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Kurz nach dem Matchball: Han Ying reißt die Arme hoch (Foto: ITTF)

Reaktionen auf den epischen Halbfinal-Sieg der deutschen Damen in Rio

FL 15.08.2016

Rio de Janeiro. Olympia-Finale für die DTTB-Damen! Was war das eigentlich für ein Spiel gestern? Da war alles drin, was Sport, was Tischtennis ausmacht. Deutsche Fans im Riocentro 3 und in der Heimat haben knapp vier Stunden mitgefiebert, gebangt, gezittert – am Ende gejubelt. Das sind Reaktionen auf das epische Halbfinale gegen Japan und den historischen Finaleinzug der Mannschaft von Bundestrainerin Jie Schöpp.


Timo Boll (via Facebook):

“Bravo Mädels. Finale! Ihr seid die Größten. Der Krimi hat doch glatt die Hockey Jungs noch getoppt“


Michael Geiger (DTTB-Präsident), selbst live auf der Tribüne dabei:

„Gratulation an die Mannschaft und von dem gesamten Präsidium zu dieser unglaublichen Leistung. Ob live dabei oder zuhause am Bildschirm: Alle waren so euphorisiert. Ein Wermutstropfen war: Leider konnte ich nicht allen Spielerinnen direkt nach dem Match gratulieren, weil ich mit meiner Akkreditierung nicht in die Mixed Zone kam. Ich wollte die Spielerinnen gar nicht lange sprechen, sondern nur kurz gratulieren und in den Arm nehmen. Man hat mich da nicht reingelassen, es hieß: IOC-Regel. Die Tage vorher kam ich noch rein. Dafür fehlt mir jegliches Verständnis, wenn es nicht möglich ist, den Spielerinnen nur kurz zum Sieg gratulieren, ohne dass jemand von der Presse behindert wird.“


Michael Geiger über das Spiel:

„Wir saßen wieder mit unserer DTTB-Gruppe auf der Tribüne. Neben dran saß die japanische ‚Fraktion‘, die haben auch richtig Stimmung gemacht. Ich glaube, beide können sagen, es war ein faires Spiel, es war ein tolles Spiel. Wir wussten, in dem Spiel ist was drin, und wir wollten anfeuern bis zum letzten Punkt, so wie wir das auch bei den anderen Spielen gemacht haben. Nach den Spielen und drei, vier Stunden Klatschen und Anfeuern bin ich regelmäßig völlig platt. Aber das lohnt sich! Das war ein Auf und Ab, aber gerade da ist es auch wichtig, dass wir von der Tribüne positiv und hörbar sind, wenn es nicht so läuft, zum Beispiel als Peti in dem ersten Einzel 3:9 im fünften Satz hinten war. Wir haben weiter geklatscht, geschrien. Dass sie das umgebogen hat, war Wahnsinn und ein wichtiges Ausrufezeichen für das ganze Match. Hinten raus kam dann der große Thriller zwischen Ying und Fukuhara. Da waren Ballwechsel drin, das war unglaublich. Dass es am Ende noch so eng wird… 7:3-Führung, dann 7:9, du denkst, hoffentlich kommt sie noch mal ran, dann 10:9 und dieser unglaubliche Kantenball… Wir sind noch so voll mit Adrenalin.“


Michael Geiger (selbst Internationaler Schiedsrichter) über den Kantenball zum 11:9:

„Das war unglaublich. Im ersten Moment hat man gar nicht drüber nachgedacht, ob der korrekt war oder nicht. Für uns war klar: ‚Wir haben den Punkt, wir haben den Sieg‘. Dann sehe ich auf einmal, dass diskutiert wird. Für mich war völlig klar, da gibt es nichts zu diskutieren oder auf die Video-Leinwand zu zeigen. Wir haben keinen Video-Beweis im Tischtennis. Das war ein sogenannter ‚Point of Fact‘, eine Tatsachenentscheidung. Es war klar, dass diese Entscheidung bestehen bleiben muss. Ich habe mir den Ball noch mal angeschaut. Er war zwar gut, aber einfach ist das sicher nicht zu entscheiden.“


Geigers Erinnerungen an die Team-WM 2012 und ein gutes Omen für Rio:

„Ich habe mich an die WM 2012 in Dortmund erinnert, als unseren Frauen im Viertelfinale gegen Singapur in einem Wahnsinn-Match vor 8000 Zuschauern nur zwei Punkte zum Sieg fehlten. Deswegen haben sie es jetzt auch umso mehr verdient. Damals hatte ich Karten für das Fußball-„Jahrhundertspiel“ zwischen Dortmund und Stuttgart (4:4). Es war eigentlich ein Geburtstags-Geschenk für meinen Sohn, der an dem Tag 20 wurde. Er ist wie ich Fußball- und Tischtennis-Fan. Wir haben die Karten verfallen lassen, sind beim Tischtennis geblieben und haben die Damen unterstützt. Hier in Rio ist es für mich auch Ehrensache. Ich habe den Damen vorher gesagt: ‚Gutes Omen, ich habe Karten für den Leichtathletik-Finaltag am 16. August. Ich lasse die gerne verfallen, weil ich glaube, ihr kommt ins Endspiel, und ich werde beim Endspiel sein.‘ Und genauso ist es eingetreten.“


Heike Ahlert (DTTB-Vizepräsidentin Leistungssport) saß während des Halbfinals im Flieger zurück nach Deutschland mit Zwischenhalt in Lissabon:

