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Einzel-Europameisterin 2008, vierfache Titelträgerin im Mixed: Ruta Paskauskiene (Foto: MS)
Prominente Namen im Turnier / Sollten sich Drinkhall und Walker qualifizieren, darf nur einer fahren

Letzte Olympia-Tickets für Europäer werden in Portugal vergeben

SH 19.04.2021

Guimaraes. Bei der Welt-Einzel-Qualifikationin Doha im März hatten die Europäer schon fleißig Olympia-Tickets für Tokio abgeräumt: Britt Eerland aus den Niederlanden etwa, die in der Bundesliga für Berlin im unteren Paarkreuz brilliert, gelang die Qualifikation für die Sommerspiele in Tokio im zweiten Anlauf. Oder der Russe Kirill Skachkov, der gleich bei der ersten Möglichkeit zuschnappte und dabei Englands Spitzenspieler Liam Pitchford in die Verlängerung schickte. Von den in Katar zu vergebenen insgesamt neun Plätzen für Damen und Herren zusammen gingen acht an Vertreter des alten Kontinents: Eerland, Linda Bergström (Schweden), Polina Mikhailova (Russland), Yang Xiaoxin (Monaco) sowie Skachkov, Lubomir Jancarik (Tschechien), Bence Majoros (Ungarn) und Wang Yang (Slowakei).

Doch auch vor der europäischen Olympia-Qualifikation vom 21. bis 25. April im portugiesischen Guimaraes ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber auf die erneut neun Tickets - vier für Damen, fünf für Herren - hoch. Und auch an diesen fünf Tagen sind prominente Namen im Teilnehmerfeld. Die Partien werden live auf ETTU.tv gestreamt.

Schafft Gionis seine fünfte Olympia-Teilnahme?

Unter den 40 Spielerinnen sind es gleich eine ganze Reihe ehemaliger Olympia-Starter, die sich um das Comeback unter den Ringen bewerben: Die Rio-Fahrerinnen Hana Matelova aus Tschechien, Russlands Yana Noskova und die Slowakin Barbora Balazova sind ebenso darunter wie Mie Skov aus Dänemark, die in London 2012 dabei war. Die größte Erfahrung bringt allerdings die mehrfache Europameisterin Ruta Paskauskiene mit, die Ende März ihren 44. Geburtstag und ihr Olympia-Debüt bereits 1996 in Atlanta feierte.

Unter den 36 Herren führt der Österreicher Daniel Habesohn als Nummer 44 der Weltrangliste die Gruppe der Topgesetzten an. Griechenlands Abwehrlegende Panagiotis Gionis war in Doha im letzten Finale an Wang Yang gescheitert und will es in Portugal noch einmal wissen. Es wäre seit Athen 2004 seine fünfte Olympia-Teilnahme. Während Pitchford auf eine weitere Quali-Teilnahme verzichten kann, weil er sich als aktuelle Nummer 15 über die Weltrangliste qualifizieren wird, sind seine Landsleute Paul Drinkhall und Samuel Walker direkte Konkurrenten. Weil Pitchford der höher eingestufte Spieler in Team England ist, kann nur einer von beiden, Drinkhall oder Walker, das zweite Ticket nutzen. Holt jeder von ihnen den Turniersieg in einer der zwei entscheidenden Stufen, wird Drinkhall als als 57. der Welt den Vorzug vor Walker (96) erhalten. Damit könne Walker jedoch umgehen, wie er auf der Website des englischen Tischtennis-Verbands sagt: "Wenn wir uns beide qualifizieren, dann wird Paul mit Liam nach Tokio fahren. Das ist in Ordnung. Er hat es sich verdient." Doch zunächst müssen beide unter anderem an Kou Lei vorbei, dem gebürtigen Pekinger, der rechtzeitig vor den Spielen in seiner Heimatstadt 2008 die ukrainische Staatsbürgerschaft erhielt, um an seinem Heim-Turnier teilnehmen zu können, und sich nun um seine dritte Olympia-Teilnahme bewirbt.

Spielsystem in Portugal: olympisch-komplex und mehrstufig

Auch das WM-Silber-Duo von 2019, Ovidiu Ionescu, Rumäniens Spitzenspieler in Diensten des Post SV Mühlhausen, und sein spanischer Partner Alvaro Robles vom TTBL-Konkurrenten Schwalbe Bergneustadt sind noch nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert.

Die Deutschen können auch dieses Turnier entspannt aus der Ferne beobachten, hatten sich doch die Akteure der Bundestrainer Jie Schöpp und Jörg Roßkopf bei den European Games 2019 bereits Startplätze in allen Kategorien - Einzel, Mannschaft, Mixed - sichern können. Das Spielsystem in Portugal ist wie immer olympisch-komplex und mehrstufig. Von Phase eins sind die jeweils vier Topgesetzten bei Damen und Herren freigestellt, die übrigen werden in zehn bzw. acht Gruppen eingeteilt, von denen die Sieger und Zweitplatzierten Phase zwei erreichen. In das dortige 32er-K.-o.-Feld werden zusammen mit den vier Gesetzten insgesamt 24 Damen und 20 Herren gelost. Die jeweiligen Finalisten sichern sich die ersten beiden Startplätze. Die Endspiele werden nicht ausgetragen.

In Phase drei gehen 22 Damen und 18 Herren ins letzte K.-o.-Feld des Wettbewerbs. Auch hier gibt es für alle Endspielteilnehmer Tickets für Tokio. Den allerletzten freien Platz spielen die Halbfinalisten der Herren aus. Eine Zusammenfassung finden Sie nach Turnierende auf tischtennis.de.

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