Der ttc berlin eastside konnte den Titel dank überragender Leistungen verteidigen und hat seine sechste nationale Meisterschaft in der Tasche – das steht seit Mittwoch endgültig fest (v.l. Nina Mittelham, Yu Fu, Xiaona Shan, Georgina Pota, Matilda Ekholm) - Bild: Dr. Stephan Roscher.
Saison 2019/20 vorzeitig beendet

ttc berlin eastside zum sechsten Mal Deutscher Meister

Dr. Stephan Roscher 02.04.2020

Berlin/Frankfurt. Der Deutsche Tischtennis-Bund und seine 18 Landesverbände haben sich am Mittwoch darauf geeinigt, den kompletten Mannschaftsspielbetrieb der Spielzeit 2019/20 aufgrund der Corona-Pandemie endgültig abzubrechen. Die Saison ist damit in ganz Deutschland in sämtlichen Spielklassen von der untersten Kreisklasse bis zur Bundesliga mit sofortiger Wirkung beendet – einzige Ausnahme ist die Herren Bundesliga (TTBL). Diese Entscheidung hat auch die Konsequenz, dass der ttc berlin eastside als verlustpunktfreier Deutscher Meister der Damen feststeht.  

Somit ist der Hauptstadtklub zum sechsten Mal in seiner von Erfolgen gesäumten Vereinsgeschichte Deutschlands Nummer eins. Mit Ausnahme der Saison 2018 ist Berlin seit 2014 nationaler Champion im Abonnement. Ob aus dem Double noch das eigentlich angestrebte Triple werden kann, liegt momentan nicht in der Hand der Spielerinnen, die sich für die Halbfinals qualifiziert haben. Die ETTU ist gefordert, gegebenenfalls einen Weg zu finden, in Europas Königsklasse doch noch eine sportliche Entscheidung zu ermöglichen.  

Herzlichen Glückwunsch in die Hauptstadt! 

Platz eins in der nationalen Meisterschaft für Xiaona Shan, Nina Mittelham, Matilda Ekholm, Yu Fu, Georgina Pota und Kathrin Mühlbach ist auch sportlich absolut korrekt, eastside hatte zwar noch fünf Partien vor der Brust, konnte diese bei der Qualität des Teams aber eigentlich nur gewinnen. Nicht nur die 22:0 Punkte, auch die 66:8 Spiele zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs sprechen eine deutliche Sprache.  

„Die ganz große Freude kommt im Augenblick noch nicht auf. Wir haben von Saisonbeginn auf diesen Titel hingearbeitet. Meisterschaft und Pokalsieg waren intern unser erklärtes Ziel“, so Manager Andreas Hain. „Alle Spielerinnen haben zu jedem Zeitpunkt der Saison die Vorgaben unserer Trainerin umgesetzt. National sind wir ungeschlagen durch die Saison gekommen. Den Umständen ist es geschuldet, dass wir diesen Glückmoment nicht erleben durften, wenn im Spiel die Minute gekommen ist, in der man weiß, dass man jetzt den entscheidenden Punkt geholt hat, der einen zum Meister gemacht hat. Auf diesen Moment arbeiten nämlich alle hin: das Management, die sportliche Leitung, alle Spielerinnen und natürlich die Fans.“ Hain verspricht allerdings: „Wir werden zu gegebener Zeit die Deutsche Meisterschaft und damit auch das Double gebührend mit unseren Fans und Förderern feiern.“ 

Corona-"Opfer": Bad Driburg zieht zurück

Ein „Opfer“ der außergewöhnlichen Situation ist der traditionsreiche TuS Bad Driburg, der am Dienstag seinen Rückzug nach 23 Jahren im Profisport, davon 18 im Oberhaus, bekannt gab. Dabei hatte man gerade die beste Saison der Vereinsgeschichte gespielt und schien rosigen Zeiten entgegen zu gehen. Nun schließt man die Runde als Vizemeister ab und ist aufgrund des Absprungs einiger Sponsoren trotzdem nicht in der Lage, die Finanzierung einer konkurrenzfähigen Mannschaft für die kommende Saison sicherzustellen – ein herber Verlust für das Damen-Oberhaus.

Sportliche Absteiger sind der TTK Anröchte (2:20 Punkte) und Ex-Meister TV Busenbach (4:18), dessen Rückzug aus dem Profibereich schon länger feststeht. Die Liga wird von neun auf acht Teams verkleinert. Das von „unerwarteten“ Schwangerschaften und Verletzungspech gebeutelte Anröchte muss die Liga trotz des Driburger Rückzugs verlassen. Weil die Driburger Ostwestfälinnen diesen erst nach dem Meldeschluss bekannt geben konnten, bleiben sie nach den Statuten dem Oberhaus noch eine Saison lang als (nicht spielende) Mannschaft erhalten und stehen als erster Absteiger der neuen Saison fest.

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