Da ist er dabei: Bastian Steger hat sich für Budapest qualifiziert (Foto: MS)
Die letzte und entscheidende Runde des internen Ranglistenturniers fand nicht mehr statt: Filus und Ort verletzt

Steger sichert sich letzten WM-Startplatz

SH 16.04.2019

Düsseldorf. Bastian Steger (Bremen) hat sich den letzten Einzel-Startplatz der DTTB-Herren für die am Sonntag beginnenden Weltmeisterschaften in Budapest (21. bis 28. April) gesichert. Der 38-jährige zweifache Olympia-Bronzemedaillengewinner mit der Mannschaft steht nun neben Timo Boll (Düsseldorf), Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland), Patrick Franziska (Saarbrücken) und Dang Qiu (Grünwettersbach) im zehnköpfigen Spieleraufgebot für die 55. Welttitelkämpfe in Ungarn.

Die letzte und entscheidende Runde des internen Ranglistenturniers von den sechs Kandidaten hinter den gesetzten Boll, Ovtcharov und Franziska am Montagabend hat allerdings nicht mehr stattgefunden. Neben dem schon in der Vorwoche verletzten Bad Königshofener Kilian Ort (Reizung im Schienbein) fiel kurzfristig auch noch Ruwen Filus mit Problemen am Sprunggelenk aus.

Fuldas Abwehrass war zwar in den vorangegangenen vier Partien gegen seine Nationalteamkollegen sieglos geblieben, hätte in der Schlussrunde jedoch durch einen Sieg gegen Bastian Steger dessen Ungarn-Ticket noch gefährden können: Bei gleichzeitigen Erfolgen von Ricardo Walther (Grünwettersbach), der kampflos gegen Ort gewonnen hätte, und Benedikt Duda (Bergneustadt) gegen den in der vergangenen Woche bereits für die WM qualifizierten Dang Qiu hätte es weitere direkte Vergleiche zwischen den Dreien am Dienstag gegeben.

Doppel Qiu/Steger und Mixed Qiu/Mittelham

„Wenn Verletzungen auftreten, kann man dagegen nichts machen. So ist das im Sport: Du kannst das nicht planen. Wir hatten im ganzen Turnier Spieler, die zwischenzeitlich verletzt oder nicht ganz fit waren“, erklärte Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf. Ruwen Filus wird auch heute pausieren, Kilian Ort hat mit leichtem Schlagtraining begonnen, bleibt aber vorerst bei geringen Trainingsumfängen.

„Natürlich sind die anderen enttäuscht, dass es gestern so gelaufen ist, aber sie hatten es selbst in der Hand, hatten davor schon genug Möglichkeiten, sich ihren Startplatz zu erspielen“, so Roßkopf. In verschiedenen Wettkämpfen konnten die sechs Kandidaten Punkte sammeln: auf der World Tour, bei den Deutschen Meisterschaften und beim internen Turnier im Modus "jeder gegen jeden" während der WM-Vorbereitungslehrgänge.

Der 22-jährige Penholder-Akteur Dang Qiu wird bei seinem WM-Debüt in allen drei Wettbewerben antreten, spielt im Doppel zusammen mit Bastian Steger und im Mixed an der Seite von Doppel-Europameisterin Nina Mittelham (Berlin). „Dang soll er als junger Spieler so viel spielen, wie es geht und so viel Erfahrung sammeln wie möglich“, sagte Jörg Roßkopf. Eine positive Bilanz zog der Herren-Bundestrainer und Doppel-Weltmeister von 1989 auch über das WM-Auswahlverfahren, dessen Ende er diesmal möglichst nahe ans Turnier legte, um die beiden fittesten Spieler mit zur WM nehmen zu können. „Beide spielen im Moment sehr stark und mit viel Selbstvertrauen“, so Roßkopf über Qiu und Steger.

Interne WM-Qualifikation: Motivation für Nachwuchsspieler

Die jungen Spieler soll das interne Qualifikationssystem für zukünftige Auftritte motivieren. „Wir Trainer honorieren aber auch viele andere Dinge, etwa die Einstellung zum Training, die Trainingsleistung und das Auftreten bei Wettkämpfen“, zählt Roßkopf auf. So können Nachwuchsakteure auf vielerlei Ebene auf sich aufmerksam machen.

In den restlichen Tagen bis zum Abflug des Großteils der deutschen Delegation am Samstag, 20. April, - nur Sportdirektor Richard Prause, Dang Qiu und Bastian Steger reisen bereits am Freitag an – steht individuelles Training auf dem Programm. „Jeder versucht auf seine Weise, sich in Topform zu bringen und trainiert, was er noch braucht und will. Es gibt kein einheitliches Mannschaftstraining mehr“, erzählt der Herren-Bundestrainer. Das Doppel Timo Boll/Patrick Franziska etwa trifft sich zum heimatnahen Training in Höchst im Odenwald, zu dem Roßkopf am Donnerstag dazu stößt.

Der übrige WM-Kader bleibt in Düsseldorf am Deutschen Tischtennis-Zentrum. Das Trainer-Team um Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp hatte die fünf WM-Teilnehmerinnen bereits benannt. Die Nominierung des kompletten Aufgebots ist mit der Benennung der Herren sowie dem zweiten gemischten Doppel nun offiziell.

Die deutsche Delegation in Budapest

Damen:

Einzel: Petrissa Solja (TSV Langstadt 1909), Nina Mittelham (ttc berlin eastside), Sabine Winter, Kristin Lang (beide SV DJK Kolbermoor)

Doppel: Kristin Lang/Nina Mittelham, Chantal Mantz (TTG Bingen/Münster-Sarmsheim)/Sabine Winter

Herren:

Einzel: Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Dimitrij Ovtcharov (Fakel Orenburg, Russland), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Dang Qiu (ASV Grünwettersbach), Bastian Steger (SV Werder Bremen)

Doppel: Timo Boll/Patrick Franziska, Dang Qiu/Bastian Steger

 

Mixed: Patrick Franziska/Petrissa Solja, Dang Qiu/Nina Mittelham

 

Trainerteam und sportliche Delegation: Richard Prause (Sportdirektor), Jie Schöpp (Bundestrainerin Damen), Wan Guohoui (Co-Trainer Damen), Jörg Roßkopf (Bundestrainer Herren), Lars Hielscher (Co-Trainer Herren), Sascha Nimtz (IAT Leipzig, Wissenschaftskoordinator), Rainer Kruschel (Delegationsleiter)

Medizinisches Team: Dr. Antonius Kass (Teamarzt), Christian Zepp (Team-Psychologe), Peter Heckert und Annette Zischka (Physiotherapeuten, OSP Hessen in Frankfurt am Main)

Schiedsrichterin: Kerstin Duchatz (Bochum)

 

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