Die Japanerin Mitsuki Yoshida steuerte den wichtigen Sieg über Giorgia Piccolin zum Böblinger Erfolg bei (Bild: Dr. Stephan Roscher).
SV Böblingen – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim 5:3

Böblingen nach 5:3 gegen Bingen Tabellenführer

Dr. Stephan Roscher 26.10.2020

Die SV Böblingen hat auch ihr zweites Match in der 1. Bundesliga Damen mit 5:3 gewonnen. Dem Erfolg vor einer Woche in Weil ließ man am Sonntag einen Heimsieg über die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim folgen. Mit nun 4:0 Punkten verdrängte man den TSV Langstadt (3:1) auf den zweiten Tabellenplatz. Die Zuschauer in Böblingen erlebten 135 kurzweilige Tischtennis-Minuten auf gutem Niveau.  

Beim Gastgeber punkteten – ebenfalls wie in Weil – die erneut in überragender Form agierenden Qianhong Gotsch (jeweils 3:0 gegen Giorgia Piccolin und Chantal Mantz) und Annett Kaufmann - das 14-jährige Toptalent setzte sich mit 3:1 gegen Mallika Bhandarkar und 3:0 gegen Katerina Tomanovska durch. Für einen weiteren Punkt sorgte SVB-Japanerin Mitsuki Yoshida – auch dies eine Dublette zum Weil-Spiel –, die sich in fünf Sätzen gegen die italienische Meisterin Giorgia Piccolin behauptete.  

Für die Gäste aus Rheinhessen waren Mantz (3:0 gegen Yoshida), Tomanovska (3:2 gegen Alexandra Kaufmann) und die erstmal zum Einsatz gekommene Inderin Bhandarkar (3:1 gegen Alexandra Kaufmann) erfolgreich. 

Zwar fanden sich nur 40 Fans im Böblinger Tischtenniszentrum ein, 70 hätten Platz gefunden, dafür war aber immerhin ein Fernsehteam des SWR vor Ort, das hauptsächlich Qianhong Gotsch und Annett Kaufmann im Fokus hatte. Geplanter Sendetermin: Donnerstag zwischen 5.30 und 9 Uhr im Rahmen des ARD-Morgenmagazins, eventuell auch noch Sport im Dritten am 1. November.  

SVB-Trainer Volker Ziegler erklärte im Spaß: „Wir können getrost die Saison abbrechen und uns zum deutschen Meister erklären lassen.“ Zum Niveau des Auftritts seines Quartetts erklärte Ziegler: „Spielerisch waren wir in Weil am Rhein letzten Sonntag zum Teil noch besser, man kann aber nicht jedes Mal 110 Prozent bringen. Sehr gut gefallen hat mir, wie Annett gegen die unkonventionelle Inderin eine Lösung gefunden hat.“ Ihre noch sieglose ältere Schwester Alexandra war gegen Mallika Bhandarkar, die ihr erstes Spiel in der 1. Bundesliga Damen bestritt, nicht sehr weit entfernt von einem Erfolg, am Satzende fehlte jedoch jedes Mal eine Kleinigkeit. Ziegler, der gemeinsam mit Andrzej Kaim coachte, hatte für seinen Schützling dennoch aufmunternde Worte parat: „Alex wird von Spiel zu Spiel besser.“  

Bingens Coach und Teamleiter Organisation/Spielbetrieb Frank Liesenfeld war trotz der Niederlage nicht unzufrieden mit seinem Team. „Wir können mit dem Ergebnis leben, auch wenn die Chance auf ein Remis durchaus vorhanden war, Giorgia Piccolin hätte gegen Mitsuki Yoshida mit etwas Glück auch gewinnen können“, so Liesenfeld. „Wir waren aber zunächst einmal froh, endlich mit vier Spielerinnen antreten zu können. Unsere Bundesliga-Debütantin Mallika Bhandarkar hat nicht schlecht gespielt, besonders wenn man bedenkt, dass sie, wie auch Katerina Tomanovska, praktisch aus dem Stand gespielt hat, da sie 14 Tage nicht trainieren konnte. Mallika hat es mit ihrem unkonventionellen Spiel auch der kleinen Kaufmann schwer gemacht, die aber am Ende dann doch zu stark gespielt hat.“ Liesenfeld hofft auf eine baldige Leistungssteigerung: „Jetzt bleiben unsere vier Spielerinnen da und können die ganze Woche zusammen trainieren, sodass wir vielleicht schon am kommenden Sonntag beim starken Aufsteiger Weil die ersten Punkte holen können.“

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