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Annett Kaufmann stürmt ins Halbfinale (Fotos: Heinze)
Erste deutsche Einzelmedaille bei Jugend-Weltmeisterschaften seit dem Jahr 2012

Jugend-WM: Annett Kaufmann stürmt zu ihrer ersten Einzel-Medaille

MS 02.12.2023

Nova Gorica. Wiederholungen sind im Sport von besonderer Bedeutung. Mit dem aus den fehlgeschlagenen Versuchen Erlernten streben die Athleten nach maximalem Erfolg. Annett Kaufmann reichte nach den Viertelfinal-Niederlagen 2021 gegen Ser Lin Qian (Singapur) und 2022 gegen die spätere Weltmeisterin Miyuu Kihara (Japan) die Erfahrung zweier Anläufe, um bei den Jugend-Weltmeisterschaften in Nova Gorica ihren dritte Chance beim Schopfe zu packen. Kaufmann krönte ihre starken Leistungen in Slowenien mit ihrem ersten WM-Halbfinaleinzug. Nach dem 4:0 über die US-Amerikanerin Sally Moyland bleibt lediglich die Farbe der Medaillen noch bis zum Sonntag offen. Gestern bereits hatte die 17 Jahre alte Böblingerin Silber im Mixed (mit Izaac Quek aus Singapur) gewonnen. Heute um 19 Uhr greift sie noch zusammen mit Anna Hursey (Wales) im Doppel-Wettbewerb nach Gold. Für den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) ist es bereits der fünfte Medaillengewinn insgesamt in Slowenien.

Erste Einzelmedaille seit 2012

Annett Kaufmann tritt mit ihrem Einzug in das Einzel-Halbfinale in prominente Fußstapfen. Zuvor hatten nur sechs Deutsche bei den Titelkämpfen der Talente den Sprung auf das Siegerpodest geschafft. Zuletzt sich im Jahr 2012 in Hyderabad die spätere Olympia-, WM-, EM- und World-Cup-Medaillengewinnerin Petrissa Solja eine Bronzemedaille gesichert.

Das 11:9, 11:7, 11:9 und 11:9 der Europameisterin aller Nachwuchsklassen über die Amerikanerin Sally Moyland war wesentlich deutlicher, als es das in den Sätzen knappe Ergebnis der Viertelfinalbegegnung ausdrückt. Gleich im ersten Durchgang dominierte die technisch und taktisch überlegene Kaufmann und ging hoch in Führung. Trotz Moylands erfolgreicher Aufholjagd zum 9:9 behielt Kaufmann die Nerven, diktierte weiter das Spiel und ging kurz darauf hoch verdient mit 1:0 in Führung. Der Gewinn des ersten Satzes gegen die spielerisch unterlegene Moyland bedeutete gleichzeitig auch die Vorentscheidung. Zwischenzeitliche Vorteile der sicher, aber letztlich aber zu ungefährlich agierenden Amerikanerin glich die zweifache Mannschafts-Europameisterin der Damen fast nach Belieben aus und zeigte sich anschließend froh und erleichtert: "Ich bin sehr, sehr zufrieden, nun meine Einzel-Medaille unter Dach und Fach zu haben. Das Match gegen Moyland ist leichter verlaufen, als ich es vorher erwartet hatte. Selbst wenn es einmal enger wurde, habe ich immer einen kühlen Kopf bewahrt. Das zeigt auch, dass ich mich weiterentwickelt habe. Ich sehr froh zu sehen, dass Dinge, bei denen ich geschwächelt habe, besser geworden sind. Ich bin sehr happy über meine dritte Medaille bei dieser WM."

Happy über die Medaillen und ein bisschen zocken im Halbfinale

Die verantwortliche U19-Mädchen-Bundestrainerin Lara Broich war voll des Lobes nach dem Halbfinaleinzug ihrer Spielerin: "Annett hat das sehr gut gemacht und war mental in Topform. In den wichtigen Phasen hat sie stets einen klaren Kopf bewahrt und dann auch bei den Platzierungen in entscheidenden Momenten noch eine Schüppe draufgelegt, noch genauer gespielt. Moyland stand permanent unter Druck und war eigentlich ohne Chance in diesem Viertelfinale. Annett ist das ganze Match über ruhig und fokussiert geblieben und hatte auf alle Schläge ihrer Gegnerin eine bessere Antwort parat."

Im Kampf um den Einzug in das Endspiel trifft die 17-jährige Gymnasiastin am Sonntag um 11.30 Uhr auf die Chinesin Kuai Man, die 2021 den Titel holte und bereits die Nummer 19 der Damen-Weltrangliste ist. Kaufmann nimmt die Außenseiterinnenrolle gerne an: "Der Gedanke, es geht um eine Medaille, der ist nun Weg und ich kann morgen im Halbfinale viel lockerer aufspielen. Ich freue mich nun auf das Spiel morgen, um ein bisschen zu zocken."

