Lily Zhang, die letzte Saison selbst noch das Bingener Trikot trug, will mit Kolbermoor beide Punkte aus Rheinhessen entführen (Bild: Dr. Stephan Roscher).
ttc berlin eastside - TSV Langstadt / TTG Bingen/Münster-Sarmsheim - SV DJK Kolbermoor

Sonntagsspiele im Oberhaus: Berlin und Kolbermoor im Einsatz

Dr. Stephan Roscher 15.02.2020

 

Zwei Partien stehen in der Eliteliga der Damen am Sonntag auf der Agenda. Titelverteidiger ttc berlin eastside zeigt im Vorfeld durchaus einen gewissen Respekt vor dem TSV Langstadt, doch letzterer wird ohne seinen Topstar Petrissa Solja anreisen. Die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim will vor eigenem Publikum die wenig erfreuliche Erinnerung an das Hinspiel beim SV DJK Kolbermoor abschütteln, wo man mit 0:6 böse unter die Räder kam. Man kalkuliert keinen Punktgewinn ein, will sich aber teuer verkaufen. 

 

Sonntag, 13.00 Uhr: ttc berlin eastside – TSV Langstadt 

Keine 48 Stunden nach dem Königsklassen-Spiel gegen Cartagena gibt in der Bundesliga der Tabellensechste TSV Langstadt seine Visitenkarte in Berlin ab. In der Sporthalle am Anton-Saefkow-Platz dürfte der designierte Champion nicht vor allzu großen Problemen stehen, zumal man selbst mit hochkarätiger Truppe antritt, die Südhessen dagegen nicht in Topbesetzung anreisen werden.   

Aktuell führt der ttc verlustpunktfrei die Tabelle an, gefolgt vom TuS Bad Driburg mit zwei Minuspunkten. Vor dem Spitzenspiel gegen Bad Driburg in einer Woche in Berlin gilt es für die Hauptstädterinnen, keine Punkte liegen zu lassen und die Tabellenführung zu behaupten. Folglich wird man gegen Langstadt ein hochkarätiges Aufgebot ins Rennen schicken: Fu Yu, Shan Xiaona, Nina Mittelham und Matilda Ekholm werden spielen. „Wir müssen Langstadt sehr ernst nehmen“, sagt ttc-Manager Andreas Hain. „Das wird kein Spaziergang. Die Zuschauer dürfen sich auf jeden Fall auf ein interessantes, spannendes Match freuen.“ 

Langstadts Sportlicher Leiter Manfred Kämmerer sagt vor der Partie: „Wir haben in der Vorrunde mit Petrissa Solja und Cheng Hsien-Tzu 0:6 verloren. Das sagt eigentlich schon alles aus über die Stärke des Gegners.“ Das Berliner Publikum wird allerdings die Weltranglisten-19. Petrissa Solja nicht zu Gesicht bekommen. Die frischgebackene Europe-Top-16-Siegerin, die letztes Wochenende in Montreux ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen konnte, erhält eine „Atempause“. Manfred Kämmerer schließt nämlich aus, dass in der Hauptstadt beide Spitzenspielerinnen dabei sind: „Wir haben noch einige Spiele gegen Gegner auf Augenhöhe, wo wir uns natürlich etwas ausrechnen. Besonders Peti hat zuletzt sehr viel gespielt. Sie braucht dringend eine Pause und die wird sie auch bekommen.“ 

 

Sonntag, 14.00 Uhr: TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – SV DJK Kolbermoor 

Die Rheinhessinnen haben mit Kolbermoor noch eine Rechnung offen und würden sich nur zu gerne für die 0:6-Klatsche aus dem Hinspiel revanchieren, die richtig wehgetan hat. Zwar gilt man als heimstark, weiß andererseits aber auch um die Qualität der Truppe aus Oberbayern, gegen die es zunächst einmal gelten muss, sich vor heimischem Publikum gut zu präsentieren und achtbar aus der Affäre zu ziehen, bevor man weitergehende Ansprüche formulieren kann.  

Allzu viel Druck hat Bingen nicht mehr, sind doch nach der Entscheidung des TV Busenbach, nächste Saison nicht mehr in den oberen Regionen zu spielen, die Fronten relativ klar. Sieben Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Anröchte sind ein mehr als sattes Polster. Es sieht derzeit danach aus, dass sich zwischen Bingen, Schwabhausen, Langstadt und Böblingen lediglich entscheiden wird, wer am Ende den vierten Platz belegt. Kein Ziel, das die Spielerinnen allzu nervös werden lassen dürfte. Kolbermoor will noch „Vize“ werden und darf dazu – bis auf das Match gegen Berlin vielleicht – nichts mehr verlieren, da Bad Driburg momentan drei Minuspunkte besser dasteht.  

„Im Hinspiel sind wir untergegangen, das soll sich nicht wiederholen“, so Bingens Vorsitzender Joachim Lautebach. „Man muss aber schon sehen, dass Kolbermoor, wenn sie in starker Aufstellung anreisen, eine hohe Qualität hat und klarer Favorit ist. Auf jeden Fall wollen wir uns vor unserem eigenen Publikum besser verkaufen als in Kolbermoor. Wir werden uns gut konzentrieren, wollen eine erneute hohe Niederlage vermeiden und so lange wie möglich dagegen halten. Gegen andere starke Mannschaften haben wir uns ja auch gut verkauft und etwa gegen Bad Driburg zweimal nur knapp mit 4:6 verloren.“ 

Michael Fuchs rechnet nicht damit, dass es, ähnlich wie im Hinspiel, wieder ein Spaziergang für sein Team wird. „Bingen ist für uns nicht einfach“, so die Einschätzung des SV DJK-Trainers. „Generell sehe ich leichte Vorteile für uns im vorderen Paarkreuz, aber die Spielerinnen kennen sich sehr gut aus dem täglichen Training, was das Ganze meiner Meinung nach wieder relativiert.“ Gleich zu Beginn müsse der letztjährige Vizemeister hellwach sein: „Wir hatten zu Beginn der Rückrunde leichte Probleme in den Doppeln. Hier dürfen wir auf jeden Fall nicht wieder einem 0:2 hinterher rennen. Ich erwarte ein umkämpftes und enges Spiel, welches im vorderen Paarkreuz entschieden wird.“

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