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So sehen Sieger aus: Das eastside-Team nach dem 3:1 über Metz (Bild: ETTU).
3:1-Halbfinalsieg gegen Metz / Finale um 20:15 Uhr gegen CL-Turnier-Gastgeber Linz

Finaleinzug: berlin eastside greift in Linz nach Europas Krone

Dr. Stephan Roscher 08.12.2020

Linz. Durch einen schwer erkämpften 3:1-Erfolg im Halbfinale des Bubble-Turniers in Linz über Metz TT, den Klub der deutschen Ex-Europameisterin Jiaduo Wu, hat der viermalige Königsklassen-Gewinner ttc berlin eastside das Endspiel um Europas Krone erreicht. Der Finalgegner am Dienstag ab 20.15 Uhr ist Gastgeber Linz AG Froschberg. 

Der Auftakt verlief keineswegs nach Maß. Gegen die 21-jährige Adina Diaconu riss bei eastside-Spitzenspielerin Shan Xiaona nach 2:0-Satzführung der Faden, die Rumänin konnte ausgleichen und zeigte im Entscheidungsdurchgang (6:4) Nervenstärke. 0:1 – das war nicht eingeplant. Ebenso eng ging es im zweiten Match des Abends zu und mit etwas Pech hätte es danach 0:2 stehen können, doch diesmal ging es gut. Gegen die zweite Rumänin im Team der Lothringer, die 32-jährige Daniela Dodean-Monteiro, konnte sich Nina Mittelham nie entscheidend absetzen. Dodean führte schließlich mit 2:1 Sätzen und stand im vierten Durchgang dicht vor dem Matchgewinn, die DTTB-Nationalspielerin riss das Steuer aber noch herum, gewann den Satz mit 13:11 und hatte anschließend beim “Sudden Death” mit 6:5 die Nase vorn.  

Britt Eerland konnte nachlegen. Gegen die 43-jährige Jiaduo Wu, die sich optisch kaum verändert hat und immer noch gut spielt, durfte die 26-jährige Niederländerin, aktuelle Nummer fünf in Europa, nach vier Sätzen und einer auch taktisch cleveren Leistung jubeln (11:7, 9:11, 11:8, 11:8). Nun war es an Shan, sich für die Auftaktniederlage zu rehabilitieren und ihr Team ins Finale zu führen. Und die deutsche Nationalspielerin ließ sich nicht zweimal bitten und machte mit der am Ende todunglücklichen Monteiro-Dodean, die nach dem Match bitterlich weinte, kurzen Prozess (11:6, 11:3, 11:7). Es war geschafft! 

“Es war ein sehr schweres Spiel und es war echtes Teamwork von uns, jede Spielerin hat einen Punkt beigesteuert”, so eastside-Trainerin Irina Palina. “Mit unseren Leistungen bin ich zufrieden, doch im Finale müssen wir noch einen Tick zulegen, um erfolgreich sein zu können.” Dass bei 2:2 der Entscheidungssatz als Kurzsatz gespielt wird, ist Palina zufolge ziemlich gewöhnungsbedürftig: “Wir arbeiten noch daran, uns an die Sudden-Death-Regelung zu gewöhnen. Einmal ist das heute für uns gut gelaufen, einmal schiefgegangen. Die meisten Spielerinnen finden es ganz gut und im TV kommt es, wie man hört, auch spannend rüber, doch, wie gesagt, man muss sich erst daran gewöhnen.” 

Champions League, Damen, Halbfinale

ttc berlin eastside GER - Metz TT (FRA) 3:1
SHAN Xiaona - Adina DIACONU 2:3 (11:2, 11:8, 10:12, 7:11, 4:6)
Nina MITTELHAM - Daniela MONTEIRO DODEAN 3:2 (12:10, 3:11, 9:11, 13:11, 6:5)
Britt EERLAND - WU Jiaduo 3:1 (11:7, 9:11, 11:8, 11:8)
SHAN Xiaona - Daniela MONTEIRO DODEAN 3:0 (11:6, 11:3, 11:7)

Der Finalgegner des deutschen Hauptstadtklubs ist – wie erwartet – der an zwei gesetzte Gastgeber Linz AG Froschberg, der sich allerdings im zweiten Halbfinale mit dem französischen Team TT Saint Quentinois erst recht schwer tat und beim 3:2 über die volle Distanz gehen musste. 

Linz AG Froschberg AUT - TT Saint-Quentinois FRA 3:2
Sofia POLCANOVA - Andreea DRAGOMAN 3:2 (11:13, 11:9, 11:6, 9:11, 6:4)
Bernadette SZOCS - Polina MIKHAILOVA 0:3 (8:11, 2:11, 8:11)
LIU Jia - Sarah DE NUTTE 3:1 (17:15, 11:8, 8:11, 11:5)
Sofia POLCANOVA - Polina MIKHAILOVA 2:3 (10:12, 11:6, 11:6, 7:11, 1:6)
Margaryta PESOTSKA - Andreea DRAGOMAN 3:0 (11:5, 11:8, 14:12)

Linz mit Sofia Polcanova, Liu Jia, Bernadette Szöcs und Margaryta Pesotsaka ist ein starkes Team, das steht außer Frage. Doch Angst muss eastside nicht haben, der Endspielgegner wirkte heute nicht souverän und scheint schlagbar zu sein. Und das Heimrecht hat ohne Zuschauer auch nur wenig Bedeutung. Natürlich hing auch der Berliner Erfolg gegen Metz phasenweise am seidenen Faden, doch wie das Team die schwierige Aufgabe dann löste, nötigt Respekt ab. Ohne Frage braucht man gegen Froschberg eine gute Tagesform, dann ist alles möglich, selbstverständlich auch der fünfte Königsklassensieg der Vereinsgeschichte.  

Auch das Finale am Dienstag um 20.15 Uhr ist im Livestream auf www.ettu.tv zu sehen.

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