Um 19 Uhr spielt Kaufmann im Doppel um Gold

Annett Kaufmann, die gestern bereits an der Seite von Izaac Quek (Singapur) die Silbermedaille im Doppel gewann und sich nur den haushohen Favoriten und Titelverteidigern Lin Shindong/Kuai Man geschlagen geben musste, erhält heute Abend die nächste Chance, ihrer erfolgreichen WM-Geschichte ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Im Endspiel des U19-Doppel-Wettbewerbs trifft die Böblingerin zusammen mit der Waliserin Anna Hursey auf das chinesische Topduo Kuai Man/Xu Yi. 

Erstmals fünf deutsche Medaillengewinne bei Jugend-Weltmeisterschaften

Außer Kaufmann im Einzel, Doppel und Mixed trug sich in Slowenien auch das das Mixed Mia Griesel/Andre Bertelsmeier sowie das U15-Doppel mit den beiden erst 13 Jahre alten Talenten Koharu Itagaki/Josephina Neumann in die Liste der Medaillengewinner ein. Die Jugend-Weltmeisterschaften in Nova Gorica sind für den Deutschen Tischtennis-Bund mit fünfmal Edelmetall ein überragender Erfolg. Es ist das bislang beste Abschneiden bei den erstmals 2003 in Santiago de Chile ausgetragen Titelkämpfen des Nachwuchses. Als bisher bestes Ergebnis bei seinen nunmehr insgesamt 30 Medaillengewinnen hatte der DTTB im Jahr 2006 in Kairo insgesamt viermal auf dem Siegerpodest gestanden. 

 

Die Ergebnisse der Deutschen am Samstag

U19, Mädchen-Einzel, Viertelfinale
Annett Kaufmann GER - Sally Moyland USA 4:0 (9,7,9,9)

U19, Mädchen-Doppel, Finale
Annett Kaufmann GER/Anna Hursey WAL - Kuai Man/Xu Yi CHN (-6,

Die Spiele am Sonntag (Auszug)

U19, Mädchen-Einzel, Halbfinale
Annett Kaufmann GER - Kuai Man CHN 11.30 Uhr
Xu Yi CHN - 

U19, Mädchen-Einzel, Finale
17 Uhr

Das DTTB-Aufgebot bei der Jugend-WM in Nova Gorica (26.11. bis 3.12.)

U19, Mädchen
Team: Mia Griesel (TSV Lunestedt/MTV Tostedt), Eireen Kalaitzidou (Borussia Düsseldorf), Annett Kaufmann (SV Böblingen), Lea Lachenmayer (ESV Weil)
Einzel: Annett Kaufmann, Mia Griesel
Doppel: Annett Kaufmann/Anna Hursey WAL, Mia Griesel/Lilou Massart BEL

U19, Jungen
Team: André Bertelsmeier (1. FC Köln), Matthias Danzer (TV Hilpoltstein), Tom Schweiger (SV Bayern München), Lleyton Ullmann (TSV Sasel/1. FC Köln)
Einzel: Andre Bertelsmeier, Matthias Danzer
Doppel: Andre Bertelsmeier/Matthias Danzer
Mixed: Annett Kaufmann/Izaac Quek SGP, Mia Griesel/Andre Bertelsmeier, Kong Tsz Lam HKG/Matthias Danzer

U15, Mädchen
Team, U15: Koharu Itagaki (TSV Bad Königshofen/SV Schott Jena), Lorena Morsch (TSV Langstadt), Josephina Neumann (TV Okarben/ttc berlin eastside), Lisa Wang (1. FC Saarbrücken-TT)
Einzel: Koharu Itagaki, Josephina Neumann
Doppel: Koharu Itagaki/Josephina Neumann

U15, Jungen
Team, U15: Matej Haspel (SV DJK Kolbermoor), Noah Hersel (1. FC Köln), Friedrich Kühn von Burgsdorff (Post SV Gütersloh/TTC GW Bad Hamm), Lukas Wang (1. FC Saarbrücken-TT)
Einzel: Matej Haspel, Friedrich Kühn von Burgsdorff
Doppel: Matej Haspel/ Friedrich Kühn von Burgsdorff
Mixed: Koharu Itagaki/Patryk Zyworonek POL, Josephina Neumann/Julian Rzihauschek AUT, Julia Leal POR/Friedrich Kühn von Burgsdorff, Mak Ming Shum HKG/Matej Haspel

Trainer- und Betreuer-Team
Lara Broich (Bundestrainerin Nachwuchskader 1, U19), Jie Schöpp (Bundestrainerin Nachwuchskader 2, U15), Dustin Gesinghaus (Bundestrainer Nachwuchskader 1, U19), Richard Hoffmann (Bundestrainer Nachwuchskader 2, U15)

Physiotherapeutinnen
Maria Först (Neuss), Annette Zischka (Olympiastützpunkt Hessen)

Sportliche Leitung
Richard Prause (Sportdirektor)

Delegationsleitung
Ralf Tresselt (DTTB-Vizepräsident Jugend)

Schiedsrichter
Stefan Wollschläger

Referat Jugend-/Leistungssport
Mischa Kalettka

Öffentlichkeitsarbeit
Finley Heinze

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