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Im Finale arbeitslos - und ausnahmsweise glücklich darüber: Gert Selig (Foto: MS)
Erfolg der DTTB-Herren beschert dem deutschen Schiedsrichter Tribünenplatz statt Schiedsrichterstuhl

EM: Cappuccino-Finale für Gert Selig

MS 03.10.2021

Cluj-Napoca. Spielen deutsche Asse im letzten Match eines Turniers untereinander die Goldmedaille aus, so beobachten die DTTB-Trainer das Duell nicht auf der Coaching-Bank, sondern entspannt von der Tribüne aus. Eingebürgert hat sich für diese liebste aller Situationen der Begriff Cappuccino-Finale: Ausreichend Zeit, um genüßlich und wohlverdient beim Match der eigenen Schützlinge eine Tasse des warmen Gebräus zu schlürfen. Bei einer Team-EM ist ein solches Cappuccino-Finale für die Trainer Utopie, für Unparteiische hingegen nicht. Mit dem Einzug der deutschen Herren in das Endspiel wurde deshalb für Gert Selig ein Cappuccino-Finale Realität. Statt auf dem Schiedsrichterstuhl nimmt der Waldalgeshaimer nun gemütlich auf der Tribüne Platz.

Selig, einziger Vertreter der nationalen Schiedsrichterzunft in Club-Napoca, war als einer der beiden Unparteiischen für das Herren-Mannschafts-Finale ausgewählt. Die Voraussetzung: Das deutsche Team darf nicht im Finale stehen. Mit dem 3:0 über Dänemark erledigte sich gestern Abend der Traum vom geschiedsten EM-Herren-Finale für den 58-Jährigen schnell. Einer der seltenen Fälle, wo Gert Selig jedoch heilfroh über den verpassten Einsatz war. Schon vor dem Halbfinale hatte er  gesagt: "Ich werde mir gleich das Spiel gegen Dänemark von der Tribüne aus anschauen und das Team von Jörg Roßkopf kräftig anfeuern. Natürlich wünschen wir Schiedsrichter uns immer die Nominierung für ein Endspiel. Aber es ist es gar keine Frage, dass es mir viel lieber ist, dass Deutschlands Herren nun im Finale stehen und nicht ich." Selig lachend: "Immerhin hatte Deutschland durch meine Vornominierung schon vor dem Semifinale einen Finalisten bei den Herren sicher."

Das Aufgebot des DTTB

Herren

  • Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT, WR: 15)
  • Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, WR: 36)
  • Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt, WR: 42)
  • Dang Qiu (Borussia Düsseldorf, WR: 52)
  • Kay Stumper (TTC Neu-Ulm, WR: 669, WR 19: 2)

Damen

  • Nina Mittelham (ttc berlin eastside, WR: 33)
  • Sabine Winter (TSV Schwabhausen, WR: 117)
  • Chantal Mantz (TSV 1909 Langstadt, WR: 198)
  • Annett Kaufmann (SV Böblingen, WR: 1038 / WR U15: 2)

Sportliche Leitung / Trainer-Team

  • Richard Prause (Sportdirektor)
  • Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer)
  • Tamara Boros (Damen-Bundestrainerin)
  • Lars Hielscher (Bundesstützpunkttrainer, Assistenztrainer Herren)
  • Wan Guohui (Trainer Deutsches Tischtennis-Internat)
  • Sascha Nimtz (Wissenschaftliche Betreuung, IAT Leipzig)

Medizinische Abteilung

  • Dr. Thomas Garn (Mannschaftsarzt, Düsseldorf)
  • Joachim Först (Physiotherapeut)
  • Annette Zischka (Physiotherapeutin, Olympiastützpunkt Hessen)

Organisatorische Leitung 
Kolja Rottmann 

Schiedsrichter 
Gert Selig (Waldalgesheim)

Sonntag, Finals, 3. Oktober
Damen: Deutschland - Rumänien, 12 Uhr
Herren: Deutschland - Russland, 15.30 Uhr

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