über „Franzi“ Schreiner bewies Lea Rakovac anschließend, wie wichtig sie für ihr Team ist. Da auch Elena Kuzmina stark aufspielte und der Ex-Bingenerin Chantal Mantz nicht einen Satz überließ, ging man mit einem 3:1-Vorsprung der Rheinhessen in die Pause. Die Hoffnungen der Gäste, im hinteren Paarkreuz die Wende einzuläuten, zerschlugen sich insofern, als Katerina Tomanovska das von den Satzergebnissen sehr enge Match gegen Alena Lemmer mit 12:10, 11:9 und 12:10 gewonnen hatte. Langstadt blieb aber im Spiel durch Izabela Lupuleskus knappen Sieg über eine starke Karolina Mynarova – die Tschechin konnte in den Durchgängen eins, zwei und vier jeweils mehrere Satzbälle nicht nutzen, musste am Ende aber ein 1:3 (11:13, 14:16, 11:9, 13:15) quittieren. Doch anschließend schlug das an diesem Tag wirklich überragende Bingener Spitzenpaarkreuz erneut zu: Lea Rakovac bezwang auch Chantal Mantz mit 3:1, während Elena Kuzmina, die gegen Langstadt gewiss eines ihrer besten Spiele der gesamten Runde machte, trotz eines 0:2-Satzrückstands auch über Franziska Schreiner die Oberhand behielt. Im Entscheidungssatz vergab Schreiner einen Matchball, dem Bingens Russin drei eigene Punkte zum umjubelten 6:2-Sieg ihres Teams folgen ließ.

Natürlich freute sich Bingens Vorsitzender Joachim Lautebach über den beherzten Auftritt seines Quartetts. „Das war ein sehr gutes Spiel von unserer Mannschaft, eigentlich sogar von beiden Teams. Das Spiel war hart umkämpft, viele enge Sätze, viele knappe Ergebnisse. Am Ende haben wir die knappen Spiele gewinnen können“, sagte Lautebach. „Wir sind natürlich sehr zufrieden. Besonders, dass wir vorne vier Punkte machen würden, war nicht zu erwarten. Kompliment an unsere Mannschaft, die alles gegeben hat. Am Sonntag steht das nächste Spiel an, da kann noch alles mögliche passieren. Wir müssen sehen, dass wir bis dahin alle wieder fit sind, denn im letzten Einzel hat sich Katerina eine Zerrung geholt. Zum Glück hat Elena das Spiel gegen Schreiner gewonnen, sodass Tomanovskas Spiel nicht mehr in die Wertung kam.“

Langstadts Sportlicher Leiter Manfred Kaemmerer konnte nicht zufrieden sein, mit dem, was er gesehen hatte: „Ein sehr enttäuschendes Ergebnis. Völlig verdienter Sieg von Bingen, die viel bissiger und zielstrebiger waren als unser Team. Doch der Modus lässt keine Zeit zum Hadern. Nach nur einer schlaflosen Nacht geht es schon wieder weiter. Zu Hause müssen wir uns deutlich steigern, um noch eine Chance zu haben.“

 

VF-Play-off-Partien am Wochenende

Freitag, 18.00 Uhr: SV DJK Kolbermoor – TSV Dachau 65 1:6

Samstag,17.00 Uhr: TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – TSV Langstadt 6:2

Sonntag, 14.00 Uhr: TSV Langstadt – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim

Sonntag, 14.00 Uhr: TSV Dachau 65 – SV DJK Kolbermoor

 

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