„Ich bin immer noch sprachlos. Ich habe im Flieger mitgefiebert und mich schon geärgert, dass ich nicht doch noch versucht habe, ein oder zwei Tage anzuhängen. Aber es ging einfach nicht. Dann habe ich gewartet, bis ich endlich in Lissabon am Flughafen war und mein Handy wieder anmachen konnte. Von Jürgen (Ehemann, Vizepräsident Jugend) hatte ich eine Sprachnachricht. Er hat live den letzten Ball von Han Ying kommentiert. Ihm brach fast die Stimme vor Freude, das war unglaublich, das so mitzuerleben. Da kriege ich jetzt noch Gänsehaut. Ich habe Freudentränen vergossen und habe mich tierisch gefreut. Und es ist sowas von verdient, wie sie gespielt haben. Ich hoffe einfach, dass sie ein gute Finale spielen, sage ganz herzlichen Glückwunsch und ‚Teu, Teu, Teu‘ für das Finale. Das gleiche gilt für die Herren. Vielleicht ist das ein gutes Omen, dass die Damen gegen Japan gewonnen haben und die Herren nachziehen können. Ich werde die kommenden Partien am Fernseher oder im Livestream verfolgen.“


Heike Ahlert über die Bedeutung des Finaleinzugs für den Tischtennis-Sport:

„Ich hoffe, dass dieses historische Ergebnis dem Damen-Tischtennis mehr Aufmerksamkeit und einen Aufschwung gibt. Der Erfolg ist der Lohn für jahrelange akribische Trainingsarbeit.“


Jürgen Ahlert (DTTB-Vizepräsident Jugend):

„Was für ein unglaubliches Match, höchstklassig, voller Spannung, Dramatik mit einem Hitchcock-Ende. Mehr geht nicht. Finale! Maximaler Glückwunsch an das gesamte Team!“


DTTB-Sportdirektor Richard Prause über das Halbfinale:

„Man hört an meiner Stimme, dass ich mitgefiebert und mitgelitten habe. Das war ein ganz großes Spiel. Wir wussten, dass wir eine Chance haben, wussten aber auch, dass Japan richtig schwer zu knacken ist. Peti, die zweimal gegen Ito bei German Open verloren hatte, stand bei 3:9 kurz vor der Niederlage. Peti hat das Ding noch gedreht, das war wegweisend für das ganze Spiel. Danach hat Han Ying super gespielt, Ishikawa hat sich super auf sie eingestellt. Je länger das Spiel dauerte, desto schwerer wurde es für Han Ying. Im Doppel sah es bei 1:2, 7:9 so aus, als würde Japan einen wichtigen Punkt setzen. Aber dann haben Nana und Peti in den entscheidenden Augenblicken Nervenstärke bewiesen, die ganz großen Punkte gemacht. Die 2:1-Führung war ganz wichtig. Da hat man so richtig gemerkt, dass Japan heute zu packen ist. Nana hat auch gut gespielt im Anschluss, die Sätze zwei und drei knapp verloren. Im Spiel von Han Ying sind wir dann um Jahre gealtert auf der Tribüne. Das war ein wahnsinnig gutes Spiel, Tischtennis auf allerhöchstem Niveau, ich würde sagen ein geschichtsträchtiges Match. Die Art und Weise, wie sich unsere Mannschaft hier präsentiert hat: Hut ab!“


Ausgewählte Reaktionen aus dem Netz (DTTB-Facebookseite „Tischtennis in Deutschland“):

„Fast vier Stunden absolutes Weltklassetischtennis von beiden Mannschaften. Da kann und muss man den Hut vor ziehen. Alles dabei, was diesen Sport so unglaublich auszeichnet. Glückwunsch an die Mädels“


„Was ein Glück, ist in Bayern heut Feiertag. Sonst hätte ich mir in den Allerwertesten gebissen, dass ich diesen Hammer verpasst habe! Herzlichen Glückwunsch ans Team und vielen Dank für die großartige Werbung für unseren Sport! Ganz großes Kino!“


„Ich als Tischtennis-Laie war unglaublich gefesselt von dem Spiel. So kann der Montag ruhig anfangen.“


„So was wie das Halbfinale gegen Japan habe ich noch nicht erlebt. Mehrmals stand das Trio vor der Niederlage und hat es wieder rumgebogen. Auch wenn zum Schluss "etwas glüklich" mit einem Kantenband der Sieg geholt wurde. So ist Sport, mit weniger Glück hätte es anders ausgehen können, daher auch meinen Respekt vor dem japanischen Trio. Auf alle Fälle nochmal Hut ab für die kämpferische Mentalität des DTTB-Trios.“


„Herzlichen Glückwunsch wir sind so stolz auf Euch.“


„Jetzt muss ich ins Bett...aber schlafen kann ich wohl nicht. Super Mädels!!!“


„Omedetōgozaimasu (Herzlichen Glückwunsch). Verdient gewonnen, es war ein Match absolut auf Augenhöhe und am Ende war halt ein bisschen Glück dabei. Das ist halt der Sport.“


„Ich hab's auch nicht ausgehalten ... Musste mehrfach zur Beruhigung Hockey gucken ... Hat net geklappt! :-) ... Also wieder zurück und weiter mit Puls 200 ... Dann noch ma Hockey ... Oh, Mann! ... Jetzt tot, aber geflasht!!!! ... Der TT-Gott, falls es sowas gibt, war heute, endlich!, mal auf unserer Seite ... zweifellos!!!“


„War ein tolles Spiel. Besonders Han gg Fukuhara. Wahnsinn!“

 

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